Димитрије Ђуровић / Dimitrije Đurović 1881 - 1945 Edit
Born 15.10.1881 in Danilovgrad
Died 10.5.1945 in Mauthausen
Biography
Dimitrije Đurović wurde am 15. Oktober 1881 im Dorf Kopito bei Danilovgrad geboren. Als herausragendes Talent erhielt er nach Beendigung der Grundschule im Jahre 1893 ein russisches Stipendium für seine Weiterbildung. Im Jahr 1903 absolvierte er das Gymnasium in Weliki Nowgorod. Er entschied sich für das Studium der Slawischen Philologie und der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen in Moskau, St. Petersburg, Prag und Leipzig. Im Jahr 1907 erhielt er das Diplom, 1912 den Magistertitel und ein Jahr später promovierte er mit seiner Arbeit zur Literatur aller slawischen Völker. Für seine Studienspezialisierung und Schwerpunktsetzung hielt er sich auch in Deutschland und Frankreich auf. Als Dozent hielt er pädagogische Kurse an der Universität in Warschau, wo er bis zur Evakuierung im Jahre 1915 blieb. Dann ging er nach Kiew, Rostow und Odessa.
1920 kehrte er nach Jugoslawien zurück. 1924 lehrte er als Professor an mehreren Gymnasien und Fakultäten in Belgrad – er arbeitete als Professor an der Handelsakademie, als außerordentlicher Professor für Kirchenslawisch und Russisch an der Theologischen Fakultät und als Professor für Russisch an der Militärakademie. Er schrieb und verteilte Flugblätter gegen das Konkordat, wurde festgenommen und am Staatsschutzgericht verurteilt. Im Jahr 1937 wurde er wegen seines Widerstandes gegen die Religionspolitik des Prinzen Paul von Jugoslawien pensioniert. Er genoss den Status des Wissenschaftlers und beschäftigte sich nicht mit Politik.
Im April 1942 legten zwei Kommissare des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (BdS) Belgrad Berichte über Đurović vor. Darin wurde behauptet, dass der Genannte als Kommunist, Freimaurer, Berater und Freund des Patriarchen der Serbischen Orthodoxen Kirche Gavrilo Dožić verhaftet wurde, der während der Besatzung gemeinsam mit Bischof Nikolaj Velimirović ins Konzentrationslager Dachau deportiert worden war. Im Juli wurde ein weiterer Bericht vorgelegt, in dem Đurović in wissenschaftlicher, charakterlicher und politischer Hinsicht negativ dargestellt und als links gesinnter Provokateur und Agent charakterisiert wurde. Obwohl er Opportunist und Gegner der Deutschen sei, solle man ihm keine Beachtung schenken, da er keinen Einfluss habe. Ende desselben Monats fragte der BdS mittels Schreiben der Abteilung III C SCHR die Belgrader Sonderpolizei nach den Daten des Genannten. Die Polizei schrieb in dem Bericht, dass nicht bekannt sei, ob sich Đurović an illegalen politischen Aktivitäten beteiligt hatte, sondern dass er wegen illegaler Flugblätter, die keine kommunistische Tendenz hatten, verhaftet worden war. Der BdS Belgrad beurteilte den Bericht als widersprüchlich und oberflächlich und äußerte den Verdacht, dass jemand aus den Reihen der Polizei den Professor schütze. Es wurde vorgeschlagen, ihn durch einen Agenten von Zbor[1] auch weiterhin kontrollieren und überwachen zu lassen.
Im Sommer 1943 versuchten zwei Funktionäre der Kommunistischen Partei Jugoslawiens mehrmals, Đurović zur Zusammenarbeit mit der Volksbefreiungsbewegung anzuwerben. Er wurde unter dem Vorwurf verhaftet, dass er den Kontakt mit ihnen den Polizeibehörden nicht gemeldet hatte, obwohl er ihre Absichten kannte. Im Dezember 1943 wurde er von der Sonderpolizei verhört und im April 1944 in das Konzentrationslager Banjica überstellt. Am 31. August 1944 wurde er nach Mauthausen deportiert. Er erhielt die Häftlingsnummer 96555. Er arbeitete im Steinbruch „Wiener Graben“, später kam er zum Kommando „Kartoffelmiete“, bei dem Kartoffeln aus Fuhrwerken ausgeladen wurden. Strafweise wurde er zusammen mit Miodrag Jakovljević in das Konzentrationslager Gusen überstellt. Als schwer erkrankter Muselmann wurde er in den Block 2 des Sanitätslagers in Mauthausen überstellt. Um ihm zu helfen, nahm ihn Sveta Živković auf, der Chefarzt des Blocks 5 im Sanitätslager. Doch es war zu spät. Er starb im Alter von 64 Jahren.
Đurović sprach Serbisch, Russisch, Tschechisch, Polnisch, Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Latein und Italienisch. Er hatte zahlreiche Facharbeiten und Übersetzungen aus dem Russischen ins Serbische veröffentlicht. Er hinterließ umfangreiche und bedeutende Arbeiten, ein reiches und vielfältiges Werk auf dem Gebiet der slawistischen Literatur- und Sprachwissenschaft. Er schrieb wissenschaftliche, literarische und publizistische Arbeiten. Seine wichtigsten Werke sind das Universitätslehrbuch Russische Literatursprache (1931) und Russisch-Serbisch Wörterbuch mit der Grammatik der russischen Sprache (1936), das von Generationen von Übersetzern und Übersetzerinnen, Gelehrten der russischen Sprache und noch heute im Unterricht mit Studentinnen und Studenten verwendet wird.
Tamara Ćirić-Danilović / Ljubomir Zečević
Udruženje zatočenika koncentracionog logora Mauthauzen Srbije
Tamara Ćirić-Danilović, geb. 1974 in Zemun, ist diplomierte Sozialpädagogin und Familienberaterin. Ihr Großvater, der Bauer Trivun Danilović, wurde von SS und Gestapo 1943 als Partisan ins KZ Mauthausen deportiert. Tamara Ćirić ist Präsidentin der Udruženje zatočenika koncentracionog logora Mauthauzen Srbije (Vereinigung der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen in Serbien, UZKL).
Ljubomir Zečević, geboren 1925 in Belgrad, gestorben 2017, war Journalist und Absolvent der Hochschule für Politik. Er war politischer Kommentator, Redakteur und Direktor bei TV Beograd. Seit 1985 in Altersrente, war er von 1988 bis 2015 Präsident und apäter Vize-Präsident der Udruženje zatočenika koncentracionog logora Mauthauzen Srbije (Vereinigung der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen in Serbien).
Aus dem Serbischen von Nedina Malinović
[1] Anm. d. Ü.: Faschistische Jugoslawische Nationalbewegung.
Dimitrije Đurović was born on 15 October 1881 in the village of Kopito near Danilovgrad. As an exceptionally talented pupil, after finishing primary school in 1893 he received a scholarship to continue his education in Russia. In 1903 he graduated from the grammar school in Veliky Novgorod. He decided to study Slavic philology and comparative grammar of the Indo-Germanic languages in Moscow, St. Petersburg, Prague and Leipzig. In 1907 he gained his diploma and, in 1912, the title of Magister. One year later he was awarded a doctorate for his work on the literature of all the Slavonic peoples. In order to specialise and focus his studies he also spent time in Germany and France. He lectured on pedagogical courses at the university in Warsaw, where he remained until evacuation in 1915. Then he went to Kiev, Rostov and Odessa.
In 1920 he returned to Yugoslavia. In 1924 he taught as a professor at several grammar schools and faculties in Belgrade – he worked as a professor at the Commercial College, as a senior lecturer in Church Slavonic and Russian at the Theological Faculty, and as a professor of Russian at the Military Academy. He wrote and distributed pamphlets against the (1937) concordat, was arrested and sentenced by the State Security Court. In 1937 he was pensioned off due to his opposition to the religious politics of Prince Paul of Yugoslavia. He enjoyed his status as an academic and ceased to be involved in politics.
In April 1942 two commissars working for the commander of the Security Police and the Belgrade Security Service (BdS) produced reports on Đurović. These claimed that the above-named had been arrested as a Communist, freemason, advisor and friend to the Patriarch of the Serbian Orthodox Church, Gavrilo Dožić, who was deported to the Dachau concentration camp during occupation together with Bishop Nikolaj Velimirović. In July another report was produced which presented Đurović’s academic work, character and politics in negative terms and characterised him as a left-wing provocateur and agent. Although he was an opportunist and opposed the Germans, the report stated, he should not be paid much attention since he had no influence. At the end of the same month, the BdS wrote to Department III C SCHR of the Belgrade Special Police asking for information on Đurović. The police wrote in the report that it was not known whether Đurović had participated in illegal political activities but that he had been arrested for illegal pamphlets which had not displayed Communist tendencies. The Belgrade BdS judged the report as contradictory and superficial and expressed its suspicion that someone in the police was protecting the professor. It was suggested that he continue to be tracked and watched by an agent of the Zbor.[1]
In summer 1943 two functionaries of the Communist Party of Yugoslavia tried several times to recruit Đurović for the people’s liberation movement. He was arrested on the charge of not having reported this contact to the police despite being familiar with their intentions. In December 1943 he was questioned by the Special Police and in April 1944 he was transferred to the Banjica concentration camp. On 31 August 1944 he was deported to Mauthausen. He was assigned prisoner number 96555. He worked in the Wiener Graben quarry and later joined the Karoffelmiete work detachment, which unloaded potatoes from trucks. As punishment he and Miodrag Jakovljević were transferred to Gusen concentration camp. A seriously ill ‘Muselmann’, he was transferred to Block 2 of the infirmary camp in Mauthausen. In order to help him he was taken in by Sveta Živković, the head doctor in Block 5 in the infirmary camp. But it was too late. He died at the age of 64.
Đurović spoke Serbian, Russian, Czech, Polish, Bulgarian, German, English, French, Latin and Italian. He had published numerous academic works and translations from Russian to Serbian. He left behind a comprehensive and significant body of work, a rich and multi-faceted oeuvre in the field of Slavonic literature and linguistics. He wrote academic, literary and journalistic texts. His most important works are the university text book Russian Literary Language (1931) and his Russian-Serbian Dictionary with the Grammar of the Russian Language (1936), which has been used by generations of translators and scholars of the Russian language and is still used with students in the classroom today.
Tamara Ćirić-Danilović / Ljubomir Zečević
Udruženje zatočenika koncentracionog logora Mauthauzen Srbije
Translation into English: Joanna White
[1] Translator’s note: the Fascist Yugoslav National Movement.
Рођен 15.10.1881. у селу Копито, Даниловград. Као изразити таленат, после завршене основне школе 1893. добија руску стипендију за даље школовање. У Великом Новгороду 1903. завршава гимназију. Опредељује се за студије словенске филологије и упоредне граматике индоевропских језика у Москви, Петрограду, Прагу и Лајпцигу. Дипломира 1907. магистрира 1912. годину касније докторира на тему књижевност свих словенских народа. Био је на студијским усавршавању у Немачкој и Француској. Постављен је за предавача на Педагошким курсевима при Варшавском Универзитету, где остаје до евакуације 1915. Одлази у Кијев, Ростов и Одесу. У Југославију се враћа 1920. Ради као професор више гимназија и факултета 1924. у Београду, ради као професор Трговачке академије и хонорарни професор за Црквенословенски и Руски језик на Богословском факултету, професор за Руски језик на Војној Академији. Писао је и растурао летаке против Конкордата, хапшен и осуђен на Суду за заштиту државе. Пензионисан је 1937. због противљења верској политици кнеза Павла. Уживао је статус научника, политиком се није бавио. Априла 1942. два повереника Бдс-а Београд о Ђуровићу подносе извештаје. Наводи се да је именовани затваран као комуниста, масон, саветник и пријатељ патријарха СПЦ Гаврила Дожића (који је за време окупације са Владиком Николајем Велимировићем био заточеник КЛ Дахау). У јулу је поднешен још један извештај, у којем је др Ђуровић приказан негативно у научном, карактерном и политичком погледу, говори се да је лево настројен, провокатор и агент. Иако опортуниста и противник Немаца, на њега не треба обраћати пажњу, јер нема утицаја. Крајем истог месеца БдС је дописом одељења III C SCHR тражио од београдске Специјалне полиције податке о именованоме. Полиција је послала извештај да није познато да се др Ђуровић бавио недозвољеном политичком делатношћу, да је хапшен због недозвољених летака, који нису имали комунистичку тенденцију. БдС Београд, оценио је извештај контрадикторним, површним и да се стиче утисак како професора штити неко из полиције. Предлаже да га агенти “Збор-а” даље контролишу и врше надзор над њим.
У лето 1943. у неколико наврата, два функционера Комунистичке Партије Југославије, покушала су да га врбују за сарадњу са НОП-ом. Ухапшен је под оптужбом да контакте са њима, није пријавио полицијским властима, иако је знао њихове намере. Саслушаван је у Специјалној полицији децембра 1943. пребачен у Бањички логор.априла 1944. Депортован је у Маутхаузен 31.08.1944. Додељен му је број 96555 Радио је у каменолому Винер Грабен, потом у команди Картофелмите (вађење кромпира из трапова). По казни је, заједно са Миодрагом Јаковљевићем пребачен у КЛ Гузен. Као тежак болесник, муселман, пребачен је у блок 2 маутхаузенског ревира. У жељи да му помогне прихватио га је др Света Живковић, главни лекар на ревирском блоку 5. било је прекасно. Умро је у 64. години . Др Ђуровић је говорио српски, руски, чешки, пољски, бугарски, немачки, енглески, француски, латински и италијански. Објавио је више стручних радова и превода са руског на српски језик. За собом оставио је обимно и значајно дело, богато и разноврсно стваралаштво на пољу лингвистичке и књижевне славистике. Бавио се научним, књижевним и публицистичким радом. Његова најзначајнија дела су универзитетски уџбеник “Руски књижевни језик” 1931. и “Руско-српскохрватски речник са граматиком руског језика” 1936. којим је задужио генерације преводилац, свих проучавалаца руског језика и данас se користи у настави са студентима.
Tamara Ćirić-Danilović / Ljubomir Zečević
Udruženje zatočenika koncentracionog logora Mauthauzen Srbije
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