Born 6.6.1911 in Bobowa Died 15.1.1945 in Mauthausen
Biography
Solomon Baruch Kornmehl wurde am 8. Juni 1911 in Bobowa, Polen, als Sohn von Ele Kornmehl Ziegeltuch und Berl Rosenberg geboren. Er hatte sechs Brüder und Schwestern. Sein Vater war ein Thora-Schreiber der berühmten chassidischen Gemeinde von Bobowa. Die Familie war sehr religiös.
Sein Vater, Berl Rosenberg, starb leider bereits vor dem Ersten Weltkrieg an Typhus. Seine Mutter zog mit ihren Kindern schließlich nach Kraków und wohnte in der Ulica Kalwaryjska.
Solomon war nicht verheiratet. Er arbeitete als Schneider. Er schrieb sich in der jüdischen Gemeinde Krakóws ein, die ihm einen Ausweis ausstellte. Später wurde er jedoch in das berüchtigte KZ Plaszow deportiert. Ursprünglich war sein Name auf der berühmten Liste Schindlers, er wurde letztlich jedoch aus unbekannten Gründen entfernt. Das besiegelte sein Schicksal; Jahre der Not und des Hungers in Konzentrationslagern sollten die Folge sein.
Im August 1944 wurde Solomon Kornmehl nach Mauthausen deportiert, wo er die Häftlingsnummer 87761 erhielt. Er wurde nach St. Valentin überstellt, ein abgelegenes Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen/Gusen. Mauthausen-Häftlinge wurden von mehreren Unternehmen eingesetzt, die für die Unterbringung zuständig waren. In St. Valentin bauten die Häftlinge Fahrzeuge in der Steyr-Daimler-Puch-Fabrik.
Am 13. Jänner 1945 wurde Salomon in das Hauptlager Mauthausen rücküberstellt; zwei Tage später starb er an einem akuten Dickdarmkatarrh und Kreislaufschwäche. Er war 33 Jahre alt.
Als der Krieg zu Ende war, war bald klar, dass nahezu alle Familienangehörigen von Solomons Familie im Holocaust starben. Die Ausnahme war seine Nichte, Helena Schupper. Sie war eine Kurierin im Warschauer Ghetto und nahm am Ghetto-Aufstand teil. Sie überlebte den Krieg und emigrierte nach Israel, und erzählte der Welt die Geschichte ihres Überlebens.
Jill Kornmehl
Jill Kornmehl ist Ärztin in den USA, die sich mit Genealogie beschäftigt. In den letzten 20 Jahren hat sie die Geschichte vieler Familienmitglieder erforscht und beschrieben, darunter jener, die im Holocaust gestorben sind. Sie ist Herausgeberin der Familienanthologie The Tarnow Connection und Moderatorin der Facebookseite Jewish Tarnow.
Aus dem Englischen von Andreas Kranebitter
Solomon Baruch Kornmehl was born on 8 June 1911 in Bobowa, Poland, to Ele Kornmehl Ziegeltuch and Berl Rosenberg. He had six brothers and sisters. His father was a Torah scribe for the famous Bobover Hasidic sect. The family was very religious.
Sadly his father, Berl Rosenberg, died of typhus before World War I. Eventually, his mother and the children moved to Kraków and settled in Kalwaryjska Street.
Solomon was not married. He worked as a tailor. He registered with the Kraków Jewish community and they provided him with an ID card. He was subsequently incarcerated in the infamous Plaszow concentration camp. Initially his name was on Schindler’s famous list; however it was subsequently removed for unknown reasons. This sealed his fate: years of hardship and starvation in concentration camps.
In August 1944 Solomon Kornmehl was transferred to Mauthausen and given the prisoner number 87761. He was sent to St. Valentin, a distant subcamp of the Mauthausen/Gusen concentration camp. Mauthausen inmates were used by a variety of companies that accommodated a small number of inmates on their own. The St. Valentin camp inmates made vehicles for military use at the Steyr-Daimler-Puch factory.
On 13 January 1945, Solomon was transferred back to the main Mauthausen camp and two days later he died of acute colitis and weak circulation of blood. He was 33 years old.
When the war ended it was evident that almost all of Solomon's family had died in the Holocaust. The exception was his niece, Helena Schupper. His niece was a courier in the Warsaw Ghetto and was involved in the Ghetto Uprising. She survived the war and emigrated to Israel and has spent the interim years sharing her story of survival with the world.