Né(e) 31.3.1902 à Autun
Décédé(e) 1.4.1945 à Mauthausen
Biographie
Maurice Viard war von Beruf Weingroßhändler, er vertrieb burgundische Weine und Schaumweine; seine Frau Antoinette hatte eine Lehrerausbildung absolviert, half aber ihrem Mann bei seinen Geschäften. Sie hatten am 20. Jänner 1934 (im 5. Pariser Bezirk) geheiratet und wohnten mit drei von ihren Kindern – François (geb. am 26. Jänner 1935), Marie-Josèphe (geb. am 21. Jänner 1936) und Marie-Louise (geb. am 27. Dezember 1940) (die älteste Tochter, Michèle, geb. im Juli 1930, scheint vor dem Krieg gestorben zu sein) – in den Kellereien des Weinguts Clos L’Évêque in Bourgneuf-Val-d’Or (Departement Saône-et-Loire).
Das Ehepaar Viard widersetzte sich sehr früh den deutschen Besatzern, indem es den ersten Widerstandsorganisationen Auskünfte zukommen ließ, für die Übermittlung von Unterlagen, die für die Alliierten bestimmt waren, sorgte und entkommenen Gefangenen half. Sie wurden von ihrem Buchhalter, einem gewissen Fourdraine – dieser arbeitete für den deutschen Geheimdienst SRA und wurde später vom Gericht Dijon zum Tode verurteilt – verraten; die Deutschen stellten daraufhin dem Ehepaar Viard eine Falle, indem sie einen falschen englischen Gefangenen zu ihnen schickten. Am 9. Oktober 1941 wurden beide von der GFP (Geheime Feldpolizei) verhaftet, weil sie Gefangenen geholfen hatten, die in unmittelbarer Nähe ihres Wohnsitzes gelegene Demarkationslinie zu überqueren.
Beide wurden zunächst in Châlons-sur-Saône, dann in Dijon interniert. Anschließend wurden sie nach Fresnes überstellt. Am 15. Dezember 1941 wurden sie im Rahmen des von Keitel definierten „Nacht-und-Nebel“-Erlasses nach Deutschland deportiert. Der Keitel-Erlass setzte sich aus drei Texten zusammen: die Richtlinien vom 7. Dezember, die Begleitnotiz vom 12. Dezember sowie die am selben Tag veröffentlichte erste Durchführungsverordnung. Der Text vom 7. Dezember sah vor, nichtdeutsche Zivilisten, die „Straftaten begangen hatten […] die sich gegen das Reich bzw. die Besatzungsmacht richteten und eine Bedrohung für deren Sicherheit oder Kampfkraft darstellten“ zu deportieren, sofern es nicht möglich war, rasch ein Todesurteil zu fällen (eine vom Admiral Canaris, dem Chef des Amtes Abwehr unterzeichnete Weisung vom 2. Februar 1942 gab vor, dass das Verfahren innerhalb von acht Tagen ab Verhaftungsdatum abgeschlossen sein müsse).
Am Tag nach der Abfahrt vom Ostbahnhof erreichten sie Hagen und wurden später in Köln inhaftiert. Das Kölner Sondergericht verurteilte sie zum Tode, dieses Urteil wurde in weiterer Folge aufgehoben. In diesem Gefängnis trennten sich die Wege von Antoinette und Maurice.
Lucie Primot war Antoinette zu diesem Zeitpunkt begegnet und berichtete:
„Ich habe Antoinette im Frühjahr 1943 im Gefängnis von Köln kennengelernt. Damals standen wir beide einer zum Tode Verurteilten bei und gingen jeden Tag (außer Sonntag) zusammen spazieren.
Was mich bei unserer ersten Begegnung beeindruckt hatte, war ihr stolzes Auftreten (sehr oft hielt sie ihre Schürze beim Gehen hoch) und ihr blondes Haar, das sie in vier Strähnen teilte, vier Zöpfe daraus flocht und zu einer Gretchenfrisur hochsteckte.
Sie teilte mir später mit, dass sie diese Frisur auch später im Zivilleben beibehalten wolle. Während der gemeinsamen Monate in Köln konnte ich keine langen Gespräche mit ihr führen. Bei den Spaziergängen erzählte sie mir heimlich, sodass die Aufseherinnen uns nicht hören konnten, dass sie aus Mercurey stammte, drei Kinder habe und mit ihrem Mann im Oktober 1941 verhaftet worden sei. Sie und ihr Mann waren im März oder April beide vom Gericht verurteilt worden, aber das Urteil war wieder aufgehoben worden.
Im Laufe des Monats Juni und Anfang Juli erlitten wir schwere Bombenangriffe. Die umliegenden Stadtviertel und das Gefängnis wurden dem Erdboden gleichgemacht.
Am 9. Juli wurde das Gefängnis getroffen. Am Vormittag wurden wir alle evakuiert, zum damaligen Zeitpunkt waren das noch etwa hundert Französinnen und zwischen fünf- und siebenhundert Deutsche.
Wir mussten zu Fuß einen Teil der zerstörten und teilweise brennenden Stadt durchqueren, und anschließend ließ man uns in einen Lkw einsteigen, der uns nach Rheinbach (etwa 40 bis 50 km von Köln entfernt) ins Zuchthaus (ein Gefängnis für männliche Zwangsarbeiter) brachte. Genau wie in Köln wurden wir in eine Zelle eingesperrt. Ich konnte mich Antoinette nicht nähern, weil jede von uns mit einer zum Tode Verurteilten eingesperrt war. Die Person, der Antoinette beistand, war ‚Jeanne Salou‘ aus Brest, die wegen einer englischen Angelegenheit verhaftet worden war. Jeann Salou war ledig, etwa vierzig Jahre alt und Englischlehrerin. Ich habe erfahren, dass sie Ende vorigen Jahres noch gesund war, aber ich habe seither nichts mehr über sie in Erfahrung bringen können. Die zweite Frau stammte aus Lothringen, sie war die Schwester eines jungen, aus dem Departement Moselle abgeschobenen Priesters, der sich damals in der Gegend von Saint-Dié aufhielt. Vor kurzem erfuhr ich, dass die arme Marie Guldner im Zuge ihrer Gefangenschaft in Bergen gestorben ist.
Erst zwei Wochen später, also gegen den 23. oder 24. Juli, lernte ich Antoinette wirklich kennen. Wir waren zwölf Frauen – sechs zum Tode Verurteilte und sechs Frauen, die ihnen Beistand leisteten – die nach Essen gebracht wurden. Bereits während der ersten Stunde dieser Fahrt entstand eine Freundschaft zwischen uns, und bis Mitte August waren wir geradezu unzertrennlich. Wir haben nur diese Wochen wirklich zusammengelebt, aber wir empfanden von Anfang an eine große Sympathie füreinander, die sich in eine starke Zuneigung verwandelte. Wir haben sehr viel über alles gesprochen, was uns am meisten am Herzen lag, nämlich über unsere Familien, denen wir keine Nachrichten zukommen lassen konnten, über unsere Vergangenheit und Zukunft, für die sich Antoinette großartige Sachen vorgenommen hatte …
Wir haben auch über den Grund unserer Verhaftung, die Verhöre und die Urteile gesprochen, denn genau wie Frau und Herr Viard war ich im Juni 1943 in Köln verurteilt worden, und auch mein Urteil wurde aufgehoben, weil ergänzende Ermittlungen erforderlich waren. Der Grund unserer jeweiligen Verhaftung war in etwa der gleiche – ich wurde festgenommen, weil ich Kriegsgefangenen zur Flucht [sic] und Lothringern zur Desertion verholfen hatte. Antoinette erzählte mir, dass ihr Mann und sie Ähnliches getan hatten.
Aber sie wurden denunziert (von einer oder mehreren Personen – ich weiß es nicht). Fest steht aber, dass sie während ihres Gefängnisaufenthaltes in Frankreich […] einen deutschen Deserteur wiedergetroffen hat – ihre Tochter und ihr Mann hatten diesen Mann bei sich aufgenommen und ihm in weiterer Folge geholfen, ich glaube, dass sie ihm sogar Hinweise gegeben hatten, wie er sich der Fremdenlegion anschließen könne. Als er bei ihnen vorstellig wurde, gab er vor, ein englischer Soldat zu sein, der nach Juni 1940 in Frankreich geblieben war. Antoinette gelang es, in einem Gang ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Sie fragte ihn: ‚Warum haben Sie uns verraten? Sie hätten wenigstens an unsere Kinder denken können.‘ Er antwortete: ‚Es ist in erster Linie die Schuld eures Marschalls – ich war aufrichtig, aber er hat aus uns allen deutsche Legionäre gemacht, die in den Händen unserer Leute waren.‘ Er wurde wegen seiner Desertion verhört und erwähnte Clos-l’Évêque. Aber die Deutschen wussten über sehr viel mehr andere Sachen Bescheid, und wenn ich mich recht erinnere, verdächtigte Antoinette ihn weiterer Denunziationen.
Sie und ihr Mann wurden ins Gefängnis Santé gebracht, und Ende Dezember 1941, wenn ich mich recht erinnere, wurde sie mit weiteren zwanzig Frauen und wesentlich mehr Männern mit einem der ersten Konvois nach Deutschland deportiert. Die Frauen reisten in einem für beurlaubte Soldaten bestimmten Zug, jede Frau allein in einem Abteil. Antoinette wurde nach München ins große Zentralgefängnis gebracht. Sie war allein in einer Zelle. Das Gefängnis war sehr sauber und die Häftlinge wurden ausreichend ernährt. Sie wurde mehrmals verhört, und wenn ich mich recht erinnere, wurde sie eher beschuldigt, einem feindlichen Dienst Informationen zukommen haben zu lassen. In der Zelle musste sie gerippte Wollwesten (wahrscheinlich für den Wintersport) für ein großes Strickwarenunternehmen stricken.
Das Stricken war eine gute Ablenkung, dennoch war sie oft sehr verzweifelt, sich mit niemandem austauschen zu können und keine Nachrichten zu erhalten. Ständig musste sie an ihr verlassenes Zuhause denken. Nach etwa drei oder vier Monaten begann die Einsamkeit sich auf ihr Gemüt zu schlagen, und sie beschloss, um jeden Preis aus dieser Situation herauszukommen. Vor den Aufseherinnen gab sie vor, an Halluzinationen zu leiden, und nach einiger Zeit wurde sie in die psychiatrische Abteilung eingeliefert. Obwohl sie dort in Gesellschaft von Frauen aus einem völlig anderen Milieu war – die meisten waren entweder kriminell oder auf die schiefe Bahn geraten – lebte sie richtig auf. Sie half der Oberschwester bei sämtlichen Arbeiten im Krankenzimmer und wurde unverzichtbar. Sie erzählte mir später, dass sie die unangenehmsten Arbeiten verrichtete, was sie aber mit Freude ausführte, denn sie hatte das Gefühl, damit ihre Lebensfreude wiederzuerlangen. Dem Arzt wurde klar, dass sie völlig normal war, aber die Krankenschwester bestand auf ihren Verbleib in der Abteilung.
Während ein paar Monaten hatte sie dort eine sehr gute Freundin – eine gewisse Frau Bencker (glaube ich) aus der besseren nazifeindlichen Gesellschaft, deren Sohn von Amerika aus gegen Hitler arbeitete. Sie stammte aus München, war mit einem hohen deutschen Offizier verheiratet gewesen, aber ihre Familie mütterlicherseits war französischen Ursprungs. Darüber hinaus sprach sie gut Französisch, mochte Frankreich sehr und war viel in der Welt herumgekommen.
Aber gegen Ende Dezember 1942 oder Anfang Jänner 1943 wurde Antoinette nach Köln überstellt – der Transport war sehr beschwerlich, weil die Fahrt durch Mitteldeutschland führte und mindestens zwei Wochen dauerte. Nach ihrer Ankunft in Köln teilte sie einen Raum mit zehn oder fünfzehn Französinnen. Sie war sehr froh, Landsleute anzutreffen und Nachrichten aus der Heimat zu erhalten. Ich weiß, dass sie sich mit einem jungen, etwa 18 Jahre alten Mädchen namens Annie Viors aus Nordfrankreich angefreundet hatte, vor Kurzem erfuhr ich allerdings, dass diese in Ravensbrück ums Leben gekommen ist. Antoinette blieb etwa zwei Monate dort, anschließend übersiedelte sie ins Erdgeschoß, um einer zum Tode Verurteilten beizustehen, wie ich bereits am Anfang meines Briefes berichtet hatte.
Sie und Herr Viard wurden vom Gericht vorgeladen um der Urteilsverkündung beizuwohnen. Sie wurden etwas früher auf die Anklagebank gebracht, bei dieser Gelegenheit sahen sie einander das erste Mal wieder. Antoinette fand, dass ihr Mann gealtert war, aber es ging ihm noch gut. Es gelang ihnen, ein paar Worte zu wechseln. Sie erfuhr, dass auch er in München gewesen war und ebenfalls dafür gesorgt hatte, in die psychiatrische Abteilung eingewiesen zu werden. Er sagte im Übrigen, dass sie sich keine Sorgen machen brauche, weil er die Absicht hatte, weiterhin für krank gehalten zu werden. In der Tat hatte er nervöse Zuckungen, und als er aufgefordert wurde, seinen Namen anzugeben, gab er keine klare Antwort. Der Vorsitzende fragte ihn, wo Mercurey bzw. Autun gelegen seien. Ich erinnere mich, dass Antoinette mir erzählte, er habe die Lage der beiden Städte verwechselt. Daraufhin ergriff Ihre Tochter das Wort: Sie sagte, dass sie ihren Mann nicht mehr erkenne und dieser ganz offensichtlich an einer Geisteskrankheit leide, was in seiner Familie bereits öfter vorgekommen war; sie berichtete von einer Cousine, die in einer Heilanstalt interniert war.
Der Vorsitzende hob die Verhandlung auf und vertagte sie. Herr Viard sollte in die psychiatrische Abteilung des Kölner Gefängnisses zur Beobachtung eingewiesen werden. Im Juni 1944 erfuhr sie vom deutschen Anstaltsgeistlichen, der den zum Tode Verurteilten hin und wieder einen Besuch abstattete, dass ihr Mann wieder in die Zelle zurückgebracht worden sei und sich bester Gesundheit erfreue.
Dann fanden die großen Bombenangriffe und die Evakuierung statt, von denen ich bereits berichtet habe. Anschließend verbrachten wir zwei Wochen in Rensbach [sic], wo wir uns erholen konnten, und in weiterer Folge wurden wir nach Essen gebracht, die Fahrt hatte eine ganze Woche gedauert. Wieder ging die Fahrt über Köln, wir verbrachten eine Nacht in einem Vorort der Stadt, dann waren wir zwei Wochen in Düsseldorf, während dieser Zeit wurde die Stadt jede Nacht bombardiert. Wir waren auch in Dortmund und eine Nacht in Essen, dort teilten wir die Zelle mit einer dritten Frau.
Dort lernte ich Antoinette wirklich kennen und schätzen. Wir waren beide sehr bekümmert, als sie neuerlich woanders hingebracht wurde. Damals war Antoinette ausgesprochen fröhlich: Wir waren vor Kurzem dem Tod entronnen, sie hoffte, dass es ihrem Mann gut gehe, und außerdem hatten wir gerade erfahren, dass der König von Italien Deutschland den Rücken gekehrt und sich den Alliierten angeschlossen habe. Wir hatten guten Grund optimistisch zu sein, nach unserer Einschätzung war ein baldiges Ende des Krieges absehbar, und wir schmiedeten Zukunftspläne.
Ein Jahr später, im August 1944, sah ich Antoinette im Zuchthaus Jauer in Schlesien wieder. Leider wurde ich nicht im selben Raum wie sie untergebracht. Es gelang mir, in der Kapelle während der Messe dreimal mit ihr zu sprechen, denn wir hatten erwirkt, der Messe beiwohnen zu dürfen, und da wir in benachbarten Räumen untergebracht waren, schrieben wir uns oft heimlich.
Damals kam ich aus Breslau, wo ich zum Tode verurteilt worden war; viereinhalb Monate später wurde das Gnadengesuch angenommen, und ich wurde nach Jairer [sic] gebracht. Nach meiner Einschätzung verweilte Antoinette bereits zwei oder drei Monate in Jauer. Ich erfuhr, dass sie nach dem Aufenthalt in Essen nach Flussbach (ein kleines Lager in der Nähe der Stadt Wittlich), etwa 50 Kilometer von Trier entfernt, gebracht worden war, wo sie erneut vor Gericht gestellt werden sollte. Zwei Wochen später lehnte das Gericht ab, weiter in Wittlich zu tagen, daraufhin wurde sie nochmals in Köln vor Gericht gebracht, wo sowohl sie als auch ihr Mann verurteilt wurden. Dank der Zeugenaussage des Arztes wurde die Todesstrafe von Herrn Viard in lebenslange Zwangsarbeit umgewandelt. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, dass Antoinette sofort zur gleichen Strafe verurteilt wurde. Sie blieb noch ein paar Wochen in Köln, dann wurde sie nach Lübeck gebracht, das zu diesem Zeitpunkt halb evakuiert worden war; zusammen mit 150 bis 200 anderen Französinnen wurde sie nach Jairer [Jauer] überstellt, wo ich sie wieder getroffen habe. In Jauer wurde sie in einem riesigen Saal (etwa 150 Französinnen und Belgierinnen, ein paar Engländerinnen, Holländerinnen und Norwegerinnen) untergebracht, und genau wie zweieinhalb Jahre zuvor musste sie für ein großes Strickwarenunternehmen stricken. Die Mahlzeiten waren sauber aber unzureichend, wir durften täglich eine halbe Stunde unter Aufsicht spazieren gehen, wir waren mit einem schwarzen Stoffkleid und einer gelben Armschleife gekleidet, aber nach ihren Briefen zu schließen, war sie in guter körperlicher und seelischer Verfassung.
Im großen Schlafsaal hatte sie einige Freundschaften geschlossen, unter anderem mit Mini d’Augel aus Belfort, der Tochter eines Feinbäckers, die 1941 mit demselben Konvoi nach Deutschland deportiert worden war.
Im Übrigen waren wir alle guter Dinge, ab und zu gelang es uns, Nachrichten von der Außenwelt zu erhalten und erfuhren nach und nach vom Vormarsch der Alliierten in Frankreich. Wir wussten, dass unsere Landsleute befreit waren, und das war bereits sehr viel. Ende 1944 erfuhren wir, dass die Russen im Anmarsch waren. Mehrere polnische Gefängnisse in Jainer [sic] waren bereits evakuiert worden. Im Jänner 1945 war von unserer Evakuierung die Rede. Im Jänner wurde ein Konvoi vorbereitet, der für etwa hundert Französinnen bestimmt war. Antoinette gehörte diesem Konvoi an. In Zivilkleidung verließen die Französinnen Jauer an Bord von Lkws. Am selben Abend erfuhren wir, dass sie nach Ravensbrück gebracht worden waren.
Ein zweiter Konvoi, dem ich angehören sollte, wurde vorbereitet; ich trug bereits Zivilkleidung, als die Russen in Breslau einmarschierten und unsere Abfahrt in diese Richtung verhinderten. Dann kam die SS, und nun ging es Richtung Westen … Ein Monat später erreichten wir Aichach in Bayern (50 km von München entfernt), wo wir am 29. April befreit wurden.
Und damit endet der Bericht unserer Odyssee. Wenn Antoinette meinem Konvoi angehört hätte, wäre sie jetzt bei Ihnen und ihren geliebten Kindern. Sie war unglaublich tapfer und wollte sosehr für sie da sein.
Ich hoffe, dass ich etwas über sie nach ihrer Ankunft in Ravensbrück in Erfahrung bringen kann – ich werde Ihnen umgehend Bescheid geben. Sollten Sie vor mir etwas über Antoinette oder Herrn Viard erfahren, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich darüber in Kenntnis setzen könnten.
In der Zwischenzeit hoffe und bete ich.
Bitte umarmen Sie Antoinettes Kinder für sie und für mich.
Liebe Frau XXX, ich erlaube mir, Sie zu umarmen.
L. Primot.“ »
Was Maurice betrifft, so führte ihn sein Weg über das Gefängnis von Wittlich, wo er vom 10. Juli bis 26. August 1943 unter der Häftlingsnummer 79/2 war und wegen einer Herzerkrankung ins Krankenhaus eingewiesen wurde, bevor er im Sommer 1944 nach Köln zurückgebracht wurde (Nr. 497/44). Antoinette erreichte Lübeck-Lauerhof am 9. November 1943; am 28. April 1944 beschlossen die Deutschen, sie nach Jauer zu überstellen, wo sie am 9. Mai ankam (Nummer 177/44). Während dieser Zeit setzte sich ihre Familie insbesondere bei Fernand de Brinon (dem französischen Botschafter und Generaldelegierten der französischen Regierung für die besetzten Gebiete) mehrmals für sie ein, weil sie keine Nachricht von ihr hatte; der Bruder und zugleich Geschäftspartner von Maurice schrieb am 4. Dezember 1942 sogar direkt an den Führer. Wie die meisten in Sonnenburg gefangen gehaltenen Männer wurde Maurice Viard am 14. November 1944 ins Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt, wo ihm die Häftlingsnummer 117276 zugewiesen wurde. Anschließend wurde er in den Heinkel-Werken eingesetzt, erkrankte aber bald danach und wurde ins Zentrallager zurückgeschickt, wo er ins Revier eingewiesen wurde. Am 13. Februar 1945 verließen er und zahlreiche andere kranke und arbeitsunfähige Häftlinge Sachsenhausen mit dem ersten Konvoi in Richtung Österreich. Am 16. Februar 1945 erreichte er Mauthausen und entkam nur knapp dem Massenmord, den die Deutschen während der ersten Nacht an einem Teil der Neuankömmlinge verübten. Am darauffolgenden Tag wurde er unter der Häftlingsnummer 132343 ins Quarantänelager gebracht. Maurice Viard blieb im Zentrallager, seine Frau kam dort am 7. März 1945 an, nachdem sie von Jauer nach Ravensbrück überstellt worden war; sie war am 24. Jänner in Ravensbrück angekommen und wurde dort unter der Nummer 102427 geführt.
Sie hatte den Block 32 von Ravensbrück am 2. März verlassen, wo Frauen der Kategorie NN [„Nacht-und-Nebel“] zusammengeführt wurden; nach fünf Tagen Fahrt erreichte Antoinette Mauthausen mit 568 oder 569 weiteren Französinnen, wo ihr die Häftlingsnummer 2743 der Frauen-Nummernserie zugewiesen wurde. Am 17. März 1945 verließ sie Österreich zusammen mit 66 Französinnen und 626 weiteren Frauen, die zumeist älter oder krank waren und im Zuge der Ankunftsformalitäten in Mauthausen mit einem „K“ („Krank“) gekennzeichnet worden waren. Antoinette Viard starb während der Fahrt oder kurz nach ihrer Ankunft in Bergen Belsen. Es konnte nicht geklärt werden, ob sie während der zehn in Mauthausen verbrachten Tage erfuhr, dass ihr Mann sich im selben Lager befand und ob sie mit ihm ein paar Worte wechseln konnte. Am 24. März wurde Maurice im Revier aufgenommen. Er starb am 1. April 1945 im Block des Sanitätslagers.
Antoinette und Maurice Viard wurde die Anerkennung Citation à l'ordre de l‘Armée für besondere Verdienste zuteil, außerdem wurden sie mit dem Kriegskreuz mit Palmenzweig (Amtsblatt vom 3. März 1949) geehrt.
Am 10. Juni 1952 erhielten sie die Auszeichnung Mort pour la France (Für Frankreich gestorben) sowie den Titel Déporté résistant (Deportierter Widerstandskämpfer).
Adeline Lee
Quellen:
SHD (Service Historique de la Défense - Zentrales Archiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee), Akte MED 21 P 547546 (Antoinette), 21 P 547551 (Maurice), LA 5651 (deutsche Gerichtsakte), 26 P 1120 (Bericht Kanthak), MA 41/8, 12/4, RA 2/19, 26 P 1134 Original-Frauenregister, Häftling-Personal-Karte (Maurice).
Archive des Vereins Amicale de Mauthausen, Mappe 451/3: Convoi venant de Sachsenhausen (Der Konvoi aus Sachsenhausen) von Juan de Diego (Dritter Sekretär der Schreibstube von März 1941 bis zur Befreiung), Nationalarchive, F/9/5577, Vernehmung von De Dionne durch Fräulein Chalufour (beauftragt vom Service de Recherche des Crimes de Guerre ennemis (Dienst zur Aufklärung von Kriegsverbrechen) in Paris am 11. August 1945.
Literatur:
Jonca Karol, Konieczny Alfred, Nuit et Brouillard, NN. L’opération terroriste nazie, 1941-1944, la vérité, Documentation historique (Nacht und Nebel, NN. Die nationalsozialistische Terroroperation, 1941-1944, die Wahrheit, historische Dokumentation), 1981, 581 Seiten.
La Martiniére Joseph (de), La procédure Nuit et Brouillard, nomenclature des déportés NN, matériaux pour l’histoire des prisons, des camps et des tribunaux (Der Erlass Nacht und Nebel, Verzeichnis der NN-Deportierten), Band I: Hinzert-Porto-Sonnenburg; Band II: Deuxième liste et procédures militaires en Allemagne, femmes françaises déportées NN (zweite Liste und Militärprozesse in Deutschland, deportierte NN-Französinnen); Band III: 3ème liste et Natzweiler, Nord-Pas-de-Calais (3. Liste und Natzweiler, Nord-Pas-de-Calais), Lignières de Touraine, Joseph de la Martinière, 1996-1997, Mehrfachpaginierung.
Commerçant en gros de vins et mousseux de Bourgogne, Maurice Viard est secondé dans son activité par son épouse Antoinette, titulaire du brevet de capacité. Mariés depuis le 20 janvier 1934 (dans le 5ème arrondissement de Paris), ils résident aux caves du Clos L’Évêque à Bourgneuf-Val-d’Or (Saône-et-Loire) avec trois de leurs enfants, François (né le 26 janvier 1935), Marie-Josèphe (21 janvier 1936) et Marie-Louise (27 décembre 1940) (l’aînée, Michèle, née en juillet 1930, semble avoir disparu avant la guerre).
Très tôt, les époux Viard s’opposent à l’occupant en fournissant des renseignements aux premiers embryons d’organisations, facilitant la transmission de documents destinés aux Alliés et apportant leur aide aux prisonniers évadés. Dénoncé par son comptable, un dénommé Fourdraine, agent du SRA (par la suite condamné à mort par la Cour de Justice de Dijon), les Allemands décident de tendre un piège aux époux Viard en leur envoyant un soi-disant officier anglais évadé. Le 9 octobre 1941, tous deux sont arrêtés par la GFP pour aide au passage de la ligne de démarcation située à proximité immédiate de leur domicile.
Internés à Châlons-sur-Saône puis à Dijon, ils furent ensuite transférés à Fresnes. Le 15 décembre 1941, ils sont déportés en Allemagne dans le cadre strict de la procédure « Nacht und Nebel » définie par le décret Keitel qui est formé de trois textes : un texte du 7 décembre constituant l’exposé des directives (Richtlinien), assorti d’une note d’accompagnement datée du 12, qui est également la date de publication de la première ordonnance d’application. Le texte du 7 décembre prévoyait de déporter dans le cadre de cette procédure les individus non-allemands ayant commis des « actes délictueux […] dirigés contre le Reich ou la puissance occupante et qui constituent une menace pour leur sécurité ou leur force combative » dans le cas où une condamnation à mort ne pourrait être prononcée rapidement avec certitude (une directive du 2 février 1942 signée du chef de l’Abwehr, le général Canaris, donnait huit jours à dater de l’arrestation pour clore la procédure).
Arrivés à Hagen le lendemain de leur départ de la gare de l’Est, ils sont ensuite détenus à Cologne où le Sondergericht les condamne à mort, peine qui sera par la suite suspendue. C’est dans cette prison que les chemins d’Antoinette et de Maurice se séparent.
Une de ses camarades, Lucie Primot, se souvient d’Antoinette qu’elle connut à ce moment-là :
« J’ai fait connaissance d’Antoinette à la prison de Cologne au printemps 1943. Elle était à ce moment-là, comme moi, assistante d’une condamnée à mort et nous faisions la promenade tous les jours (sauf le dimanche) ensemble.
Ce qui m’avait frappé en elle, la première fois que je la vit, c’est sa démarche très fière (elle marchait très souvent en tenant relevé son tablier) et ses cheveux blonds qu’elle partageait en quatre, elle en faisait quatre nattes qui auréolaient sa tête à la façon autrichienne.
Par la suite elle me dit d’ailleurs qu’elle aimerait conserver cette coiffure, plus tard, même dans le civil. Pendant les plusieurs mois que nous étions à Cologne, je ne pus tenir de grandes conversations avec elle. Au cours des promenades, en cachette des surveillantes, elle m’apprit qu’elle était de Mercurey, qu’elle avait trois enfants et qu’elle avait été arrêtée avec son mari en octobre 1941. Elle avait, courant mars ou avril, passé au tribunal avec Monsieur Viard mais le jugement avait été suspendu.
Courant juin et début juillet, nous eûmes à subir de très gros bombardements. Les quartiers environnants, la prison furent anéantis.
Le 9 juillet la prison fut atteinte assez sérieusement. Dans la matinée on dut toutes nous évacuer, nous étions encore à ce moment-là une centaine de Françaises et peut-être cinq cent à sept cent Allemandes.
On nous fit traverser, à pied, une partie de la ville en démolition et même en flammes puis quand cela fut possible on nous fit monter dans un camion qui nous transporta à Rheinbach (environ 40 à 50 km de Cologne) au Zuchthaus (maison de travaux forcés pour hommes). Là comme à Cologne on nous remit en cellule. Je ne pus m’approcher d’Antoinette car on nous remit chacune avec la condamnée à mort. La personne qu’Antoinette assistait était ‘Jeanne Salou’ de Brest arrêtée pour une affaire d’anglais. C’était une célibataire d’une quarantaine d’années, professeur d’Anglais. J’ai su qu’elle était encore à la fin de l’an dernier en bonne santé, mais je n’ai rien appris d’elle depuis. Quant à la seconde assistante, c’était une Lorraine, sœur d’un jeune prêtre expulsé de Moselle qui se trouvait dans les environs de Saint-Dié. Dernièrement, j’ai appris que cette pauvre Marie Guldner était morte en captivité à Bergen.
Ce n’est que quinze jours plus tard, c’est-à-dire vers le 23-24 juillet que je pus faire vraiment la connaissance d’Antoinette. À cette date, on nous fit partir à 12 : les six condamnées à mort et les six assistantes, à Essen. Dès la première heure de ce transport, nous nous mîmes ensemble et nous ne nous sommes plus quittées jusqu’à la mi-août. Nous n’avons guère vraiment vécu ensemble que pendant ces trois semaines, mais dès le début, nous éprouvions l’une pour l’autre une grande sympathie qui se mua de suite en affection. Et nous avons beaucoup parlé ensemble de ce qui nous tenait le plus à cœur, c’est-à-dire des nôtres laissés sans nouvelles, de notre passé et de l’avenir qu’Antoinette voulait faire si beau…
Ensemble aussi, nous avons parlé du motif de notre arrestation, de nos interrogatoires, jugements, car comme Madame et Monsieur Viard, j’avais été jugée à Cologne en juin 1943 et mon jugement avait été suspendu pour complément d’enquête. Le motif pour lequel nous avions été arrêtées était un peu dans le même ordre d’idées, j’étais là pour avoir aidé des prisonniers de guerre dans leur invasion [sic] et des Lorrains dans leur désertion. Antoinette me dit qu’eux aussi, avaient travaillé dans ce sens.
Mais il y avait eu dénonciation (est-ce de la part de plusieurs personnes… je ne sais). Mais ce qui était certain c’est qu’elle a retrouvé dans la première prison qu’elle fit en France […] un déserteur allemand, homme que votre fille et son mari avaient hébergé, puis aidé, à qui ils avaient même je crois donné des indications pour s’engager dans la Légion Étrangère. Il s’était présenté chez eux comme un soldat anglais resté en France après juin 1940. Antoinette et lui purent se dire quelques mots dans un couloir. Elle lui demanda : ‘Pourquoi nous avez-vous vendu ? Ne pouviez-vous penser à nos enfants.’ Et il lui répondit : ‘La première faute revient à votre Maréchal, j’étais sincère, mais il nous a tous rendus légionnaires allemands aux mains des nôtres.’ Il avait été interrogé sur sa désertion et avait parlé de Clos-l’Évêque. Mais les Allemands connaissaient beaucoup d’autres choses encore et, si je me rappelle bien, Antoinette soupçonnait d’autres délations.
Elle fut emmenée ainsi que Monsieur Viard à la Santé puis fin décembre 1941 (si ma mémoire est exacte), elle fut embarquée ainsi qu’une vingtaine d’autres femmes et beaucoup plus d’hommes pour l’Allemagne. Son convoi était un des premiers de déportés. Elles voyagèrent dans un train de permissionnaires, chaque femme seule dans un compartiment. Antoinette devait atterrir à Munich, à la Grande prison centrale. Elle fut mise en cellule seule. La propreté y était très grande et le manger assez suffisant. Elle eut de nouveau à subir plusieurs interrogatoires très serrés, et, si je me rappelle bien, il s’agissait plutôt d’inculpation de renseignements pour un service ennemi. En cellule, on lui donna à tricoter des vestes de laine à côte (genre sport d’hiver) pour une grosse maison de tricot.
Ce tricot lui était un grand dérivatif, mais elle était par moments très découragée car elle ne pouvait correspondre avec personne, ne connaissait aucune nouvelle. La pensée de son foyer à l’abandon lui revenait sans cesse. Environ trois ou quatre mois plus tard, la solitude commença à lui peser, elle résolut de sortir de là coûte que coûte. Elle simula l’hallucination en face de ses surveillantes et au bout d’un certain temps elle fut envoyée à la psychiatrie. Là bien que dans un milieu tout à fait différent du sien, la plupart étaient des criminelles allemandes, ou des femmes dévoyées, elle commença à revivre. Elle se rendit indispensable à l’infirmière surveillante en l’aidant dans tous les soins et travaux dans cette salle. Elle me dit, par la suite, qu’elle fit là les travaux les plus rebutants, mais elle les faisait avec plaisir, il lui semblait racheter son bonheur. Le docteur se rendit compte qu’elle était absolument normale, mais l’infirmière tint à la garder.
Là, elle eut pendant plusieurs mois une très bonne amie, une certaine Madame Bencker (je crois) femme de la haute société allemande anti-nazi (son fils travaillait en Amérique contre Hitler). Elle était de Munich, avait été mariée à un officier supérieur allemand, mais sa famille maternelle était de souche française. Aussi elle parlait français, aimait beaucoup la France et avait énormément voyagé.
Mais vers la fin de décembre 1942 ou début de janvier 1943 on remit Antoinette en civil et on l’emmena en transport jusqu’à Cologne (transport d’au moins quinze jours, toujours très fatigant) en passant par l’Allemagne centrale. Arrivée à Cologne on la mit en salle avec dix ou quinze Françaises. Elle était très heureuse de se retrouver avec des compatriotes et de connaître quelques nouvelles. Je sais qu’elle s’était fait une amie d’une jeune fille Annie Viors, environ 18 ans, du Nord, mais j’ai appris récemment sa mort à Ravensbrück. Elle resta là environ deux mois et ensuite fut descendue au rez-de-chaussée pour assister une condamnée à mort comme je vous en ai parlé au début de ma lettre.
Elle fut appelée au tribunal ainsi que Monsieur Viard pour le jugement. On les avait amenés un peu en avance dans le box des accusés et là ils se virent pour la première fois. Antoinette trouva son mari vieilli, mais il se portait encore bien. Ils purent se glisser quelques mots. Elle apprit que lui aussi avait été à Munich et s’était également fait mettre à la psychiatrie. Il lui dit d’ailleurs de ne pas s’inquiéter car il allait continuer à jouer le malade. En effet, il était agité de tics nerveux et quand on l’interrogea sur son identité, ne répondait pas nettement. Le président lui demanda la situation de Mercurey par rapport à Autun. Je sais qu’Antoinette me dit qu’il lui répondit exactement le contraire. Alors votre fille prit la parole, dit qu’elle ne reconnaissait plus son mari, que certainement il était atteint de maladie mentale, que ce n’était pas rare dans la famille, et parle d’une cousine enfermée dans une maison de santé.
Le président suspendit la séance, remise à une date ultérieure. Monsieur Viard devant être mis en observation à la psychiatrie de la prison de Cologne. En juin 1944, elle sut par l’aumônier allemand qui venait de temps à autre visiter les condamnés à mort, que son mari venait d’être remis en cellule, qu’il était en parfaite santé.
Puis ce fut les gros bombardements et l’évacuation dont je vous ai parlé. Puis 15 jours à Rensbach [sic] où nous nous sommes remises dans le calme puis de nouveau le transport pour Essen qui dure huit jours. On nous fit de nouveau passer par Cologne mais une nuit et dans un faubourg de la ville, puis 15 jours à Dusseldorf avec chaque nuit, bombardement sur la ville. Dortmund, une nuit à Essen, on nous mit avec une troisième dans la même cellule.
Et c’est là vraiment que j’ai pu connaître, apprécier et aimer Antoinette. Aussi toutes deux avons eu une très grosse peine quand on la fit repartir en transport. Antoinette à ce moment-là était si gaie : nous venions d’échapper à la mort, elle espérait son mari en bonne santé, nous venions d’apprendre la défection du roi d’Italie auprès de l’Allemagne et son ralliement aux Alliés. Tous les espoirs nous étaient permis, nous voyions une fin toute proche et nous ébauchions déjà des projets d’avenir.
Je devais revoir Antoinette un an plus tard ; août 44, en Silésie, à Jauer au Zuchthaus (maison de travaux forcés pour femmes). Malheureusement je ne fus pas placée dans la même salle qu’elle. Je pus encore parler trois fois avec elle à la chapelle pendant la messe que nous avions pu obtenir et étant dans une salle voisine, nous nous écrivions souvent en fraude.
À ce moment-là je venais de Breslau où j’avais été condamnée à mort, puis quatre mois et demi après le recours en grâce, étant acceptée, j’avais été dirigée sur Jaires [sic]. Antoinette s’y trouvait peut-être depuis deux ou trois mois. Je sus qu’après Essen elle avait été emmenée à Flussbach (petit camp près de la ville de Wittlich) à environ 50 kms de Trèves où elle devait être à nouveau jugée. Puis 15 jours plus tard la cour ne voulant plus siéger à Wittlich elle fut encore emmenée à Cologne où elle fut jugée ainsi que son mari. Grâce au témoignage du docteur la peine de mort de Monsieur Viard fut aussi commuée en travaux forcés à perpétuité. Je ne suis plus certaine mais je crois qu’Antoinette fut condamnée de suite à la même peine. Elle resta encore plusieurs semaines à Cologne puis elle fut dirigée sur Lubeck étant en partie évacué, elle fut dirigée ainsi que 150 à 200 Françaises sur Jairer [Jauer] où je devais la retrouver. Là, elle fut mise dans une grande salle (environ 150 Françaises et Belges, quelques Anglaises, Hollandaises, Norvégiennes) et comme deux ans et demi plus tôt à Munich, on la fit tricoter pour une grosse maison de tricot de Berlin. Le manger était propre mais insuffisant, nous avions une demie-heure de promenade surveillée par jour, habillées d’une robe de toile noire avec bande jaune sur le bras, mais d’après les lettres que nous avons pu échanger son moral ainsi que sa santé étaient très bons.
Elle avait dans la salle quelques bonnes amies, entre autres Mini d’Augel de Belfort, fille d’un boulanger-pâtissier, elle avait fait partie en 41 du même convoi pour l’Allemagne.
D’ailleurs notre moral à toutes était excellent, nous arrivions à savoir de temps en temps des nouvelles de l’extérieur et apprenions au fur et à mesure l’avancée de nos alliés en France. Nous savions que les nôtres étaient libérés et cela déjà était beaucoup. Puis à la fin de 44 on sut que les Russes approchaient beaucoup de notre côté. Déjà plusieurs prisons polonaises avaient été évacuées à Jainer [sic]. Et en janvier 45 on parla pour nous-mêmes d’évacuation. Milieu janvier on prépara un convoi de Françaises, environ une centaine. Antoinette en faisait partie. Elles furent remises en civil et parti [sic] la nuit en camion. Nous avions pu savoir le soir-même qu’elles se dirigeaient sur Ravensbrück.
On recommença à préparer un deuxième convoi, dont je devais faire partie, j’étais déjà en civil, mais les Russes arrivant brusquement sur Breslau empêchèrent notre départ vers la même direction. Les SS arrivèrent et on nous mit toutes sur la route…
Un mois après nous arrivions à Aichach en Bavière (50 km de Munich) et où nous avons été libérées le 29 avril.
Et voici, chère Madame, toute notre odyssée. Il me semble que si Antoinette avait pu faire partie de mon convoi alors elle serait maintenant auprès de vous et de ses chers petits. Elle était si courageuse et voulait tant vivre pour eux.
J’espère pouvoir savoir quelque-chose d’elle après son arrivée à Ravensbrück, aussitôt je vous le ferai savoir, de même si vous apprenez une nouvelle quelconque d’Antoinette ou de Monsieur Viard avant moi, je vous serais infiniment reconnaissante de me le faire savoir.
En attendant j’espère et je prie.
Veuillez embrasser ses trois petits pour elle et moi.
Chère Madame, je me permets de vous embrasser très respectueusement.
L. Primot. »
Quant à Maurice, après un passage à la prison de Wittlich du 10 juillet au 26 août 1943 (numéro 79/2), période au cours de laquelle il est hospitalisé pour un problème cardiaque, il retourne à Cologne avant de rejoindre Sonnenburg à l’été 1944 (n° 497/44). Antoinette arrive quant à elle à Lubeck-Lauerhof le 9 novembre 1943 et, le 28 avril 1944, les Allemands décident de procéder à son transfert qui intervient le 9 mai, date où elle arrive à Jauer (numéro 177/44). Pendant ce temps, leur famille, dans l’ignorance de leurs sorts, multiplie les démarches, notamment auprès de Fernand de Brinon (Ambassadeur de France, Délégué général du Gouvernement Français pour les Territoires occupés) alors que le frère de Maurice, qui est également son associé, va jusqu’à écrire directement au Führer le 4 décembre 1942. Le 14 novembre 1944, comme la plupart des hommes détenus à Sonnenburg, Maurice Viard est dirigé sur le camp de concentration de Sachsenhausen où il reçoit le matricule 117276. Il est ensuite envoyé au Kommando d’Heinkel mais rapidement, il tombe malade et il est ramené au camp central où il entre au Revier. Le 13 février 1945, il quitte Sachsenhausen avec le premier convoi prenant la direction de l’Autriche dans lequel se trouvent un nombre important de malades et d’inaptes au travail. Il arrive le 16 à Mauthausen et réchappe au massacre d’une partie des nouveaux arrivants perpétré par les Allemands au cours de la première nuit et reçoit le matricule 132343 le lendemain, jour où il intègre la quarantaine. Maurice Viard ne quittera pas le camp central où sa femme arrivera le 7 mars, après avoir quitté Jauer pour Ravensbrück où elle était arrivée le 24 janvier 1945 et reçu le matricule 102427.
Le 2 mars, elle avait quitté le Block 32 de Ravensbrück où avaient été regroupées les femmes classées NN [« Nacht-und-Nebel »], et après 5 jours de transport elle était arrivée en compagnie de 568 ou 569 Françaises à Mauthausen où elle s’était vu attribuer le matricule 2743 de la série des femmes. Le 17 mars 1945, elle quittait l’Autriche avec 66 Françaises et 626 autres femmes pour la plupart âgées ou malades, dont beaucoup avaient été marquées d’un « K » (Krank) lors des formalités subies à l’arrivée à Mauthausen. Antoinette Viard est décédée au cours du transport ou peu après son arrivée à Bergen Belsen. On ne sait si pendant les dix jours qu’elle passa à Mauthausen, elle a pu savoir que son mari se trouvait dans le même camp et si, comme certaines, elle put échanger quelques mots avec lui. Le 24 mars, Maurice était admis au Revier. Il s’est éteint au Block 12 du Sanitätslager le 1er avril 1945.
Antoinette et Maurice Viard ont été cités à l’Ordre de l’Armée et se sont vu attribuer la Croix de Guerre avec Palme (Journal officiel du 3 mars 1949). Ils ont obtenu la mention « Mort pour la France » et le titre de déporté résistant le 10 juin 1952.
Adeline Lee
Sources :
SHD, dossier MED 21 P 547546 (Antoinette), 21 P 547551 (Maurice), LA 5651 (Dossier tribunal allemand), 26 P 1120 (rapport Kanthak), MA 41/8, 12/4, RA 2/19, 26 P 1134 registre original des femmes, Häftling-Personal-Karte (Maurice).
Archives de l’Amicale de Mauthausen, pochette 451/3 : Convoi venant de Sachsenhausen par Juan de Diego (3ème secrétaire à la Schreibstube de mars 1941 à la libération), Archives Nationales, F/9/5577, audition de De Dionne par Mlle Chalufour (chargée de mission au Service de Recherche des Crimes de Guerre ennemis à Paris) le 11 août 1945.
Bibliographie :
Jonca Karol, Konieczny Alfred, Nuit et Brouillard, NN. L’opération terroriste nazie, 1941-1944, la vérité, Documentation historique, 1981, 581 p.
La Martiniére Joseph (de), La procédure Nuit et Brouillard, nomenclature des déportés NN, matériaux pour l’histoire des prisons, des camps et des tribunaux, Tome I : Hinzert-Porto-Sonnenburg ; Tome II : Deuxième liste et procédures militaires en Allemagne, femmes françaises déportées NN ; Tome III : 3ème liste et Natzweiler, Nord-Pas-de-Calais, Lignières de Touraine, Joseph de la Martinière, 1996-1997, pagination multiple.
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