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Aleksander Siemionow 1908 - 1942 Bearbeiten

Geboren 15.5.1908 in Płock
Gestorben 9.7.1942 in Gusen

Biografie

Aleksander Siemionow wurde 1908 in Płock (dt. Schröttersburg) geboren. Er war russischer Abstammung, von Beruf Maschinist und arbeitete als Schlosser bei der Weichsel-Schifffahrt in Płock. Aleksander war verheiratet und hatte zwei Kinder. Am 21. Januar 1941 stellte er an die Russisch-Deutsche Umsiedlungskommission in Königsberg einen schriftlichen Antrag auf Umsiedlung nach der Sowjetunion zum dauerhaften Aufenthalt mit seiner Familie. Der russischsprachige Brief wurde beschlagnahmt und ins Deutsche übersetzt. Der darin enthaltene Satz: „ich fühle, dass ich unter Menschen in der Sowjetunion leben muss“, erweckte bei den Polizeibeamten besondere Bedenken. Etwa ein Jahr später, am 26. Februar 1942, wurde er unter Verdacht einer antideutschen Betätigung festgenommen. In der Vernehmung bestätigte er seine russische Abstammung: „Ich bekenne mich zum russischen Volkstum, da meine Großelter und Eltern aus Russland stammen. Ich habe mich immer als Russe gefühlt“. Die Gestapo Zichenau (Ciechanów) sah ihn als „verstockten Kommunisten, der alleine aus politischen Gründen die Umsiedlung nach der UdSSR anstrebt. Sein ganzes Verhalten lässt darauf schließen, dass er nur kommunistisch eingestellt ist und das Deutschtum in jeder Weise ablehnt“. Unter Spionageverdacht beantragte man für Aleksander die Einweisung ins KZ Mauthausen. Am 22. Mai 1942 kam er ins KZ Auschwitz, jedoch schon am 9. Juni erfolgte über Auftrag des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes in Oranienburg seine Überstellung nach Mauthausen. Einen Monat später verstarb Aleksander dort an „Hirnhautentzündung“.

 

Dr. Katarzyna Woniak, Universität Augsburg

 

Quelle:

Personalakte von Aleksander Siemionow, in: Instytut Pamięci Narodowej Warszawa, Sign. IPN GK 629/5744 (Bestand: Gestapo Zichenau)

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