Franc Brežjak 1885 - 1944 Bearbeiten
Geboren 31.7.1885 in Altendorf / Stara vas
Gestorben 7.4.1944 in Mauthausen
Biografie
Franc Brežjak (Franz Breschjak, Brezjak) wurde 1885 in der Südkärntner Gemeinde Vellach als Sohn des Besitzers Alexander Brežjak und seiner Frau Ursula geboren. Später übernahm er den elterlichen Bauernhof vlg. Šemun in Blasnitzen/Plaznica und zog mit seiner Frau Neža in dem kleinen Ort Blasnitzen vier Söhne groß. Ihre Kommunikationssprache war das Slowenische und sie verstanden sich als Kärntner Slowenen.
Als im Sommer 1942 die Partisanen mit ihrem Widerstand auch in das abgelegene Blasnitzen kamen, fanden sie in der Familie Brežjak bald zuverlässige Unterstützer. Sie wurden hier mit Lebensmitteln versorgt, bekamen wichtige Informationen und fanden gelegentlich auch ein Dach über dem Kopf. Am 13. Juli 1943 wurde der Familienvater auf Grund seiner Unterstützungsleistungen verhaftet und von der Klagenfurter Gestapo unmittelbar darauf in das KZ Dachau eingewiesen, wo er am 31. Juli 1943 als Schutzhäftling mit der Häftlingsnummer 50.079 registriert wurde. Einen Monat später fand er sich im KZ Mauthausen wieder, wo er unter der Häftlingsnummer 34.647 geführt wurde. Im März 1944 musste Franz Brežjak in das sogenannte Sanitätslager. In der Todesmeldung des Lagers wurde der 7. April 1944 als Todestag angeführt. Als Todesursache führten die Unterlagen eine »eitrige Hirnhautentzündung« an. Franc Brežjak wurde 58 Jahre alt.
In der Folge schloss sich Ende Juli 1944 sein 17-jähriger Sohn Mirko als Kämpfer den Partisanen an. Der Älteste, Franc, war bereits 1941 zur Wehrmacht eingezogen worden. Als er im Oktober 1944 endlich auf Heimaturlaub kam, desertierte er und ging ebenfalls zu den Partisanen. Unmittelbar darauf wurde die Mutter mehrmals verhört. Sie musste schließlich, um der drohenden Verhaftung zu entgehen, mit ihren beiden Töchtern fliehen. Sie fanden Aufnahme bei den Partisanen und wurden im von den Partisanen befreiten Savinja Tal/Savinjska dolina bei einer Bauernfamilie untergebracht. Unmittelbar nach ihrer Flucht wurde ihr Hof völlig ausgeplündert.
Brigitte Entner
Slowenisches Wissenschaftliches Institut – Slovenski znanstveni institut Klagenfurt/Celovec
Quellen:
Archiv der Diözese Gurk in Klagenfurt (Pfarre St. Philippen ob Sonnegg/Šentlipš, Geburtsbuch);
Archiv KZ-Gedenkstätte Dachau;
Archiv des Slowenischen wissenschaftlichen Instituts in Klagenfurt;
International Tracing Service, Bad Arolsen.
Literatur:
Brigitte Entner, Wer war Klara aus Šentlipš/St. Philippen? Kärntner Slowenen und Sloweninnen als Opfer der NS-Verfolgung. Ein Gedenkbuch. Klagenfurt – Wien/Celovec – Dunaj 2014, 201‑202.