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André Girard-Clot 1897 - 1944 Bearbeiten

Geboren 11.3.1897 in Grenoble
Gestorben 3.5.1944 in Mauthausen

Biografie

Girard-Clot wurde am 11. März 1897 in Grenoble geboren. Während des Ersten Weltkriegs wurde er eingezogen und schwer im Gesicht verletzt. Er war Mitglied des Kirchenvorstands der Eglise Réformée de France (Reformierte Kirche in Frankreich, heute Vereinigte Protestantische Kirche Frankreichs) in Grenoble. Während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung schloss er sich mit seiner Frau Marguerite und seinen Schwestern dem Widerstand an und beteiligte sich an dem von den Pastoren Charles Westphal und Jean Cook geschaffenen Rettungsnetzwerk für jüdische Kinder. Er und seine Familie schafften es, 40 jüdische Kinder unterzubringen. Sein Leinwandladen diente als Logistikbasis und "Briefkasten" für den Widerstand. Er war verwandt mit Pierre Lortic, einem Studenten der Theologischen Fakultät von Paris, und half ihm und seinen Kameraden aus Montpellier, sich im August 1943 in Tréminis nördlich von Grenoble in einem Wald niederzulassen, in dem es bereits ein Maquis-Lager gab. Mit Hilfe des Försters Jean-Marie Tref versorgte er sie mit Kleidung und Essen. Aber am 19. Oktober 1943 entdeckte die Wehrmacht den "Maquis der Theologen" und verhaftete die anwesenden Studenten. André Girard-Clot wurde am 28. Oktober in seinem Haus festgenommen. Seine Mutter hatte ihn zwar gebeten, sich zu verstecken, aber er weigerte sich, weil er nicht wollte, dass sein Vater an seiner Stelle verhaftet wird. Er wurde am 25. November 1943 vom deutschen Militärgericht in Lyon zu lebenslanger Haft verurteilt. André Girard-Clot, Jean-Marie Tref und vier verhaftete Studenten (S. Fabre, Laroche, Lescoute, Siguier) wurden am 15. März 1944 nach Compiègne und am 26. nach Saarbrücken gebracht. Von dort wurden sie in das KZ Mauthausen deportiert, wo sie in verschiedene Lager verteilt wurden. André Girard-Clot (Häftlingsnummer: 64128) starb am 2. Mai 1944 in Mauthausen[1]. Er hinterließ eine Witwe und sechs Waisenkinder. Durch einen Erlass vom 11. März 1947 wurde ihm posthum die Medaille des Befreiungsordens verliehen. Ein Saal hinter dem Grenoble-Tempel ist nach ihm benannt und heißt „André Girard-Clot-Saal“.

François Boulet und Gilles Vidal, Übersetzung Deutsch: Irene Fischer

Der Text ist folgender Publikation entnommen und wurde von der Herausgeberin für den Raum der Namen bereitgestellt:

Michael Bünker/Dietlind Pichler (Hg.): Evangelische Pfarrer im KZ Mauthausen, Wien 2022.

Quellen:

D’après François Boulet: „Girard-Clot André“, in Patrick Cabanel/André Encrevé (Hrsg.), Dictionnaire historique des protestants français de 1787 à nos jours, (im Druck).

[1] Anm. d. Red. MM: Laut Totenbuch der SS starb er am 3. Mai. Siehe Sammlungen der KZ-Gedenkstätte der Mauthausen, Sign. MM/Y46/1620-1646.

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