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Jan Čipera 1889 - 1945 Bearbeiten

Geboren 16.8.1889 in Liteň u Berouna
Gestorben 1.5.1945 in Mauthausen

Biografie

Jan Čipera wurde in die Familie eines Oberlehrers geboren. Er war tschechicher Nationalität und römisch-katholischen Glaubens.

Er erwarb die Mittelschulbildung an einem tschechischen Realgymnasium in Prag III. Nach der Reifeprüfung besuchte er die Montanistische Hochschule in Příbram, die er mit dem Ablegen der zweiten Staatsprüfung im Fach Hütteningenieurwesen erfolgreich absolvierte. In den Jahren 1915 bis 1917 und 1921 bis 1924 war er dort als Assistent am Institut für allgemeines Hüttenwesen, Metallhüttenwesen und Salzsiederei tätig.

Im April 1917 trat er den Militärdienst an, in dessen Rahmen er – seit November desselben Jahres den Škodawerken in Pilsen zugeteilt – in der Eisen- und Metallgießerei angestellt war. Seit Beginn des darauffolgenden Jahres wurde er als Fachmann (Ingenieur-Chemiker) in das Zinnbergwerk der Škodawerke in Krupka bei Teplice versetzt, wo er als Vertreter des Werkvorstandes tätig war und die Erzherstellung beaufsichtigte. Im Rahmen seiner Tätigkeit ließ er dort neue Labors für Erzherstellung errichten. In seiner Funktion als Vertreter des Zinnbergwerkvorstandes führte er systematische chemische Analysen von Zinn- und Wolframerz-Fundorten in Krušné hory im Erzgebirge durch.

Im Jahre 1921 kehrte er an die Assistentenstelle am Lehrstuhl des allgemeinen Hüttenwesens an der Montanistischen Hochschule zurück. Seit dem akademischen Jahr 1923/1924 wurde er zum besoldeten Dozenten für die Lehre des Heizungswesens ernannt und seit dem Sommersemester 1925/1926 mit Vorlesungen über das Heizungswesen betraut, die die Brenntheorie, die Fragen des Heizungswesen fester, flüssiger und gasförmiger Brennmaterialien, das Verhindern von Wärmeverlust, die Ursachen des Entstehens von Rauch und dessen Einschränkung sowie Beseitigung umfassten. In Příbram hatte er parallel dazu auch eine Beamtenanstellung inne, in der er bis zum Ende der 1930er-Jahre wirkte. In den Jahren 1924 und 1925 war er gleichzeitig Professor an der staatlichen Gewerbeschule in Kladno. Ende des Jahres 1924 trat er die Stelle eines einstweiligen technischen Beamten der Maschinenabteilung Nr. 15 des Bauamtes der Hauptstadt Prag an, in deren Aufgabenbereich die Agenda der für Heizungsanlagen zuständigen Polizei und Kohlekontrolle fiel, gleichzeitig war er auch für die Kohlekontrolle für Prager Schul- und Gemeindegebäude verantwortlich. Im Jahre 1931 wurde er leitender technischer Kommissar der Hauptstadt Prag und seine Karriere im Dienste des Prager Magistrats wurde im Juni 1936 vollendet, als er zum technischen Rat der Hauptstadt Prag ernannt wurde. Gleichzeitig arbeitete er als wärmetechnischer Berater der Institute „Humanität“, des Vereins zur Pflege der Gesundheit der Arbeiterschaft in Prag, des Sanatoriums in Prosečnice, des Zentralen Krankenkassenverbandes und der Bezirkskrankenversicherung in Prag.

In den Jahren 1931 bis 1933 setzte er sich als Berater des Verbandes der Produzenten von Kachelwaren beim Zentralen Verband tschechischer Industrieller in seinem eigenen Privatlabor mit der Erforschung von Hausheizungsanlagen und moderner Öfen ebenso wie mit Fragen vollkommen rauchfreier Verbrennungsarten auseinander. In der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre beschäftigte er sich mit entsprechenden Forschungsarbeiten von Gewerbe- und Industrieheizanlagen. Seine neuen Erkenntnisse veröffentlichte er in Fachzeitschriften und hielt wissenschaftliche und populäre Vorträge.

In der Zeit des Protektorats lebte er abwechselnd in Prag und auf seinem Gut. Im Oktober 1944 wurde er wahrscheinlich gleichzeitig mit seiner Ehefrau von der Prager Gestapo verhaftet und in Untersuchungshaft in Prag-Pankrác genommen. Die Gründe für seine Verhaftung sind nicht näher bekannt, die Gestapo führte als Verhaftungsgrund die obligate „Unterstützung der Feinde des Reiches“ an. Nach der Urteilsverkündung wurde er ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert.

Jan Čipera starb in Mauthausen knapp vor der Befreiung am 1. Mai 1945 im Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Infektionserkrankung. Seine Ehefrau wurde nur einen Tag später, am 2. Mai 1945, in der Kleinen Festung in Terezín hingerichtet.

Michal Novotný

Michal Novotný ist Historiker und lebt in der Tschechischen Republik.

 

Aus dem Tschechischen von Jana Starek

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