Klara Goldberger 1913 - 1945 Bearbeiten
Geboren 5.4.1913 in Budapest
Gestorben 17.5.1945 in Mauthausen
Biografie
Die ungarische Jüdin Klara Goldberger wurde am 8. April 1913 in Budapest geboren. Ihre Eltern waren Iren Klein und David Gero. Ihr Ehemann hieß László Goldberger. Nach der deutschen Besetzung Ungarns wurde Klara 1944 von Budapest in das KZ Ravensbrück deportiert. Von dort gelangte sie im Jänner 1945 als Zwangsarbeiterin für den Junkers-Konzern in das Außenlager Venusberg bei Chemnitz, das dem Konzentrationslager Flossenbürg angehörte.[1] Dort wurde Klara mit der Häftlingsnummer 61901 und dem Geburtsdatum „5.4.13“ registriert.
Nach der Transportankunft weiterer 500 Jüdinnen aus Bergen-Belsen im Februar 1945 verschlimmerten sich die anfänglich erträglicheren Haftbedingungen erneut. Kranke Frauen hatten den Typhus mit nach Venusberg gebracht, und die tödliche Epidemie konnte nicht eingedämmt werden. Erst als die Front immer näher rückte, wurde das Lager am 14. April 1945 aufgelöst und Klara per Zug nach Süden evakuiert.
Frühestens am 28. April erreichte der Räumungstransport das KZ Mauthausen, wo die ausgezehrten und kranken Häftlinge am 5. Mai befreit werden konnten. Doch längst nicht allen Befreiten gelang es, zu überleben. Auch Klara dürfte zu den Todesopfern gehört haben und soll laut ungarischen Nachkriegsdokumenten am 17. Mai 1945 in Mauthausen verstorben sein.[2] Einer anderen Todeserklärung zufolge sei Klara Goldberger bereits am 31. Mai 1944 verstorben bzw. getötet worden. Diese Nachkriegsrekonstruktion[3] hingegen dürfte fehlerhaft sein.
Pascal Cziborra
Pascal Cziborra ist Bielefelder Autor und Historiker mit den Forschungsschwerpunkten KZ Flossenbürg und Frauen im Holocaust. 1981 in Chemnitz geboren, 1987 Ausreise in die BRD, 2006 Magister Artium an der Universität Bielefeld. Diverse belletristische und wissenschaftliche Publikationen seit 2001.
[1] Vgl. Pascal Cziborra: KZ Venusberg: Der verschleppte Tod (Bielefeld 2008).
[2] Item ID 6632512 – M.34.1 – Original Record No. m-I/4, Yad Vashem.
[3] Item ID 6638688 – M.34.1 – Original Record No. 207617/1047/49, Yad Vashem. Vgl. auch Item ID 5839328, Yad Vashem.