Richard Köster 1901 - 1945 Bearbeiten
Geboren 1.8.1901 in Luttum
Gestorben 7.5.1945 in Mauthausen
Biografie
Richard Köster wurde am 1. August 1901 in Luttrum, Kreis Verden an der Aller im heutigen Niedersachsen geboren. Bei der Gestapo war er als ehemaliger Fremdenlegionär mit Beruf Melker verzeichnet. Später arbeitete er auch als Schweißer.
Auf Anweisung der Kriminalpolizei Kassel wurde er nach seiner Strafverbüßung im Zuchthaus Kassel-Wehlheiden am 20. September 1943 in das KZ Buchenwald transportiert und dort in die Gruppe der „Berufsverbrecher“ und „Sicherungsverwahrten“ mit der Nr. 21.957 eingestuft.
Er wurden im Zusammenhang mit den Menschenversuchen des dänischen SS-Arztes und Sturmbannführers Carl Vaernet (1893-1965) im KZ Buchenwald kastriert. Vaernet setzte Homosexuellen anstatt der Hoden von ihm entwickelte künstliche Hormon-Drüsen ein und wollte auf diesem Weg Reichsführer-SS Heinrich Himmler überzeugen, dass Homosexualität heilbar sei (vgl. Davidsen-Nielsen 2004). Am 7. Oktober bzw. am 8. Dezember 1944 fand eine „Neuprüfung“ durch Vaernet bei ihm statt, bzw. wurde die Operation durch Vaernet durchgeführt.
Weiter ist von ihm nur noch sein Tod bekannt. Richard Köster starb zwei Tage nach der Befreiung des Lagers am 7. Mai 1945 im Hospital des KZ Mauthausen im Alter von 43 Jahren an allgemeiner Körperschwäche, die zu einer Kreislaufschwäche geführt hatte.
Rainer Hoffschildt
Rainer Hoffschildt wurde 1948 in Mecklenburg geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitete bis zur Pensionierung als Berater in einer Sozialbehörde in Hannover. 1980 begann er mit der Errichtung des Schwullesbischen Archivs Hannover. Publikationen, u. a.: Olivia. Die bisher geheime Geschichte des Tabus Homosexualität und der Verfolgung der Homosexuellen in Hannover (1992)
Quellen:
Archiv der Gedenkstätte Buchenwald. Ich danke Wolfgang Röll für die Informationen. Karteikarten im Hauptregister des ITS in Bad Arolsen.
Hand Davidsen-Nielsen: Carl Vaernet. Der dänische SS-Arzt im KZ Buchenwald. (Wien 2004)