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Wladimir Signori 1925 - 1945 Bearbeiten

Geboren 29.7.1925 in Auboué
Gestorben 2.3.1945 in Ebensee

Biografie

Egidio und Guglielma Signori ließen sich, eingewandert aus Italien und vor Mussolinis Faschismus geflüchtet, mit ihren drei Kindern Alda, Edilio und Aroldo im Jahr 1922 in der französischen Bergarbeiterstadt Homécourt (54-Frankreich) nieder. Dort wurde am 14. März 1923 Elio geboren, am 29. Juli 1925 folgte Wladimir in Auboué. Anfang der 1930er-Jahre zogen sie, angezogen von der Berühmtheit der Fayence-Manufaktur Fenal, nach Pexonne (54), wo im Jänner 1935 Léda, das sechste Kind der Familie, das Licht der Welt erblickte.

Edilio war in der Fayence-Manufaktur angestellt und heiratete am 15. Dezember 1934 Raymonde Job, mit der er zwei Töchter hatte: Huguette (geboren 1935) und Arlette (geboren 1939). Aroldo war, nachdem er seinen Wehrdienst beim 15. Jägerbataillon zu Fuß in Remiremont (88) absolviert hatte, bei der Eisenbahn in Blaineville-sur-l’Eau angestellt und mit Georgette Lecrerc aus Pexonne verlobt. Elio trat in die Fußstapfen seines Vaters und seines älteren Bruders und wurde Töpfer bei Fenal. Und auch Wladimir kam, wie sein Vater und seine zwei Brüder, in der Fayence-Manufaktur unter, nachdem er seinen Wehrdienst bei der Pioniertruppe in Bonnières absolviert hatte. Die vier Brüder sorgten für Unterhaltung in einem Kaffeehaus im Zentrum, das von Frau Michel betrieben wurde: Edilio am Schlagzeug, Aroldo an der Klarinette, Elio an der Ziehharmonika und Wladimir am Saxophon oder an der Trompete.

Alle vier Brüder Signori gehörten zu den 112 Geiseln von Pexonne (54), die während der Razzia am Sonntag, den 27. August 1944, in der Ortschaft Pexonne vom Kommando Wenger des Sicherheitsdienstes festgenommen wurden, dessen Aufgabe in der Bekämpfung der Partisanen in den Ausläufern der Vogesen bestand. Aroldo, Elio und Wladimir wurden aus ihren Betten gerissen – vor den Augen ihrer Nichte Huguette, die, zwischen Bohnenstangen versteckt, die Szene mitansah. Sie wurden mit anderen Geiseln zum Kirchenplatz geführt. Alda, ihre ältere Schwester, die von den anderen Frauen im Dorf davon abgehalten wurde, ihren Brüdern die Personalausweise zu bringen, befürchtete, dass es ihr genauso ergehen könnte und versteckte sich in der Orgelempore der Kirche. Edilio, der fortgegangen war, um auf der Combelle Gras für die Hasen zu mähen, wurde auf dem Rückweg vor der laufenden Razzia gewarnt. Fahnenflüchtig vor dem Arbeitspflichtdienst, machte er sich wegen seiner Abwesenheit Sorgen um seine Brüder. Er beeilte sich, schnellstmöglich ins Dorf zurückzukommen. Sofort wurde er samt seines Handwagens festgenommen. Er war die 112. und letzte Geisel.

Die vier Brüder wurden nach Baccarat gefahren, dann am 31. August 1944 in das KZ Natzweiler überstellt, um von dort am 2. September 1944 nach Dachau „evakuiert“ zu werden, da die Deutschen einen Angriff der Résistance auf das KZ Natzweiler fürchteten. Sie kamen am 4. September 1944 in Dachau an, wurden am 14. September 1944 ins KZ Mauthausen deportiert und von dort am 23. September 1944 nach Ebensee überstellt, und nie voneinander getrennt.

Nur Elio durfte am 6. Mai 1945 die Freude über die Befreiung aus dem Lager Ebensee erleben. Geschwächt verstarb aber auch er am 4. Juli 1945 in Paris im Krankenhaus Salpêtrière, in das er am 29. Mai 1945 eingeliefert worden war.

Guillaume Maisse

Guillaume Maisse ist der Enkel von Georges Belin und forscht zur Geschichte von 83 Frauen und Männern, die am 27. August 1944 aus Pexonne, Frankreich, in die nationalsozialistischen Lager deportiert wurden. 69 Menschen wurden in Mauthausen inhaftiert, nur 18 von ihnen überlebten.

 

Aus dem Französischen von Andrea Peyrou

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