Gerrit van Amerongen 1924 - 1945 Bearbeiten
Geboren 18.1.1924 in Amersfoort
Gestorben 9.3.1945 in Mauthausen
Biografie
Gerrit van Amerongen war das älteste der zwei Kinder von Gijsbert van Amerongen und Lydia Diepeveen. Im April 1927, einen Monat vor der Geburt von Gerrits kleiner Schwester Jannetje, zogen seine Eltern von Amersfoort nach Veenendaal um, wo sie in der Hoogstraat ein Geschäft für Inneneinrichtung eröffneten.
Als einziger Sohn war es Gerrit vorbestimmt, später das Geschäft von seinem Vater zu übernehmen. Er ging zur Fachschule für Einzelhandel, absolvierte ein einjähriges Praktikum bei der Möbelfabrik Koekoek in Barneveld und arbeitete für sein Handelsschuldiplom.
Ab seinem 14. Lebensjahr war Gerrit ein begeistertes Mitglied des Jugendvereins der Niederländisch-Reformierten Kirche in Veenendaal. Seine große Liebe galt jedoch der klassischen Musik; er hörte mit Begeisterung Radiokonzerte, spielte selbst Orgel und sang in einem Chor.
1942 wurde zum Arbeitsdienst einberufen. Gerrit traute sich nicht unterzutauchen und so wurde er am 30. Oktober nach Berlin geschickt, wo er in Spandau eingesetzt wurde. Nach knapp einem halben Jahr Zwangsarbeit gelang ihm die Flucht, und nach einer tagelangen risikoreichen Reise, kam er zu Hause an. Einige Tage später wurde für ihn ein Versteck bei Verwandten gefunden, aber nach anderthalb Wochen wurden die Häuser in der Straße durchsucht und Gerrit musste flüchten. Zu Fuß erreichte er Meteren, wo er bei einem Prediger Zuflucht suchte. Dieser informierte jedoch die Polizei in Veenendaal.
Nachdem er eine Woche in der Polizeidienststelle in einer Zelle gesessen war, wurde er nach Amsterdam überstellt. Nachdem er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, wurde er zuerst nach Amersfoort und anschließend nach Vught geschickt. Jemand, der ihn dort im Sommer 1944 gesehen hatte, erzählte, dass es ihm damals schlecht ging.
Im September, einen Monat vor dem Ablauf seiner Haftstrafe, wurde er nach Sachsenhausen deportiert. Von dort kam er am 16. Februar 1945 mit einem Transport in Mauthausen an, wo er einige Wochen später 21-jährig starb.
Henny E. Dominicus
Stichting Vriendenkring Mauthausen
Quelle:
Henny E. Dominicus: Mauthausen. Een Gedenkboek (Amsterdam 1999): online abrufbar (pdf)