Tibor Szabó 1930 - 1945 Bearbeiten
Geboren 23.6.1930 in Veľký Loučky / Velyki Luchky
Gestorben 8.3.1945 in Melk
Biografie
Tibor Szabó wurde am 23. Juni 1930 geboren. Er wohnte mit seinem Vater Bela (*1893) in seinem Geburtsort Veľký Loučky in der heutigen Ukraine und war dort Lehrling.
Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde er im Frühjahr 1944 in das KZ Auschwitz-Birkenau in Polen eingewiesen. Tibor war dort als „jüdischer“ Häftling ungarischer Nationalität registriert.
Am 28. Mai 1944 wurde Tibor in das KZ Mauthausen überstellt und am 2. Juni 1944 weiter in das KZ-Außenlager Melk transportiert. Er war dort als „Hilfsarbeiter“ beim Projekt „Quarz“ eingesetzt. Daher musste er unter unmenschlichen Bedingungen schwerste körperliche Arbeit beim Bau der unterirdischen Stollenanlage in den Wachberg bei Roggendorf in der Nähe von Melk leisten.
Mit ihm gelangte auch sein Vater Bela Szabó von Auschwitz über Mauthausen nach Melk.
Wie tausende weitere Häftlinge überlebte Tibor die Lebensbedingungen im KZ Melk und die miserablen Konditionen bei der Arbeit nicht. Tibor Szabó starb am 8. März 1945 im Alter von 14 Jahren. Seine offizielle Todesursache lautete „akute Herzschwäche“. Die offiziellen Todesursachen verschleierten aber die wahren Hintergründe: prinzipiell kamen die meisten Häftlinge im KZ Melk wegen der katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen ums Leben.
Christina Kandler, Verein MERKwürdig – Zeithistorisches Zentrum Melk
Quellen:
Internationaler Suchdienst, Arolsen Archives, Einträge für Tibor Szabo, online unter: https://collections.arolsen-archives.org/de/search (abgerufen am 6.7.2022).
United States Holocaust Memorial Museum, Holocaust Survivors and Victims Database, Einträge für Tibor Szabo, online unter: https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php (abgerufen am 6.7.2022).
Bertrand Perz: Das Projekt „Quarz“. Der Bau einer unterirdischen Fabrik durch Häftlinge des KZ Melk für die Steyr-Daimler-Puch AG 1944-1945. Innsbruck/Wien 2014.