Walter Tampieri 1920 - 1945 Bearbeiten
Geboren 20.4.1920 in Imola
Gestorben 24.3.1945 in Mauthausen
Biografie
Walter Tampieri wurde am 20. April 1920 in Imola (BO) als Sohn von Guido und Ameda Menichetti geboren. Er wohnte in Imola und war in der Fabrik Cogne angestellt.
Er war in der Partisanenbrigade SAP Imola aktiv.
Er arbeitete in der Redaktion von La Comune, einer Halbmonatszeitschrift der Partito Comunista Italiano (PCI, Kommunistische Partei Italien) von Imola und von Vent’anni mit, der Zeitschrift der Fronte della Gioventù von Imola. Seine Aufgabe war es, die Artikel der beiden illegalen Zeitungen auf Wachspapiermatrizen zu tippen, die mithilfe des Abziehapparats gedruckt wurden.
Am 29. November 1944 wurde er von den Faschisten verhaftet, nachdem man ihn denunziert hatte. In seiner Wohnung wurden die bereits vorbereiteten Matrizen für den Druck der 25. Ausgabe von La Comune und der vierten Ausgabe von Vent’anni gefunden. Weiters wurden auch die Verzeichnisse der Maschinen gefunden, welche die Deutschen aus der Fabrik Cogne nach Deutschland geschafft hatten. Die Listen sollten der Rückerstattung der Maschinen nach Kriegsende dienen. Zuerst brachte man ihn in das Gefängnis in der Rocca von Imola, wo er lange gefoltert wurde, um die Namen der Kampfkameraden zu erfahren. Dann wurde er nach Bologna gebracht, wo er ab dem 2. Dezember 1944 im Gefängnis des SS-Kommandos San Giovanni di Monte mit der Häftlingsnummer 12383 inhaftiert war.
Am 22. Dezember 1944 wurde er dem Transport von 100 Häftlingen ins Konzentrations- und Durchgangslager Bozen-Gries angeschlossen, von wo man ihn am 8. Jänner 1945 mit dem Transport von 483 Internierten, von denen 84 aus der Gruppe von Bologna stammten, nach Mauthausen deportierte.
Bei seiner Ankunft im österreichischen Lager am 11. Jänner 1945 erhielt er die Häftlingsnummer 115741 und wurde als Schutzhäftling eingestuft. Ausgewiesener Beruf: Angestellter.
Als Datum seines Todes in Mauthausen wurde der 24. März 1945 vermerkt.
Die Verleihung der silbernen Gedenkmedaille wurde mit den folgenden Worten begründet:
„Trotz seiner schwachen Gesundheit trat er sofort nach dem Waffenstillstand der Partisanenbewegung bei, wobei er Gruppen von Jugendlichen rekrutiert und zum Kampf auffordernde Flugblätter verteilt hat. Er lieferte wertvolle Informationen, dank derer die Verhaftung von Personen und die Entwendung von Material aus den lokalen Fabriken verhindert werden konnte. Im Zuge einer Hausdurchsuchung wurden neben zur Verbreitung bereites Propagandamaterial auch Maschinen für deren Vervielfältigung und Druck gefunden. Er wurde verhaftet und schlimmster Folter ausgesetzt. Dennoch verriet er nichts, was die Sache der Partisanen hätte gefährden können. Nach den Gefängnissen in Imola, Bologna und Bozen endete seine fürchterliche Qual mit seinem Tod im ‚Vernichtungslager‘ von Mauthausen.“
Die Kommission zur Anerkennung der Partisanen der Region Emilia-Romagna hat ihn als Partisan anerkannt. Sein operatives Wirken erstreckte sich vom 4. April 1944 bis zum 24. März 1945.
Das Partisanendenkmal in der Piazza Nettuno in Bologna erinnert an Walter Tampieri.
www.ciportanovia.it
Quelle:
www.ciportanovia.it – Ein Projekt der Sektion Bologna der A.N.E.D. und der gesetzgebenden Versammlung der Region Emilia-Romagna