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Louis Schenkkan 1915 - 1941 Bearbeiten

Geboren 29.1.1915 in Amsterdam
Gestorben 14.10.1941 in Mauthausen

Biografie

Louis wurde am 29. Januar 1915 in der Vrolikstraat 90 in Amsterdam als Sohn von Leendert Schenkkan (1880-1933) und Judith Lever (1876-1943, Sobibor) geboren.

In seinem 11. und 12. Lebensjahr besuchte er die Rubensschule und die Meerhuizenschule. Am 7. August 1929 machte er seinen Lehrabschluss als Brillantschleifer bei seinem Lehrherrn, der Firma Asscher, in der auch sein Vater, Leendert Schenkkan, arbeitete. Diese Tätigkeit übte er nicht lange aus, denn 1930 wurde er persönlicher Assistent von J. Hartog de Vries, Rechtsanwalt und Staatsanwalt in der Sarphatiestraat 153. In einem Arbeitszeugnis aus dem Jahr 1931 steht, dass er selbst gekündigt hat und dass er „ein höflicher und akkurater junger Mann war, dessen Arbeit in jeder Hinsicht Anlass zur Zufriedenheit gab“. Vom 18. Mai 1931 bis zum 12. Dezember 1931 arbeitete er bei NV Veem- en Expeditiebedrijf v/h Visser, Galavazi & co., Groote Bickerstraat 52-70. Arbeitszeugnis: „Er war pflichtbewusst und ehrlich, Kündigung aufgrund der schlechten Auftragslage“. Am 4. Februar 1932 nimmt er die Arbeit bei Wyers Industrie- en Handelsonderneming, Nieuwezijds Voorburgwal 7 auf. Hier arbeitet er, bis er 1941 anlässlich des Februarstreiks festgenommen wird.

Die Archivare bei WV-HEDW haben mir umfassende Informationen über seine Zeit als Fußballer erteilt. Louis war offenbar ein talentierter Fußballer. Er spielte nicht nur bei NAO (Wyers) und später bei HEDW, sondern wurde auch in eine Stadtauswahl des Amsterdamer Fußballbundes berufen. Louis wurde von jemand anderem bei HEDW angemeldet, als er selbst bereits in Mauthausen war. Wer dies getan hat, lässt sich leider nicht eruieren.

Nach seiner Festnahme kommt er über Schoorl nach Buchenwald und stirbt schließlich in Mauthausen. Aus Buchenwald und Mauthausen schreibt er zahlreiche Briefe nach Hause. Er bittet seinen Bruder Jacques, mit Herrn Klein Blog van Wyers Kontakt aufzunehmen, um seiner Mutter sein Gehalt auszahlen zu lassen, da er weiß, dass sie auf dieses Geld nicht verzichten kann. Weiters schreibt er in diesen Briefen auch an seine Verlobte Betty. Daraus geht hervor, dass sie einander seit einem Jahr kennen, dass sie am 6. Mai Geburtstag hat und dass ihre Eltern einen Betrieb haben. Leider konnte ich nicht herausfinden, wer sie war. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme war er offenbar bei ihr, denn in einem der Briefe möchte er wissen, ob ihr Vater sein Fahrrad ins Haus geholt hat.

Sein letzter Brief ist mit 28. September 1941 datiert. Die Passage an Betty lautet:

„Liebling ich erlange viel nach dir und du bist immer in meine gedanken. Viele kusse und grusse an deine eltern und millionen kussen fur dich. Bleib immer stark und meine Bulletje, Louis“[1]

Saskia Leune, Großnichte  

[1] Anm. d. Übers.: Vom Original übernommen.

 

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