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Virginio Oriani 1927 - 1945 Bearbeiten

Geboren 5.7.1927 in Cernusco sul Naviglio
Gestorben 22.4.1945 in Ebensee

Biografie

Virginio Oriani wurde am 18. Dezember 1943 in Cernusco verhaftet, als er gerade einmal 16 Jahre alt war. Gemeinsam mit weiteren fünf Einwohnern von Cernusco wurde er in das Gefängnis von San Vittore gebracht, wo er den ganzen Winter verbrachte. Im Frühling wurde er nach Deutschland deportiert, zuerst in das Lager von Mauthausen und danach in jenes in Ebensee, wo er mit nur 17 Jahren verstarb.

Was von ihm bleibt, sind nur bruchstückhafte und bewegende Erinnerungen seines Kameraden aus der Gefangenschaft Roberto Camerani, der ihn mit seinen liebevollen und zugleich erschütternden Worten vor dem Vergessenwerden bewahrt. Aus Il viaggio (Die Reise, 1983): Der jüngste von uns, Virginio Oriani, war 16 Jahre alt und starb im Vernichtungslager Ebensee.” (S. 31)

Erinnerungen an ein Gespräch, das Ernestina Galimberti mit Roberto Camerani über Virginio Oriani führte: „Als er verhaftet wurde, hatte er noch die Murmeln zum Spielen in seiner Hosentasche, er war wirklich noch ein halbes Kind […] er war 15 Jahre alt.”

„Er starb, weil es ihm nicht gelang, durchzuhalten und die richtige Entscheidung zu treffen. Um einer Zigarette willen verzichtete er auf seine Suppe oder ein Stück Brot. Ich sagte ihm, dass es wichtiger wäre, zu essen. Aber er schaffte es nicht.”

„Ich habe ihn gesehen, wie sie ihn ins Krematorium gebracht haben, als er bereits im Sterben lag […]”

Ausschnitt aus einem Artikel aus einer nicht datierten Zeitschrift aus Cernusco, der vielleicht aus den Siebziger-Jahren ist und von Roberto Camerani stammt. Der Artikel trägt den Titel Misconosciuti (Verkannte) und bezieht sich auf Virginio Oriani und Pierino Colombo:

[...] Ich sah eines Abends Oriani, der von zwei meiner Arbeitskumpeln auf den Schultern getragen wurde. Der Tod befreite ihn von all seinem irdischen Leiden. Seine glasigen Augen blickten mich starr an und mit seinen Lippen formte er die Worte Grüß mir die Mutter”. Und dann starb er und mir bleibt nichts von ihm als dieses unauslöschliche traurige Bild. Sein Körper wurde im Krematorium verbrannt und seine Asche liegt jetzt am Grund des Flusses, der gurgelnd ins Tal fließt. [...].”

Primarosa Pia

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