Louis Gueguen 1916 - 1945 Bearbeiten
Geboren 4.6.1916 in Quiberon
Gestorben 4.5.1945 in Gusen
Biografie
Louis Sébastien Guéguen wurde am 4. Juni 1916 in Quiberon (Departement Morbihan) geboren. Er war der Sohn von Ambroise Marie Guéguen und Marie Anne Plouzennec. Als er 20 Jahre alt war, absolvierte er den Militärdienst. Am 22. August 1936 heirateten Louis Gueguen und Suzanne Valentine Le Drévo in Ploemel (Departement Morbihan), beide waren Lehrer an einer öffentlichen Grundschule. Im September 1939 wurde er erneut zum Kriegsdienst eingezogen und dem 65. Infanterieregiment zugeteilt. Im Juni 1940 geriet er in Gefangenschaft, es gelang ihm zu fliehen.
Am Abend des 17. Januar 1944 wurde der deutsche Gefreite Hammes in Guilliers (Departement Morbihan) durch einen Genickschuss getötet. Drei Tage später, also am Donnerstag, dem 20. Januar, führte die deutsche Armee in Guilliers und den umliegenden Gemeinden, darunter Évriguet, eine große Razzia durch.
500 Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren wurden in Guilliers versammelt; 48 wurden ausgewählt, Louis war darunter. Er war während des Schulunterrichts in der Kleinstadt Évriguet verhaftet worden. Nachdem die 48 Männer vier Tage lange in der Schule von Moiron eingesperrt worden waren, wurden sie am Morgen des 25. Januar mit einem Zug über Rennes nach Compiègne gebracht, wo sie am Abend des 26. Januar ankamen. Louis wurde im Frontstalag 122 die Matrikelnummer 25896 zugeteilt. Die Häftlinge durften mit ihren Familien in Briefwechsel stehen und Pakete empfangen. Zwei Monate später begann die Fahrt ins Unbekannte. Der Konvoi vom 23. März 1944 brachte Roger zusammen mit 39 weiteren, während der Razzia Verhafteten in Viehwaggons ins Konzentrationslager von Mauthausen (Österreich); die Fahrt endete am Morgen des 25. März. Im Eingangsregister des Konzentrationslagers ist folgender Eintrag zu lesen:
60034 Franz. Sch. Gueguen Louis 4.6.16 Lehrer Gusen 11/5/44.
Am 9. Mai 1944 wurde er dem Konzentrationslager Gusen zugeteilt. Als das Internationale Rote Kreuz Ende April 1945 das Lager vorzeitig befreite, war er schwer krank und konnte diese Gelegenheit nicht nutzen. Louis starb am 4. Mai 1945 in Gusen, einen Tag vor der Befreiung des Lagers. Er war 28 Jahre alt.
Von der aus Guilliers stammenden Gruppe wurden insgesamt 20 Männer nach Gusen gebracht. Nur fünf kehrten in ihre Heimat zurück: Einer wurde am 28. April 1945 vom Internationalen Roten Kreuz nach Frankreich zurückgebracht, vier wurden am 5. Mai 1945 in Gusen befreit. Von den 43 am 20. Januar 1944 deportierten Männern haben nur 19 den Krieg überlebt.
Am 5. Oktober 1946 erhielt Louis Guéguen die Auszeichnung Mort pour la France (Für Frankreich gestorben), und am 28. April 1952 wurde ihm der Titel Déporté politique (politischer Deportierter) zuteil.
Armelle QUERBOUET ist die Tochter von Gabriel QUERBOUET, der in Mauthausen unter der Häftlingsnummer 60477 registriert worden war.
Quellen:
Amicale de Mauthausen (französischer Verein zur Erinnerung an die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen), III. Monument
SHD Caen (Service Historique de la Défense – Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 26P 1132
SHD Caen (Service Historique de la Défense – Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 21P 459606