Tadeusz Nowakowski 1902 - 1940 Bearbeiten
Geboren 10.1.1902
Gestorben 5.10.1940 in Gusen
Biografie
Tadeusz Nowakowski wurde am 19. Januar 1902 geboren. Er wuchs in Mrocza als das jüngste von zwei Kindern von Antoni und Amanda Nowakowski auf. Sein Vater war Dachdeckermeister. Um 1920 war Tadeusz bei der Eisenbahn in Chojnice beschäftigt. Dort lernte er seine zukünftige Frau Helena kennen. Sie heirateten am 11. Juli 1926 in Sternów. Nach der Hochzeit zogen sie in eine der Eisenbahn gehörende Wohnung in der Dworcowa Ulica in Chojnice. Am 28. Juli 1928 wurde ihr erstes Kind, Longina Małgorzata, geboren. Um 1929 wurde Tadeusz nach Grudziądz versetzt, wo er die Stelle eines Jungassessors[1] erhielt. Er war ein Versorgungsbeamter. Am 9. Juni 1930 wurde der Sohn der Nowakowskis, Mieczysław, geboren. Leider starb das Kind bereits am 14. August 1931, im Alter von etwas mehr als einem Jahr. Aufgrund finanzieller Probleme zog die ganze Familie später in eine kleinere Wohnung in der Mickiewicza Ulice 27 um. Anfang 1938, am 26. Januar, wurde die zweite Tochter von Helena und Tadeusz, Ewa, geboren. Bis Ende August 1939 arbeitete Nowakowski im Büro von Major Chojnowski und führte Aufzeichnungen über seine Tätigkeit. Er beteiligte sich auch an den von ihnen[2] organisierten Aktionen, wie das Sammeln von Geldern für die Flugabwehr auf dem Markt von Grudziądz.
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erhielt er den Befehl, mit seiner gesamten Familie nach Warszawa (Warschau) zu gehen. Er übergab alle seine Möbel an Ignacy Makowski zur Aufbewahrung in einem Lagerhaus in Chełmża. In einem neu gekauften Wagen machte er sich mit seiner gesamten Familie, d. h. mit der Mutter seiner Frau, Stanisława, der im sechsten Monat schwangeren Helena und seinen beiden Töchtern, auf den Weg in die Hauptstadt. Aufgrund des Geldmangels und des beschwerlichen Weges waren die Nowakowskis gezwungen, ihre Reise häufig zu unterbrechen, um vorübergehend Arbeit zu finden und sich auszuruhen. Tadeusz wurde dann unter anderem in Gostynin als Pfleger angestellt. Dort erfuhr er vom Chefarzt, dass er von der Gestapo gesucht wurde. Da er erkannte, dass er und seine Familie keine Chance hatten, nach Warschau zu gelangen, beschloss Tadeusz, aufs Land zum Bauernhof von Helenas Bruder Leon zu fahren, dessen Familie in Rzęczków lebte, einem Dorf zwischen Toruń, Bydgoszcz und Chełmża. Da der örtliche deutsche Verwalter sich weigerte, ihn einzustellen, nahm Tadeusz eine Stelle beim Grafen im Nachbardorf Cichoradz an. Am 11. Dezember 1939 wurde die dritte Tochter von Herrn und Frau Nowakowski, Maria Sabina, geboren. Kurz darauf, am 4. Januar, starb die Mutter von Helena an einer Lungenentzündung.
Am 10. April 1940, in den frühen Morgenstunden, holte die Gestapo Tadeusz Nowakowski aus seinem Haus in Rzęczków ab. Als er sich von seiner Familie verabschiedete, sagte er: „Ich werde nicht mehr zurückkommen, aber Polen wird zurückkommen, und dann wird es euch gut gehen“. Bei seiner Abreise hinterließ er seiner Frau seinen Ehering. Nach seiner Verhaftung wurde er nach Toruń und dann nach Poznań gebracht. Am 1. Juni 1940 wurde er mit der Häftlingsnummer 22104 im Konzentrationslager Mauthausen-Gusen (Oberdonau) festgesetzt, wo er im Block Nr. 11, Stube B, untergebracht wurde. Am 5. Oktober 1940 erhielt seine Familie die Nachricht, dass er an einer Niereninfektion gestorben war.
Die Urne mit seiner Asche ist in einem kleinen Kindergrab auf dem Friedhof von Grudziądz beigesetzt.
Marek Otolski, Enkel
[1] Anm. d. Übers.: wörtlich laut Original
[2] Anm. d. Übers.: gemeint ist hier das Büro von Major Chojnowski