Michał Gralewicz 1909 - 1941 Bearbeiten
Geboren 29.9.1909 in Zubki
Gestorben 18.12.1941 in Gusen
Biografie
Michał Gralewicz wurde in Łubki im Landkreis Schröttersburg (Płock) geboren. Er war Postbeamte und lebte im Dorf Nowa Wieś (Busedorf) im gleichen Landkreis. Aufgrund seines Berufes zählte er in der NS-Sprache zur Intelligenz und wurde am 5. April 1940 als „Präventivhäftling“ festgenommen. Es handelte sich um eine Gestapo-Aktion zur Bekämpfung des Widerstands innerhalb der polnischen Intelligenz, die im Zuge des Erlasses des Reichssicherhauptamtes vom 3. März 1940 im Regierungsbezirk Zichenau stattfand. Michał wurde zunächst, wie tausende andere bei dieser Aktion festgenommene unschuldige Polinnen und Polen, in das Durchgangslager Soldau gebracht. Schon am 18. April 1940 erfolgte seine Überstellung zum KZ Dachau und am 25. Mai kam er nach Mauthausen, wo er weiter nach Gusen geschickt wurde. Seine Frau Wanda Gralewicz, eine polnische Hebamme, verfasste zwei Gesuche um Entlassung ihres Ehemannes aus dem KZ. Sie versicherte, dass ihr Mann keiner deutschfeindlichen Organisation angehörte und auch nicht antideutsch gesinnt war. Dennoch erhielt sie eine ablehnende Entscheidung. Auch sein Vater, der als Buchhalter bei der Stadtkasse in Płock tätig war, bat um die Freilassung. In seinem Schreiben brachte er zum Ausdruck, dass bei der Verhaftung seines Sohnes ein Irrtum passieren musste, denn er habe „sich stets einwandfrei [ge]führt“. Am 18. Dezember 1941 ist Michał in Gusen an „Kreislaufschwäche“ verstorben.
Dr. Katarzyna Woniak – Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Quelle:
• Personalakte von Michał Gralewicz, in: Instytut Pamięci Narodowej Warszawa, Sign. IPN GK 629/1251 (Bestand: Gestapo Zichenau)
• Häftlingspersonalkarte von Michael Gralewicz, in: Aroslen Archives, 1.1.6/10075029