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Stefan Jankowski 1903 - 1943 Bearbeiten

Geboren 18.5.1903 in Włocławek
Gestorben 13.1.1943 in Gusen

Biografie

Stefan Jankowski wurde in der Stadt Włocławek (dt. Leslau) geboren. Er besaß dort ein eigenes Friseurgeschäft. Am 17. Juli 1942 ereignete sich in der Stadt ein Vorfall, der Stefan letztendlich das Leben kostete. Von seinem Friseurgeschäft aus beobachtete der Pole immer wieder die zu Kanalisationsarbeiten eingesetzten Juden. An diesem Tag ging er auf sie zu und schenkte ihnen ein paar Zigaretten. Dabei wurde Stefan von deutschem Kanalbaumeister gesehen und aufgefordert, die Baustelle sofort zu verlassen. Da er noch etwas zögerte, fasste der Deutsche ihn an dem Arm um ihn wegzuschieben und schlug ihn ins Gesicht. Mit Hilfe des zweiten Aufsehers konnte der Pole der Polizei zugeführt werden. Er kam nicht mehr frei.

Zunächst wurde er ins Gerichtsgefängnis eingeliefert, wo er auf seinen Strafprozess wartete. Am 10. September 1941 verurteilte ihn das Sondergericht Leslau wegen „Gewalttat gegen einen Angehörigen der deutschen Behörde“ zu acht Jahren Zuchthaus. Danach kam er zur Strafanstalt Rawitsch und am 12. Dezember 1942 ins KZ Mauthausen. Einen Monat später verstarb er in Gusen.

Während seiner Haft blieb er im Briefkontakt mit seiner Lebensgefährtin Aniela L., mit der er seit 20 Jahre zusammenlebte. Sie verfasste zwei Gesuche auf Freilassung bzw. Besuchstermin. Zwei ihrer Briefe an Stefan wurden von den Gefängnisbeamten abgefangen und in die Personalmappe eingeheftet. Ihre Lektüre offenbart unbegrenzte Sehnsucht nach Stefan und die Hoffnung auf seine Rückkehr und ein baldiges Zusammenleben.

Diese Hoffnungen wurden nie erfüllt. 

 

Quelle:

  • Personalakte von Stefan Jankowski, in: Archiwum Państwowe Poznań [Staatsarchiv in Posen), Sign. APP R 1462 (Bestand: Zuchthaus Rawitsch)

 Dokumente:

  • Urteil des Sondergerichts von 10.9.1941
  • Auszug eines Briefes von Aniela L., beides, in: Archiwum Państwowe Poznań [Staatsarchiv in Posen), Sign. APP R 1462 (Bestand: Zuchthaus Rawitsch)

 

Dr. Katarzyna Woniak, Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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