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Max Handl 1904 - 1939 Bearbeiten

Geboren 2.6.1904 in Strahlfeld
Gestorben 29.12.1939 in Mauthausen

Biografie

Die Hölle begann in Dachau.

Vor 90 Jahren eröffneten die Nazis als eines der ersten Lager dieses: Dachau stand für das neue Regime, für dessen Brutalität und Härte. 150 Akten von Einzelpersonen aus dem Bezirksamt Regensburg, die in sogenannte „Schutzhaft“ verbracht wurden, liegen noch im Staatsarchiv Amberg. Dass es aber auch Menschen traf, die keinen politischen Hintergrund hatten, belegt die Geschichte von Max Handl. Geboren wurde er 1904 in Strahlfeld in der Oberpfalz. Gestorben ist Handl am 29. Dezember 1939 im Konzentrationslager Mauthausen. Die Liste der Kremierungen führt ihn als Einäscherung 1509.

Handl hatte mit seiner Frau Therese acht Kinder und lebte mit ihr in Altenthann im Landkreis Regensburg. Am 23. April 1935 wurde er ins KZ gebracht, drei Monate sogenannte „Schutzhaft“ sollte er dort verbringen. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Am 20. Mai 1939 wurde er erneut verhaftet und zunächst ins Gerichtsgefängnis nach Regensburg gebracht, wie ein Auszug des Gefangenenbuches belegt. Von dort aus kam er am 17. Juni 1939 zunächst wieder nach Dachau. Am 27. September 1939 wurde er ins Konzentrationslager nach Mauthausen überstellt, wo er wenige Monate später starb.

Die zweite Inhaftierung, die ohne Gerichtsurteil erfolgte, wurde auf der Grundlage eines menschenverachtenden „Gesetzes“ angeordnet: Dem „Arbeitszwangsgesetz“. Handl wurde als sogenannter „Asozialer“ eingestuft. Bereits im Juni 1938 führten die Kriminalpolizeien die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ durch. Etwa 10.000 vom Regime als „asozial“ eingestufte Personen wurden in Konzentrationslager verschleppt. Der wahre Grund für die zweifache Internierung Handls wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Die Archive wurden säuberlich gereinigt von Spuren. So finden sich weder in Donaustauf noch in Tegernheim noch Unterlagen, die Rückschlüsse auf die „Schutzhaft“ Handls und seine Deportation nach Dachau ziehen lassen. Auch im Staatsarchiv in Amberg sind keine Unterlagen über ihn verzeichnet. Die Akten der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), die am Regensburger Minoritenweg ansässig war, sind ebenfalls nicht mehr vorhanden. So bleibt also völlig ungeklärt, ob das, was in der Familie erzählt wurde, sich tatsächlich so zugetragen hat. Handl soll im Wirtshaus von Altenthann lautstark gesagt haben: „Der Hitler ist ein Arschloch.“ Das soll sein Schicksal besiegelt haben.

 

Dr. Christian Eckl, Urenkel

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