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Ernest Quesnel 1895 - 1945 Bearbeiten

Geboren 8.6.1895 in Mauron
Gestorben 28.2.1945 in Gusen

Biografie

Ernest Joseph Marie Quesnel wurde am 8. Juni 1895 in der Kleinstadt Mauron (Departement Morbihan) geboren. Er war der Sohn des Schusters Pierre Marie Quesnel (1867–1915) und dessen Frau, Marie Sainte Joséphine Lesquellet (geb. 1873). Am 25. April 1922 heiratete Ernest Quesnel die Händlerin Renée Jeanne Berthe Marie Duno (1902–1993) in Mauron. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: Pierre (geb. 1923) und Paul (geb. 1926), beide wurden in Mauron geboren. Ernest war Schuhverkäufer und hatte eine Schusterwerkstatt in der Rue de Bas in Mauron, er beschäftigte zwei Angestellte und zwei Lehrlinge.

Während des Ersten Weltkrieges war Ernest an der Front. 1915 erlitt er eine Schussverletzung an der rechten Hüfte. Am 6. Januar 1918 wurde er als hervorragender, pflichtbewusster und mutiger Soldat erwähnt, der seit Juni 1915 dem Korps angehörte und als Verbindungsagent an den Schlachten um Lorette, Verdun und an der Somme teilgenommen hatte. Für seine Verdienste wurde ihm das Kriegskreuz mit Bronzestern verliehen. Am 13. September 1939 wurde er im Alter von 44 Jahren in den Kriegsdienst einberufen, infolge eines Krankenhausaufenthalts wegen eines Lungenemphysems wurde er aber bereits am 27. Dezember 1939 wieder nach Hause geschickt.

Am Abend des 17. Januar 1944 wurde der deutsche Gefreite Hammes in Guilliers (Departement Morbihan) durch einen Genickschuss getötet. Drei Tage später, also am Donnerstag, dem 20. Januar, führte die deutsche Armee in Guilliers und den umliegenden Gemeinden eine große Razzia durch. 500 Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren wurden in Guilliers versammelt; 48 Männer wurden ausgewählt und zu Fuß nach Mauron gebracht, wo sie in der Schule eingesperrt wurden.

Infolge eines anonymen Briefes, in dem Ernest Quesnel als Kommunist und Terrorrist bezeichnet worden war, wurde dieser am Samstag, dem 22. Januar 1944, um 12.15 Uhr in seiner Werkstatt in Mauron von der deutschen Sicherheitspolizei Rennes verhaftet. Noch am selben Tag wurde er ebenfalls in der Schule von Mauron eingesperrt. Am Morgen des 25. Januar wurden die Männer mit einem Zug über Rennes nach Compiègne gebracht, wo sie am Abend des 26. Januar eintrafen. Ernest wurde im Frontstalag (Abkürzung für Frontstammlager) 122 die Registrierungsnummer 25899 zugeteilt. Die Häftlinge durften mit ihren Familien in Briefwechsel stehen und Pakete empfangen. Zwei Monate später begann die Fahrt ins Unbekannte. Der Konvoi vom 23. März 1944 brachte Ernest zusammen mit 39 weiteren, während der Razzia Verhafteten in Viehwaggons ins Konzentrationslager von Mauthausen; die Fahrt endete am Morgen des 25. März. Im Eingangsregister des Konzentrationslagers ist folgender Eintrag zu lesen:

60478 Franz. Sch. Quesnel Ernest 8.6.95 Gusen Esche 18.5.44.

Am 18. Mai 1944 wurde Ernest ins Konzentrationslager Gusen II überstellt, um in der Waffenproduktion eingesetzt zu werden. Acht Monate später, am 15. Januar 1945, starb er im Alter von 49 Jahren.

Von der aus Guilliers stammenden Gruppe wurden insgesamt 20 Männer nach Gusen gebracht; nur fünf kehrten in ihre Heimat zurück: Einer wurde am 28. April 1945 vom Internationalen Roten Kreuz nach Frankreich zurückgebracht, vier wurden am 5. Mai 1945 in Gusen befreit. Von den 43 am 20. Januar 1944 deportierten Männern haben nur 19 den Krieg überlebt.

Am 21. Mai 1946 erhielt Ernest Quesnel die Auszeichnung Mort pour la France (Für Frankreich gestorben) und am 23. Februar 1953 wurde ihm der Titel Déporté politique (politischer Deportierter) zuteil.

 

Armelle QUERBOUET (Tochter von Gabriel QUERBOUET, der in Mauthausen unter der Häftlingsnummer 60477 registriert worden war)

 

Quellen:

Amicale de Mauthausen – Das dritte Monument

SHD (Service Historique de la Défense – zentrales Archiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) Caen AC 26P 1132, AC 21P 528569

SHD Vincennes GR 56 E 86

AD56 2W15912– 2W15914

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