Николай Прохоров / Nikolaj Prochorow Bearbeiten
Geboren 11.5.1923 in Kertsch
Gestorben 1945 in Mauthausen
Biografie
Nikolai Prochorow wurde in Kertsch geboren. Am 11. Mai 1943 wurde er wegen „Aufwiegelei“ festgenommen und nach Mauthausen gebracht, wo er die Häftlingsnummer 90762 erhielt. Von dort wurde er in das Außenlager Melk überstellt. Er starb kurz nach der Befreiung von Mauthausen.
Er musste bei der Tresorfabrik Franz Garny in der Goldsteinstraße 114 in Frankfurt-Niederrad Zwangsarbeit leisten.
Das Fabrikgelände Goldsteinstraße 114/ Ecke Hahnstraße, auf dem sich bis Anfang der 1930er Jahre die Hutstoffwerke C.F.Donner befanden, wurde ab Anfang 1938 der Tresorfirma Garny zur Verfügung gestellt. Während des Zweiten Weltkrieges war die Firma voll ausgelastet mit Wehrmachtsaufträgen zur Produktion von Panzerabwehrkanonen. Zwischen 1942 und 1945 waren mindestens 46 Russen, 60 Ukrainer und 24 Weißrussen als Zwangsarbeiter bei der Firma Garny beschäftigt. Diese waren zum größten Teil in der beschlagnahmten Turnhalle der NTG in der Goldsteinstr. 35 untergebracht, bis zu deren Zerstörung im März 1944, danach wahrscheinlich in einem Lager hier auf dem Firmengelände. Weitere Zwangsarbeiter der Firma Garny waren in einem sogenannten Sammelllager in der stillgelegten Gummifabrik weiter südlich in der Hahnstraße Richtung Waldrand untergebracht. Es existieren bruchstückhafte Angaben zu 20 verhaftete Zwangsarbeitern, die der Firma Garny zugeordnet werden können.
Die Firma Garny zog 1972/73 nach Mörfelden. Auf dem Gelände Goldsteinstraße 114/ Ecke Hahnstraße wurde das Freizeitzentrum „Pueblo“ gebaut. Nach wenigen Jahren wurde dort das heutige Bürogebäude für die Niederlassung Frankfurt der Baufirma Bilfinger und Berger errichtet.
Quelle:
Stadt Frankfurt am Main, Stolperstein-Biographien in Niederrad, Slabtschenko, Alexandr; Bagno, Iwan; Nikitenko, Wasil und Prochorow, Nikolai | Stadt Frankfurt am Main [Zugriff: 24.08.2023]