Kazimierz Bartold 1916 - 1945

Geboren 17.9.1916
Gestorben 24.4.1945 in Ebensee

Biografie

Kazimierz Bartołd lebte im in seinem Heimatdorf Bagienice-Pagórki im Landkreis Mackeim (Maków). Da sein Vater nicht mehr lebte, musste seine Mutter zusammen mit den Kindern ein landwirtschaftliches Gut bewirtschaften. Im Frühjahr 1941 wurde er vom Arbeitsamt zur Zwangsarbeit nach Ostpreußen geschickt. Dort sei er von seinem Bauern verprügelt worden, woraufhin Kazimierz die Arbeit aufgab. Wegen diesem „Vertragsbruch“ wurde er mit einer Haft im Arbeitserziehungslager Mackeim (Maków) bestraft, von wo er nach Hause flüchtete. Insgesamt wurde er dreimal zur Zwangsarbeit vermittelt und jedes Mal verließ er eigenmächtig die zugewiesene Stelle, um seine Mutter auf dem eigenen Bauernhof zu unterstützen. Beim dritten Mal wurde er von der nach ihm fahndenden Gendarmerie zu Hause gefasst. Am 15. August 1943, fünf Tage nach der Festnahme, gab er folgendes zum Protokoll: „Ich liebe die Freiheit und arbeite nicht gern“. Er wurde zum AEL Soldau (Działdowo) gebracht, wo er erneut vernommen wurde. Demnach erfolgten seine „Vertragsbrüche“ zum einem, weil er von seinen Arbeitgebern geschlagen worden sei und zum anderen, weil seine Mutter ihn brieflich um die Rückkehr gebetet hat. Die Gestapo Zichenau sah Kazimierz als „einen arbeitsscheuen Polen“ und überstellte ihn am 5. November 1943 nach Mauthausen. Am 25. März 1944 erfolgte seine Versetzung zum Außenlager „Zement“ in Ebensee. Die Befreiung konnte er nicht mehr erleben, er starb dort am 24. April 1945.

 

Dr. Katarzyna Woniak – Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 

Quellen:

• Personalakte von Kazimierz Bartołd, in: Instytut Pamięci Narodowej Warszawa, Sign. IPN GK 629/86 (Bestand: Gestapo Zichenau)

• Häftlingspersonalkarte von Kazimierz Bartołd, in: Aroslen Archives, 1.1.26/1346755

Position im Raum