Abilio Álvarez Bernardo 1916 - 1942

Geboren 25.6.1916 in Olelas (Entrimo)
Gestorben 2.2.1942 in Hartheim

Biografie

Abilio wurde am 25. Juni 1916 in Olelas, einem Dorf in der Gemeinde Entrimo in der galicischen Provinz Ourense, geboren. Olelas liegt an der Grenze, die Galicien und Portugal eint. Seine Eltern waren Asunción Bernardo González (Olelas 1890-1978) und Delfín Álvarez Domínguez (Ribeiro de Cima, Portugal 1886-Olelas 1933). Als 1916 Geborener gehörte er dem Militärjahrgang 1937 an und wurde im März dieses Jahres einberufen. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich Abilio jedoch nicht mehr in Galicien auf, sondern war nach Tarragona in Katalonien ausgewandert. Im Jahr 1937 erscheint er namentlich in einem Brief der PSUC (Partit Socialista Unificat de Catalunya) in Reus, und im Juni desselben Jahres trat er nach dem Dienst in den Milizen der Republik in den Karabinerkorps ein, wo er der 152. Gemischten Karabinerbrigade zugeordnet wurde. Anfang 1939 war er Teil des dramatischen Exodus nach Frankreich auf der Flucht vor dem Franco-Faschismus und kam gemeinsam mit Tausenden republikanischen Exilierten in ein Internierungslager in Südfrankreich. Dort schloss er sich der 39. CTE (Compagnies de travailleurs étrangers) an, die in das Département Moselle entsandt wurde. Abilio „arbeitete“ ab Februar 1940 in dieser Kompanie an der Verstärkung der Maginot-Linie, konkret an den befestigten Abschnitten in Sarre und Faulquemont in der Festungsregion Metz. Im Juni 1940 blieben die CTE mit der Niederlage der französischen Armee ohne Kommando, und Abilio versuchte die Flucht in die Schweiz, wurde jedoch am 20. Juni in Delle an der französisch-schweizerischen Grenze von der Wehrmacht gefangen genommen. Danach kam er in das Frontstalag Belfort. Dort blieb er, bis er im Jänner 1941 innerhalb von weniger als 14 Tagen über 2000 Kilometer zurücklegte und am 27. desselben Monats gemeinsam mit 1471 spanischen Republikanern ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde. Zwischen dem 13. und 25. Jänner 1941 war Abilio in zwei Stalags gefangen: Kaisersteinbruch in Österreich, nahe der ungarischen und slowakischen Grenze, und Fallingbostel. In Mauthausen, wo über einhundert Galicier umkamen, überlebte Abilio ein Jahr als Rotspanier. Am 2. Februar 1942 wurde sein Tod im Schloss Hartheim bei Mauthausen verzeichnet, wo er im Rahmen des tödlichen 14f13-Programms vergast wurde.

Rafael, Großneffe

Quellen:

Meldungsanzeige vom 6. August 2019 in Bearbeitung. Liste der in den Konzentrationslagern Mauthausen und Gusen verstorbenen Spanier (Meldungsbeilage des BOE, Amtsblatt des spanischen Staates, Nr. 190, 9. August 2019):

https://www.diariodesevilla.es/2019/08/09/Listado.pdf?hash=50e4ba2a6d62023451795537594bad2bf9ea9941 (Zugriff 14. Dezember 2021)

Manuel Gago Mariño (Kurator): Galicia, un relato no mundo, Santiago de Compostela: Xunta de Galicia, 2019, S. 81. https://issuu.com/cidadedacultura/docs/grm_catalogo_web (Zugriff 14. Dezember 2021)

Position im Raum