Sebastian Haselsberger 1894 - 1944
Geboren 10.1.1894 in Scheffau
Gestorben 4.4.1944 in Steyr
Biografie
Von seiner ersten Pfarrstelle in Muhr im Lungau wurde Haselsberger 1929 nach Erl versetzt und übernahm dort auch die Leitung des hoch verschuldeten Theatervereins. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 1933 zerstörte ein Brand das Passionsspielhaus vollständig und Indizien deuteten zunächst auf eine Aktion einheimischer Nationalsozialisten. Gerüchte um eine Beteiligung Haselsbergers und Klagen über seine Amtsführung bewirkten in der Folge seine Ablösung. Bis 1938 wirkte er in verschiedenen Pfarren der Diözese Salzburg als Kooperator. Am 25.8.1938 wurde er verhaftet und gemeinsam mit seiner ehemaligen Haushälterin der Brandstiftung beschuldigt. Haselsberger gestand, den Versicherungsbetrug zur Rettung der Erler Passionsspiele geplant und seine Haushälterin zur Tat angestiftet zu haben. Der aufsehenerregende Prozess vor dem Landgericht Innsbruck im Oktober 1938, über den Zeitungen in Tirol und Bayern ausführlich berichteten, endete mit seiner Verurteilung zu 15 Jahren Kerker. Zur weiteren Verbüßung der Haftstrafe wurde Haselsberger 1941 zunächst in das Zuchthaus Garsten und am 20. September 1943 in das KZ Mauthausen überstellt. Am 4.4.1944 wurde er während eines Transports nach Steyr „auf der Flucht erschossen.“
Dr. Gisela Hormayr
Quellen:
Tiroler Landesarchiv, 5 Vr 1740/38.
Position im Raum

