Константин Николаевич Вашкевич / Konstantin Nikolaewitsch Waschkewitsch 1906 - 1945
Geboren 14.2.1906 in Olgowo
Gestorben .4.1945 in Gusen
Biografie
Konstantin Nikolaewitsch Waschkewitsch wurde am 14. Februar 1906 im Dorf Olgowo des Dmitrowskij-Bezirks im Gouvernement Moskau geboren. Der Vater Nikolaj Alexeewitsch arbeitete als Gemeindeschreiber. Die Mutter Wera Konstantinowna war Weißnäherin. Die Familie hatte sieben Kinder, fünf Söhne und zwei Töchter. Alle Kinder erhielten eine gute Ausbildung. 1931 heiratete Konstantin Marija Jakowlewna Aljanowa, die als Zeitnehmerin in der Wollweberei Erster Mai arbeitete, wo Konstantin Rechnungsführer war. Sie hatten zwei Kinder: einen Sohn (Wladimir, geboren 1931) und eine Tochter (Tamara, geboren 1936). Mit zwei Jahren erkrankte Wladimir an Gehirnhautentzündung und verlor den Gehörsinn. Konstantin tat alles für die Entwicklung und Erziehung seines behinderten Sohnes. Die Familie übersiedelte nach Moskau, und der Sohn kam in die beste Moskauer Schule für Kinder mit Stimm-, Sprach- und Hörstörungen. Nach Beendigung dieser Schule arbeitete Wladimir in einer Druckerei und erhielt eine Auszeichnung als „Verdienter Kulturschaffender“. Konstantin war ein guter und fürsorglicher Familienvater. Er wurde von allen respektiert, und war immer bereit zu helfen, wenn seine Hilfe gebraucht wurde.
Vor dem „Großen Vaterländischen Krieg“ arbeitete Konstantin als Oberbuchhalter der Ferienhausverwaltung (Mosdatschtrest) des Moskauer Stadtrates (Mossowet). Er war kurzsichtig. Nach Kriegsbeginn wurde er am 5. Juli 1941 in die Volkswehr eingezogen. Aus seinen ersten und einzigen drei Briefen war klar, dass er unterwegs an die Leningrader Front war. Danach gab es keine Briefe mehr. Alle weiteren Angaben über sein Schicksal stammen von anderen Leuten.
Zuerst schrieb ein Kamerad von der Front von ihm und teilte mit, dass Konstantin vor seinen Augen gefallen sei. Danach bekam seine Frau eine offizielle Benachrichtigung, dass ihr Mann, Soldat Konstantin Nikolaewitsch Waschkewitsch, im November 1941 an der Front vermisst gemeldet wurde. Und einmal kam ein Freund von ihm zu uns und erzählte, dass er zusammen mit Konstantin in einem Konzentrationslager gewesen war. Konstantin sei aus diesem KZ geflohen, und der Freund wollte wissen, ob er nach Hause gekommen war.
Nach dem Krieg fanden wir in unserem Postfach einen Brief von einem weiteren Freund, in dem er mitteilte, dass Konstantin und er im KZ Gusen II gewesen waren, und dass Konstantin am 23. (oder 29.) April 1945 aus der Baracke abgeholt wurde und nicht mehr zurückkam. Der Freund schrieb, dass auf solche Weise diejenigen abgeholt wurden, die zur Vernichtung bestimmt waren.
Die Angaben aus diesem Brief wurden später bestätigt. Ende April 2012 bekamen wir eine Antwort vom Internationalen Suchdienst, dass Konstantin Waschkewitsch tatsächlich noch im April 1945 in den Lagern Mauthausen und Gusen II gewesen war (Häftlingsnummer 110033), und dass es leider keine weiteren Informationen über ihn gäbe. Es wurde auch mitgeteilt, dass er vom 22. Mai 1942 bis zu einem unbekannten Zeitpunkt als Fräser in der Firma VOMAG in der Stadt Plauen gearbeitet hatte und am 16. November 1944 von der Staatspolizei Plauen ins KZ Mauthausen (bzw. Gusen II) überwiesen worden war, wo er sich noch Anfang April 1945 aufhielt.
Konstantin Waschkewitsch war ein guter Staatsbürger, Freund, Ehemann, Vater und Sohn. Seine Ehefrau Marija hoffte bis ans Ende ihrer Tage, dass er am Leben geblieben ist, und wartete auf ihn. Ewiges Andenken den Opfern der faschistischen Folterkammern.
Swetlana Waschkewitsch
Swetlana Waschkewitsch ist die Enkelin von Konstantin Nikolaewitsch Waschkewitsch.
Aus dem Russischen von Tatiana Szekely
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