Mór Lebovics 1928 - 1944

Geboren 3.6.1928 in Loza
Gestorben 12.7.1944 in Mauthausen

Biografie

Mór Lebovics wurde am 6. März 1928 in Loza in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Er war dort als Landarbeiter beschäftigt.

Über seine Familie ist nichts bekannt.

Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde Mór im Frühjahr 1944 in das KZ Auschwitz-Birkenau in Polen eingewiesen. Er war dort als „jüdischer“ Häftling ungarischer Nationalität registriert.

Am 28. Mai 1944 kam Mór in das KZ Mauthausen und wurde am 2. Juni 1944 weiter in das KZ-Außenlager Melk transportiert. Er war dort als „Hilfsarbeiter“ beim Projekt „Quarz“ eingesetzt. Daher musste er unter unmenschlichen Bedingungen schwerste körperliche Arbeit beim Bau der unterirdischen Stollenanlage in den Wachberg bei Roggendorf in der Nähe von Melk leisten.

Am 8. Juli 1944 wurde das KZ Melk von US-amerikanischen Fliegern bombardiert. Vermutlich wusste die US-amerikanische Armee nicht, dass sich auf dem Areal, das bis Frühjahr 1944 als militärische Kaserne genutzt wurde, ein KZ befand. Der Luftangriff dauerte etwa 15 Minuten und hatte weitreichende Folgen: Mehrere Gebäude wurden beschädigt und die Wasserversorgung des Lagers fiel für einige Tage aus; 227 Häftlinge starben bei dem Angriff und hunderte weitere wurden schwer verletzt in den folgenden Tagen nach Mauthausen zurücktransportiert.

So auch Mór, der noch am Tag des Luftangriffs wieder in das KZ Mauthausen gebracht wurde. Mór Lebovics starb dort am 12. Juli 1944 im Alter von 16 Jahren in Folge des Luftangriffs.

 

Christina Kandler, Verein MERKwürdig – Zeithistorisches Zentrum Melk

 

Quellen:

Internationaler Suchdienst, Arolsen Archives, Einträge für Mor Lebovics, online unter: https://collections.arolsen-archives.org/de/search (abgerufen am 20.7.2022).

United States Holocaust Memorial Museum, Holocaust Survivors and Victims Database, Einträge für Mor Lebovics, online unter: https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php (abgerufen am 20.7.2022).

Anette Eberle: Häftlingskategorien und Kennzeichnungen. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 1: Die Organisation des Terrors. München 2005.

Bertrand Perz: Das Projekt „Quarz“. Der Bau einer unterirdischen Fabrik durch Häftlinge des KZ Melk für die Steyr-Daimler-Puch AG 1944-1945. Innsbruck/Wien 2014.

KZ-Gedenkstätte Mauthausen | Mauthausen Memorial.

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