Antoni Tabaka 1881 - 1945

Geboren 15.5.1881 in Kaczanów
Gestorben 11.5.1945 in Mauthausen

Biografie

Antoni Tabaka wurde am 15. Mai 1881 in Kaczanów als Sohn von Tomasz und Agnieszka, geb. Grzegorzewicz, geboren.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Franciszka, geb. Cierzniewska, hatte Antonis Vater Tomasz 1868 in Nietrzanów zum zweiten Mal geheiratet, und zwar Agnieszka Grzegorzewicz. Tomasz Tabaka starb im Jahr 1900 im Alter von 77 Jahren in Murzynowo Kościelne. Agnieszka Tabaka starb 1910 im Alter von 67 Jahren in Kaczanów. Ihr Tod wurde von ihrem Sohn Jan Tabaka gemeldet, der Pächter des Pfarrhauses in Kaczanów war.

Nach dem Schulabschluss erlernte Antoni den Beruf des Tischlers. Im Jahr 1905 heiratete er in Swarzędz die Tochter des Postboten, Maria Olga Knade.

Im Jahr 1914 wurde er einberufen und in die deutsche Armee eingezogen. Er kämpfte an der Westfront. Im Jahr 1916 erlitt er eine Schussverletzung am Bein. In den „Verlustlisten“ vom 2. Oktober 1916 ist vermerkt, dass der „Gefreite Antoni Tabaka aus der 2. Kompanie des 5. Bataillons des 6. Schützenregiments schwer verwundet wurde“.

Er kehrte als Invalide nach Hause zurück und arbeitete weiter in seiner Werkstatt. Aufgrund seiner Behinderung nahm er nicht mit der Waffe in der Hand am Großpolnischen Aufstand teil, unterstützte aber die Aufständischen und war auch Mitglied der Volksgarde in Swarzędz.

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens baute Antoni Tabaka seine Tischlerwerkstatt systematisch aus. Schon bald traf er die sehr gute Entscheidung, die Produktion auf Tische und Stühle zu beschränken und die Fertigung zu automatisieren. Die Fabrik von Antoni Tabaka war die erste mechanisierte Möbelfabrik in Polen. Seine Produkte, die für ihre hervorragende Qualität bekannt waren, fanden nicht nur in Polen, sondern auch im Ausland (z. B. in Deutschland, den Niederlanden oder Dänemark) großen Anklang. Im Jahr 1929 wurde die Fabrik von Antoni Tabaka unter der Nummer 3347 als Fabryka Mebli Antoni Tabaka Swarzędz (Möbelfabrik Antoni Tabaka Swarzędz) registriert.

Antoni Tabaka war Mitbegründer der Tischlerinnung und Mitorganisator der Möbelmesse, die in Swarzędz stattfand, und er trug zum Bau einer Halle bei, in der die Swarzędzer Tischler ihre Produkte ausstellen konnten. Von 1921 bis 1939 (mit einer Unterbrechung von nur einer Legislaturperiode) gehörte er auch dem Stadtrat von Swarzędz an, war Mitglied des Bractwo Kurkowe, des Schulsanitätsdienstes, des Sportvereins Unia sowie des Moniuszko-Chores und er unterstützte zahlreiche soziale Initiativen, insbesondere während der Wirtschaftskrise.

Der Zweite Weltkrieg setzte seinen Erfolgen ein jähes Ende. Nach seiner Vertreibung in das Generalgouvernement ließ er sich in Warschau in der Hołówki-Straße nieder. Die Fabrik wurde von den Besatzern übernommen. Von nun an produzierte die Fabrik Munitionskisten.

Nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes wurde Antoni Tabaka in das Durchgangslager Pruszków und anschließend in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Er verstarb am 11. Mai 1945. Seine Frau Maria, die von ihrem Mann getrennt wurde, kam, nachdem sie Warschau verlassen hatte, in das Konzentrationslager Ravensbrück, wo sie im Februar 1945 an Typhus starb. Das symbolische Grab des Ehepaars Tabaka befindet sich auf dem Friedhof der St. Martins-Gemeinde in Swarzędz. In diesem Grab ruhen die beiden Söhne von Antoni und Maria, die im Januar 1926 im Swarzędzer See ertrunken waren, als das Eis unter ihren Füßen gebrochen war.

Nach Kriegsende wurde die Fabrik von Antoni Tabaka verstaatlicht und ist seit 1952 als Möbelfabrik Swarzędz in Betrieb.

 

Hanna Lisiak-Góźdź

 

Quelle:

Powstańcy Wielkopolscy powiatu wrzesińskiego – Bohaterowie Powstania Wielkopolskiego  (Großpolnische Aufständische des Landkreises Września – Helden des Großpolnischen Aufstands)

Position im Raum