Wincenty Daniłowski 1896 - 1944

Geboren 3.4.1896 in Pułtusk
Gestorben 28.9.1944 in Mauthausen

Biografie

Wincenty Daniłowski wurde 1896 in Pułtusk (dt. Ostenburg) geboren. Er war gelernter Maschinenschlosser; verheiratet, ohne Kinder. Nach dem Ausbruch des Krieges wurde ihm von der deutschen Zivilverwaltung sein Haus entzogen und er lebte fortan vom Schleichhandel. So kaufte er Schnaps auf dem Land und verkaufte ihn zu höheren Preisen in der Stadt. Wincenty wurde Opfer eines für die Gestapo arbeitenden Verbindungmannes, der bei der Zichenauer Dienststelle eine Anzeige über seine angebliche antideutsche Äußerung erstattete. Wörtlich soll er gesagt haben: „Wenn die Russen hier sind, gehe ich zum GPU (sowjetischer Geheimdienst) und werde die Deutschen abschlachten, die noch zurückbleiben. Die Kinder werde ich mit dem Kopf an die Wand schlagen und sämtliche Polen umbringen, die jetzt für die Deutschen arbeiten bzw. als Spitzel tätig sind“. In der Vernehmung bestritt er diesen Satz gesagt zu haben. Gleichwohl betonte er, dass er aufgrund der Beschlagnahme seines Hauses den Deutschen „nicht gut gesonnen“ sei, doch habe er keinerlei antideutsche Bemerkungen gemacht. Die Beteuerung der Unschuld half ihm jedoch nicht weiter. Die Gestapo vertraute in dieser Sache ihrem Verbindungsmann. Am 23. Juni 1944 wurde er in das KZ Mauthausen überführt. Am 15. September kam er in das dortige Sanitätslager, wo er knapp zwei Wochen später verstarb.

 

Dr. Katarzyna Woniak, Universität Augsburg

 

Quellen:

Personalakte von Wincenty Daniłowski, in: Instytut Pamięci Narodowej Warszawa, Sign. IPN GK 629/8335 (Bestand: Gestapo Zichenau).

Häftlingspersonalkarte von Wincenty Daniłowski, in: Arolsen Archives, 1.1.26/1409932.

Position im Raum