Vojtech Ábel 1911 - 1945

Geboren 9.2.1911 in Piešťany
Gestorben 10.4.1945 in Mauthausen

Biografie

Vojtech Ábel studierte zwischen 1929 und 1933 an der Fachschule für Maschinenbauindustrie in Košice. Nachdem er die Schule für Reserveoffiziere der motorisierten Einheiten absolviert hatte, wurde er in die motorisierte Einheit Nummer 15 nach Trenčín verlegt. Später absolvierte er einen Kurs für Offiziere des technischen Rüstungsdienstes und erlangte 1936 den Rang eines Leutnants. Nach der Gründung des Slowakischen Staates leitete er eine Gruppe der motorisierten Einheiten bei der Hauptkommandantur in Bratislava. Anfang 1942 wurde er zum Hauptmann der motorisierten Einheiten ernannt. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurde er unter anderem an die Ostfront delegiert, wo er im Rahmen seiner Tätigkeit für die Sicherungsdivision mit Hauptmann Ján Nálepka, der 1943 zu den sowjetischen Partisanen überlief, und mit anderen Offizieren im Widerstand zusammenarbeitete.

Nach seiner Rückkehr von der Ostfront arbeitete er in der Militärverwaltung des Innenministierums und war unter anderem für die Registrierung und Mobilisierung der Soldaten verantwortlich. Nach Ausbruch des Slowakischen Nationalaufstandes wurde er der aufständischen Kommandantur des Verteidigungsgebiets 1 als Chef der motorisierten Einheiten zugeordnet. Später führte er die motorisierten Einheiten der taktischen Gruppe III der Aufständischen an. Ende Oktober 1944 geriet er nach der Evakuierung der Aufständischen aus Zvolen in Gefangenschaft. Es gelang ihm jedoch, zu entkommen, und er kehrte zu seiner Ehefrau nach Piešťany zurück. Hier wurde er erneut verhaftet und den deutschen Besatzungsorganen übergeben.

In der Nacht vom 31. März auf den 1. April 1945 wurde er mit dem letzten Transport aus der Slowakei ins Konzentrationslager Mauthausen verschleppt, von wo er nicht mehr zurückkehrte. Nach dem Krieg wurde ihm posthum der Grad des Oberstleutnants verliehen.

Igor Baka

Igor Baka ist Historiker am Vojenský historický ústav (Institut für Militärgeschichte) in Bratislava und Experte für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit in der Slowakei.

 

 

Aus dem Slowakischen ins Deutsche von Ines Koeltzsch

 

Literatur:

Jozef Jablonický: Povstanie bez legiend [Aufstand ohne Legenden] (Bratislava 1990), S. 155, S. 235 und S. 313.

Jozef Jablonický: Z ilegality do povstania [Von der Illegalität zum Aufstand] (Banská Bystrica 2010), S. 314.

Vojenské osobnosti československého odboje [Persönlichkeiten des tschechoslowakischen militärischen Widerstandes] (Praha 2005), S. 13f.

 

Quellen:

Vojenský historický archív Praha [Historisches Militärarchiv Prag], Kvalifikačná listina V. Ábela [Qualifikationsurkunde V. Ábels].

Position im Raum