Florjan Novak 1891 - 1944

Geboren 4.3.1891 in Ebriach
Gestorben 16.12.1944 in Mauthausen

Biografie

Novak Florjan war mein Großonkel. Er wurde in Ebriach 12 am Novak Bauernhof geboren. Als weichender Sohn war er Holzarbeiter und Bergarbeiter. Er wohnte in der Novakkeusche mit seiner Frau. Ab dem Jahr 1942 war es üblich, dass sich SS-Leute bei den Bauernhöfen der Eisenkappler Umgebung als Partisanen ausgaben, um die Tätigkeit der Partisanen auszuforschen und um die Bevölkerung „in Schach zu halten“. Bei meinem Onkel klopfte solch ein SS-Mann an die Türe, gab sich als Partisan aus und bat um Pfeifentabak. Mein Onkel gab es ihm mit den möglichen Worten „vam pa rad dam (euch gebe ich ihn (den Tabak) gerne“. Das reichte aus und er wurde verhaftet und zu Tode gequält, ich denke am Loibl und Mauthausen.

Josef Novak, Großneffe

 

Florijan Novak kam als Sohn des vlg. Novak Besitzers Florian Novak und dessen Frau Angela Stuller in der Südkärntner Pfarre Ebriach (Obirsko, Bezirk Völkermarkt/Velikovec) zur Welt. Florijan wurde später Bergmann und heiratete 1922 in der Pfarre Eisenkappel Angela Strožek. Die beiden bewirtschafteten die kleine Strožek Keusche (in Ebriach/Obirsko, Gemeinde Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela). Ihre Umgangssprache war das Slowenische.

Als der organisierte und bewaffnete Widerstand auch in Ebriach Fuß fasste, unterstützte das Ehepaar Novak die Widerständigen aktiv mit Lebensmitteln, Wäsche, Informationen aber auch mit Gerätschaften, wie beispielsweise einem Schlitten. Am 11. November 1943 wurde Florijan Novak auf seiner Arbeitsstelle von der Villacher Gestapo verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Novak in Bleiberg bei Villach/Plajberk pri Beljaku und verbrachte nur die Wochenenden in Ebriach. Anfang November 1943 waren vermeintliche Partisanen zur Strožek Keusche gekommen und vom Ehepaar Novak bewirtet worden. Es waren jedoch keine Partisanen, sondern getarnte Gestapospitzeln gewesen.

Bereits am 8. Dezember 1943 vermerkte das KZ Dachau seinen Zugang. Als Schutzhäftling musste er die Häftlingsnummer 59.994 tragen. Im April 1944 versuchte seine Frau beim damaligen Völkermarkter Kreisleiter die Freilassung ihres Gatten zu erwirken. Erst im Juni wurde ihr beschieden, dass die Gestapo „bei der derzeitigen Bandenlage eine Entlassung ablehne. Am 17. August 1944 wurde Novak in das KZ Mauthausen überführt. Hier musste er die Häftlingsnummer 90.033 tragen und wurde dem Außenlager St. Valentin zugeteilt. Am 12. Dezember 1944 wurde er, vermutlich als nicht mehr „arbeitsfähig eingestuft, mit fünf anderen Männern in das Stammlager rücküberstellt. Laut Todesmeldung des Sanitätslagers verstarb er in den frühen Morgenstunden des 16. Dezembers 1944 im Alter von 53 Jahren. In einem an seine Gattin gerichteten Schreiben der Lagerkommandantur vom 20. Dezember 1944 heißt es, dass Florijan Novak an einer „Sepsis verstorben und sein Leichnam eingeäschert worden sei.

Brigitte Entner, SWI/SZI Klagenfurt


Quellen:

Archiv der Diözese Gurk in Klagenfurt (Pfarre Ebriach/Obirsko, Geburtsbuch).

Archiv KZ-Gedenkstätte Dachau.

Archiv des Slowenischen wissenschaftlichen Instituts in Klagenfurt.

International Tracing Service, Bad Arolsen; Kärntner Landesarchiv (AKL, Abt. 14 OF 84; 140 Gz. 149/59).

Literatur:

Brigitte Entner, Wer war Klara aus Šentlipš/St. Philippen? Kärntner Slowenen und Sloweninnen als Opfer der NS-Verfolgung. Ein Gedenkbuch. Klagenfurt – Wien/Celovec – Dunaj 2014, 224‑225. 

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