Arthur de Montalembert 1911 - 1944

Geboren 31.7.1911 in Wezembeek-Oppem
Gestorben 16.12.1944 in Mauthausen

Biografie

Arthur de Montalembert wurde am 31. Juli 1911 in Wezembeek-Oppem als Sohn von André de Montalembert und Anne de Grunne geboren. Er wurde am 2. September 1939 zum Militärdienst eingezogen und im Dezember zum Leutnant befördert. Am 14. Mai 1940 wurde er durch Granatsplitter verwundet.

Anfang 1943 trat er der Widerstandsgruppe Prosper / PHYSICIAN der britischen nachrichtendienstlichen Spezialeinheit Special Operations Executive (SOE), Section F (für Frankreich) bei. Unter dem Decknamen Bistouri organisierte er eine Gruppe von Widerstandskämpfern in Ancinnes (Sarthe) und nahm zwischen Mai und September 1943 in den Regionen Orne und Sarthe mehrere alliierte Fallschirmspringer in Empfang. Nachdem sie verraten worden waren, konnte die Gestapo die Gruppe Prosper / PHYSICIAN zwischen Juni und Oktober zerschlagen.

Nachdem Arthur bei einer Razzia in Ancinnes am 9. Juli 1943 die Flucht gelungen war, verhaftete die Gestapo seinen Vater und hielt ihn im Gefängnis von Fresnes bis zur Kapitulation oder Verhaftung von Arthur in Geiselhaft. In der Zwischenzeit war Arthur als Mitglied der Belliard / PHONO Gruppe (einer Untergruppe von Prosper / PHYSICIAN) in den Regionen Sarthe und Mayenne aktiv. Die Gruppe wurde von Henry Garry geführt und Arthur war dessen Stellvertreter. Gemeinsam mit ihm nahm Arthur in der Nacht vom 15. auf den 16. September seinen letzten Fallschirmspringer in Empfang. Arthur wurde schließlich am 2. Oktober 1943 in Le Mans (Sarthe) verhaftet und noch am gleichen Tag von der Gestapo nach Paris überstellt. Sein Vater wurde drei Tage später aus dem Gefängnis entlassen.

Aus einem SOE-Dokument geht hervor, dass Arthur nach seiner Inhaftierung in Fresnes im März 1944 in Vichy aufgrund von „Handlungen gegen die Interessen von Frankreich“ vor Gericht gestellt wurde und dass der Vertreter Irlands bei der Vichy-Regierung zu seinen Gunsten bei den Deutschen intervenierte. Zur gleichen Zeit befasste sich die SOE mit seiner Beförderung: „Können wir Arthur de Montalembert so schnell wie möglich zum Hauptmann befördern. Er wurde 1943 angeworben und steht jetzt für seine exzellente Arbeit für uns vor Gericht“.

Arthur wurde im April 1944 in das KZ Mauthausen überstellt, wo er nach Aufenthalten in den Lagern Royallieu (Oise) und Neue Bremm (Saar) am 29. April eintraf. Er erhielt die Häftlingsnummer 64577 und er war ein „NN“-Häftling (gemäß „Nacht-und-Nebel“-Erlass), das sind Gefangene, die das Lager nicht lebend verlassen sollten. Arthur musste im Hauptlager Mauthausen sowie auch in den zwei Außenlagern Melk und Peggau Zwangsarbeit leisten, bevor er am 16. Dezember 1944 in der Krankenstation des Lagers an den erlittenen Misshandlungen starb. Britische Stellen konnten seinen Tod erst am 13. September 1945 gegenüber seiner Familie offiziell bestätigen.

Arthur wurde per Dekret vom 14. Jänner 1948 posthum zum Chevalier de la Légion d’Honneur „für besondere Kriegsverdienste“  ernannt. Er wurde auch mit dem Kriegskreuz mit Palme (Croix de Guerre) ausgezeichnet. In seiner Sterbeurkunde vom 23. August 1948 steht „Gestorben für Frankreich“. An den Gedenkstätten des Valençay Memorial (Indre) und des 1939–1945 Memorial Brookwood (England) wird an Arthur zusammen mit den anderen 104 SOE-/Section-F-Offizieren, die im Krieg oder in der Gefangenschaft ums Leben kamen, erinnert.

 

Arthur de Montalembert, Neffe (2025)

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