Κωνσταντίνος Χιωτέρης / Konstantinos Chioteris 1906 - 1944

Geboren 20.2.1906 in Elioli
Gestorben 13.12.1944 in Melk

Biografie

Konstantinos Chioteris, Sohn von Dimitrios und Asimenia, wurde 1906 in einem kleinen Dorf nahe Smyrna in Kleinasien (in der heutigen Westtürkei) geboren. Sein älterer Bruder hieß Symeon, der jüngere Panayiotis. Sie trafen in Griechenland als Flüchtlinge im Zuge des Bevölkerungsaustauschs zwischen Griechenland und der Türkei (1923) nach der Zerstörung von Smyrna ein. Er ließ sich in der Gegend von Langadas in Thessaloniki, im Dorf Chrysavgi (früherer türkischer Name: Sariyar) nieder. Er heiratete Katina Koufou (1908-1987), ebenfalls ein Flüchtling aus dem Dorf Kalyvia in Ostthrakien, mit der er fünf Kinder bekam: Dimitrios (1930), Athanasios (1933), Asimenia (1935), Sofia (1937) und Sografos (1942). Vom Beruf Landwirt, war er in erster Linie im Weizenanbau und Weinbau tätig.

Im April 1942, während der Besatzung durch Nazi-Deutschland (1941-1944) schloss er sich über seinen Bruder Panayiotis der Widerstandsbewegung EAM (Griechische Nationale Befreiungsfront) in Chrysavgi an. Seine Aufgaben in der Organisation standen mit der ETA (Partisanenlogistik) im Zusammenhang und hatten also mit der Versorgung der Partisanentruppen der ELAS (Griechische Volksbefreiungsarmee, der militärische Arm der EAM) zu tun, die in der Gegend von Langadas-Chortiatis operierten. Da es im Dorf zu häufigen Überfällen der deutschen und italienischen Truppen zwecks Plünderungen (vorwiegend Viehraub) kam, spielte die EAM eine besonders kritische Rolle bei der Versorgung der Widerstandskämpfer mit den notwendigen Nahrungsmitteln. Zumal die Besatzungstruppen alltäglich präsent waren, fanden die Treffen von Konstantinos Chioteris mit den Partisanen jedes Mal an einem anderen Ort statt.

Da er mit der Aufgabe der Sicherstellung und des Schutzes der Ernte betraut war, kam es zwischen ihm und den Viehzüchtern der Gegend zu Konflikten, da diese ihr Vieh auf den Ackerflächen weiden ließen. Diese Auseinandersetzung führte schließlich dazu, dass man die Mitglieder der ETA an die in Langadas stationierten deutschen Besatzungstruppen verriet.

Am 17. Februar 1943 drangen die deutschen Truppen in das Dorf ein und umzingelten es. Sämtliche Männer von Chrysavgi wurden durch das Läuten der Kirchenglocke sowie über Lautsprecher aufgerufen, sich zum Dorfplatz zu begeben. Seine Frau Katina versuchte Konstantinos davon abzuhalten und bat ihn, sich zu verstecken; er erwiderte jedoch, er hätte nichts Falsches getan. Mithilfe einer Namensliste und vor den Augen der anderen Dorfbewohner verhafteten die Deutschen zwölf Männer und brachten diese in das Konzentrationslager Pavlos Melas nach Thessaloniki. Von den insgesamt zwölf behielten sie schließlich drei: Konstantinos Chioteris, seinen Bruder Panayiotis Chioteris, und Konstantinos Dandavelis, den Leiter der Organisation EAM in Chrysavgi. Ihre Angehörigen wurden niemals über die Gründe ihrer Inhaftierung durch die deutschen Besatzungsbehörden informiert.

Sie blieben einige Wochen lang im Lager, bis Gerüchte aufkamen, dass man sie am nächsten Tag nach Deutschland abtransportieren würde. Katina marschierte die ganze Nacht durch vom Dorf Chrysavgi bis zum Konzentrationslager Pavlos Melas, und konnte gerade ihrem Mann dabei zusehen, wie er mit hunderten anderen Geiseln in den Zug stieg. Seine letzten Worte an seine Frau waren, sie möge sich um den Neugeborenen Sografos kümmern. Endstation für Konstantinos Chioteris und seine zwei Mitgefangenen war das Konzentrationslager Mauthausen. Er war der Gefangene mit der Nummer 64817. Er starb am 13. Dezember 1944 im Mauthausen-Außenlager Melk. Vor ihm starben sein Bruder Panayiotis Chioteris (†6. Dezember 1944) und Konstantinos Dadavelis (†3. Juli 1944).

Ekaterini Chioteris, Enkelin

 

Position im Raum