Luigi Cortile 1898 - 1945
Geboren 8.4.1898 in Nola
Gestorben 9.1.1945 in Melk
Biografie
Obermarschall der Guardia di Finanza (Finanzpolizei)[1]
Einberufung: am 21. Februar 1917, als Wache. Nach dem Ersten Weltkrieg Besuch des Ausbildungslehrgangs bei der Schule für Unterführer in Caserta, den er am 10. September 1919 als Unterbrigadier abschließt.
Militärdienst: Mobilisiert am 1. Oktober 1917 mit dem XI. Bataillon, das am Balkan operiert; Legion von Genua; Legion von Mailand. Am 7. Jänner 1936 zum Maresciallo maggiore (Obermarschall) befördert.
Familie: Sohn von Pasquale und Stella Tuccillo; Seit 25. Jänner 1941 mit Rosa Caminada verheiratet.
Lebensgeschichte: Nach dem 8. September 1943, nach der deutschen Besatzung Nord- und Mittelitaliens und damit auch der Provinz Varese, schloss sich Maresciallo Cortile jener humanitären Organisation an, die auf Don Gilberto Pozzi, Pfarrer in Clivio (Varese), zurückzuführen war, und sich insbesondere für jüdische Flüchtlinge und für Verfolgte einsetzte.
Die deutsche Polizei, die anstelle der italienischen Behörden die Grenzen zur Schweiz überwachte, verhaftete Maresciallo Cortile am 11. August 1944 in Clivio wegen Schriftverkehrs mit der Schweiz. Zunächst wurde er in das Gefängnis von Varese überführt, von dort in das Mailänder Gefängnis San Vittore und dann in das Lager Bozen. Von dort transportierte man ihn nach Mauthausen, von wo er schließlich in das Außenlager Melk überstellt wurde. Er starb dort am 9. Jänner 1945.
Mit Dekret des Präsidenten der Italienischen Republik vom 16. Juni 2006 wurde Luigi Cortile mit der Goldenen Medaille für zivile Verdienste „im Gedenken“ mit folgender Begründung ausgezeichnet:
„Im Laufe des letzten Weltkrieges setzte er sich mit außerordentlichem Mut und rühmenswerter Hingabe für jüdische Flüchtlinge und politisch Verfolgte ein, indem er sie bei der illegalen Ausreise in die nahe Schweiz unterstützte. Die Nazifaschisten verhafteten ihn und transportierten ihn in ein Konzentrationslager auf österreichischem Gebiet, wo er sein Leben verlor. Er war ein bewundernswertes Beispiel von höchster moralischer Würde, von großmütiger Opferbereitschaft und menschlicher Solidarität.“
Museo Storico della Guardia di Finanza – Nucleo di Ricerca
[1] Die Finanzpolizei, gegründet 1774, ist eine Spezialeinheit der italienischen Polizei, umfassend zuständig in allen wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten. Sie ist direkt dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen unterstellt, militärisch organisiert und integraler Bestandteil der nationalen Streitkräfte und der öffentlichen Gewalt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie für Kriegsaufgaben eingesetzt, wurde aber vor allem für den Schutz der Zivilbevölkerung gebraucht und unterstützte nach dem Waffenstillstand mit den Amerikanern und Engländern (8. September 1943) den Widerstand gegen den Nazifaschismus.
Position im Raum

