Julian Dusik 1894 - 1945

Geboren 23.12.1894 in Łęki
Gestorben 15.3.1945 in Melk

Biografie

Julian Dusik wurde am 23. Dezember 1894 in Łęki (Gemeinde Kęty, Landkreis Oświęcim), als Sohn von Józef und Agata, geborene Chwierut, geboren. Während des Ersten Weltkrieges kämpfte er in der österreichisch-ungarischen Armee. Zu Beginn der 1930er-Jahre emigrierte er in die Vereinigten Staaten, um dort zu arbeiten. Nach einigen Jahren kehrte er nach Polen zurück, um mit dem in den USA verdienten Geld in Łęki ein Geschäft zu eröffnen. Er zog nach Łęk-Zasola – in sein eigenes Haus, in dem er ein Restaurant und ein Lebensmittelgeschäft betrieb. Während der Besatzungszeit beteiligte er sich an der Widerstandsbewegung in verschiedenen Geheimorganisationen in der Nähe des Lagers Auschwitz – an der Związek Walki Zbrodniej/Armia Krajowa (Vereinigung für den bewaffneten Kampf/Heimatarmee), in der Brzeszczer Gruppe der Polnischen Sozialistischen Partei (PPS) und im Bauernbataillon.

Julian Dusik unterstützte diese Organisationen finanziell, stellte sein Haus für die Unterbringung von Partisanen zur Verfügung und machte sich vor allem darin verdient, den Gefangenen des KZ Auschwitz zu helfen. Im Jahr 1941 nahm er in der Region Łęk-Zasola mit Gefangenen Kontakt auf, die verschiedene Feldarbeiten verrichten mussten. Er half ihnen, indem er ihnen zusätzliche Lebensmittel verschaffte, er lieferte – oft mit Zustimmung von bestochenen SS-Wachen – Medikamente und übermittelte Korrespondenzen mit deren Familien. Er unterstützte die Organisatoren und Teilnehmer der Hilfsaktionen für die Gefangenen auch materiell, und sein Haus war ein Sammelpunkt, an dem die Untergrundorganisationen Lebensmittel, Medikamente und Zivilkleidung für Flüchtlinge aus dem Lager verwahrten, und wo falsche Papiere für Flüchtlinge vorbereitet wurden. Aufgrund einer Denunzierung wurden Julian und seine Tochter Wanda am 27. Oktober 1944 in Łęk-Zasola verhaftet. Er wurde im Gestapogefängnis in Oświęcim eingesperrt und dann im KZ Auschwitz inhaftiert – im Block 11. Im Jänner 1945 wurde er von Auschwitz nach Mauthausen evakuiert, wo er am 15. März 1945 starb. Für seine Beteiligung am Widerstand – unter anderem für die Hilfe für Gefangene – wurde ihm posthum das Verdienstkreuz von Oświęcim verliehen.

Jerzy Klistała

Jerzy Klistała ist Autor von über 15 Büchern zu polnischen Opfern des Nationalsozialismus zwischen 1939–1945, die Biografien von ehemaligen Häftlingen der „Polenlager“ und von Häftlingen nationalsozialistischer Konzentrationslager enthalten.

Aus dem Polnischen von Katharina Czachor

 

Literatur:

Jerzy Klistała: Martyrologium mieszkańców Ziemi Oświęcimskiej, Andrychowskiej, Wadowickiej, Zatora, Jaworzna, Chrzanowa, Trzebini, Kęt, Kalwarii Zebrzydowskiej w latach 1939–1945 – słownik biograficzny [Martyrologium der Bewohner von Oświęcim, Andrychów, Wadowice, Zator, Jaworzno, Chrzanów, Trzebinia, Kęty, Kalwaria Zebrzydowska in den Jahren 1939–1945 – Biographisches Lexikon] (Bielsko-Biała 2008).

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