Jan Czyżewski 1884 - 1945
Geboren 27.8.1884 in Kłonna
Gestorben 16.3.1945 in Ebensee
Biografie
Jan Czyżewski wurde am 27. August 1884[1] in Kłonna, einem kleinen Dorf 90 km südlich von Warschau geboren. Er heiratete Ewa Dombrowska und wurde Vater von drei Kindern. Er war Bauer und auch Bürgermeister des Dorfes. Jan war streng katholisch. Er kannte alle Kirchenlieder über die unbefleckte Empfängnis der heiligen Jungfrau Maria auswendig. Er wurde vielleicht von einem politischen Rivalen denunziert und so landete sein Name auf einer Liste von Personen, die verhaftet werden sollten. Am 6. August 1943 wurde Jan zusammen mit seinem einzigen überlebenden Kind, Antoni (geboren am 11. Mai 1911 in Kłonna und ermordet in Auschwitz am 16. Dezember 1943), von Soldaten der Wehrmacht verhaftet. Jan und Antoni waren zwei der fünf Männer, die an diesem Tag im Dorf verhaftet und nach Tomaszów Mazowiecki gebracht wurden, von wo sie später in das Gefängnis in Radom überstellt wurden. Keiner dieser Männer hat den Krieg überlebt. Jan und sein Sohn wurden nach Auschwitz deportiert, wo sie am 23. August 1943 ankamen. Jan erhielt die Nummer 137.677 und war in der ersten Häftlingsgruppe, die in den Lagerabschnitt BIIa in Birkenau geschickt wurde, eine Ansammlung von neu errichteten Barracken, die als Quarantänelager für die Männer dienten.[2] Jan und sein Sohn scheinen bei einer der Selektionen voneinander getrennt worden zu sein, und aus Briefen an die Familie geht hervor, dass sie einander nie wieder gesehen haben. Jan erkrankte in Birkenau an Typhus und wurde auf die Krankenstation (B II f) der Männer in Block 11 verlegt.[3] Er überlebte den Typhus und wurde später nach Mauthausen überstellt. Dort kam er am 19. September 1944 an und erhielt am nächsten Tag die Nummer 101.662. In Mauthausen wurde Jan als polnischer politischer Häftling geführt.[4] Er wurde am 19. Oktober 1944 zum Zement Kommando abkommandiert[5] und am 16. März 1945 in Solvay (Ebensee) ermordet.[6]
Übermittelt von
Rev. Michał Czyżewski, OSPPE (ein Urenkel von Jan Czyżewski) und Eileen Groth Lyon
Fotos:
1. Einwohner von Kłonna (Polen), circa Mitte-Ende der 1930er Jahre
2. Porträtfoto von Jan Czyżewski und seiner Frau Ewa Czyżewski, geborene Dombrowska (sitzend), ihrem Sohn Antoni Czyżewski (stehend), und Franciszka Gapys, eine Nachbarin der Czyżewskis (sitzend vor Ewa und Jan).
3. Einwohner von Kłonna (Polen), circa Mitte-Ende der 1930er Jahre, Jan Czyżewski und Antoni Czyżewski sind auf diesem Foto markiert.
Quellen:
[1] In mehreren Lagerregistraturen wird Jan Czyżewskis Geburtsdatum mit 8. September 1884 angegeben. Das Augustdatum stammt von der Familie und aus dem Kirchenregister.
[2] Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1939-1945. From the Archives of The Auschwitz Memorial and The German Federal Archives (Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945). (New York: Henry Holt and Company, Inc., 1989), S. 458. Aleksander Lasik, Franciszek Piper, Piotr Setkiewicz, Irena Strzelecka, Auschwitz 1940-1945. Zentrale Themen in der Geschichte des Lagers, Band 1: Aufbau und Organisation des Lagers (Oświęcim: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 2000), S. 94.
[3] Laboruntersuchungen von Urin-, Blut-, Stuhl- und Speichelproben des SS Hygiene-Instituts in Auschwitz, 1.1.2.1 / 546241, 1.1.2.1 / 546242 ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
[4] Ankunftslisten des KZ Mauthausen, 1.1.26.1 / 1319925, 1.1.26.1 / 1319944 ITS Digitale Archive, Arolsen Archives.
[5] Berichte mit Angabe der Bestandsänderungen im KZ Mauthausen, 1.1.26.1 / 1309581, 1.1.26.1 / 1309587 ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
[6] [Durchgestrichener Name bedeutet der Häftling ist gestorben] Registratur für Häftlingsnummern 1 - 139157 des KZ Mauthausen, 1.1.26.1 / 1279801 ITS Digital Archive, Arolsen Archives. Berichte mit Angabe der Bestandsänderungen im KZ Mauthausen, 1.1.26.1 / 1286953 ITS Digital Archive, Arolsen Archives. Mauthausen Totenbücher, 1.1.26.1 / 1290178 ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
Position im Raum

