Hirsch Vogel 1905 - 1941

Geboren 12.4.1905 in Zakroczym
Gestorben 30.7.1941 in Mauthausen

Biografie

Hirsch Vogel wurde in Zakroczym bei Modlin geboren. Er besuchte in Płońsk die Volksschule. Seit 1929 war er verheiratet und das Paar hatte zwei Kinder. Bis zum Ausbruch des Krieges lebte er vom Warenhandel, dann wurde er als Totengräber in Płońsk beschäftigt und kämpfte gegen die Armut. Am 15. März 1941 wurde Hirsch in Płońsk durch die Grenzpolizei festgenommen, weil er im Verdacht stand, zusammen mit Chiel Lipszyc einen Beamten der Grenzpolizei bestochen zu haben. Beide Juden wurden polizeilich mehrfach vernommen. Im Tagesrapport vom 10. April 1941 begründete ein Polizeibeamte die Notwendigkeit der Einweisung ins KZ folgendermaßen: „Die beiden Juden haben durch Anbieten einer größeren Geldsumme versucht, die Freilassung von in anderer Sache festgenommenen Polen und Juden zu erreichen.“ Mit der Geldübergabe sollen sie am 26. Februar 1941 einen beim Grenzpolizeikommissariat Modlin beschäftigten jüdischen Arbeiter beauftragt haben, der jedoch den Vorfall zur Anzeige brachte. Tatsächlich hatten Lipszyc und Vogel von polnischen und jüdischen Familien, deren Angehörigen von der Gestapo verhaftet worden waren, Geldbeiträge in Summe von 13.450 RM eingesammelt und  einer Mittelsperson aus Nowy Dwór Mazowsiecki (dt. Neuhof) ausgehändigt. Hirsch Vogel gestand den Bestechungsversuch. Die Polizei sah in seiner Handlungsweise das Ziel, „das Vertrauen der Bevölkerung zu den staatlichen Organen zu untergraben“. Am 27. Mai 1941 wurden Lipszyc und Vogel aus dem Durchgangslager Soldau (Działdowo) mittels Sammeltransports in das KZ Mauthausen überführt, das sie am 6. Juni erreichten. Hirsch verstarb am 30. Juli 1941 in Mauthausen, angeblich an Hitzschlag.

 

Dr. Katarzyna Woniak, Universität Augsburg

 

Quelle:

Personalakte von Hirsch Vogel, in: Instytut Pamięci Narodowej Warszawa, Sign. IPN GK 629/10782 (Bestand: Gestapo Zichenau)

Position im Raum