Kazimierz Marian Kuriański 1917 - 1940

Geboren 25.2.1917 in Drohobycz / Drohobych
Gestorben 13.11.1940 in Gusen

Biografie

Kazimierz Marian Kuriański SVD wurde am 25. Februar 1917 in Drohobycz (heute Ukraine) geboren und starb am 13. November 1940 im KZ Gusen (I). Kazimierz Kuriański besuchte ab 1931 die Schule in Bruczkow (heute Ukraine) und kam 1933 nach Rybnik. Als der Krieg 1939 Polen heimsuchte, war Kazimierz Kuriański gerade im zweiten Jahr seines Noviziates in Chludowo. Er wurde dort am 25. Jänner 1940 interniert und wie viele seiner Studienkollegen am 22. Mai 1940 verhaftet und über das Fort VII in Poznan und das KZ Dachau in das KZ Gusen (I) deportiert, wo er am 2. August 1940 eintraf und die Häftlingsnummer 6579 erhielt. In Gusen musste Kazimierz Kurianski anfangs Steine für den Lageraufbau schleppen und durfte dann später als Maurergehilfe arbeiten. Dennoch verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rasch und bekam die Ruhr. Er starb daraufhin im KZ Gusen (I) am 13. November 1940. Am 23. August 2008 wurde er zusammen mit 122 anderen polnischen Geistlichen in einem noch laufenden Seligsprechungsverfahren mit dem Titel „Diener Gottes“ geehrt.

 

Rudolf A. Haunschmied, Gedenkdienstkomitee Gusen (www.gusen.org)

Rudolf A. Haunschmied, geboren und aufgewachsen in St. Georgen/Gusen, widmet sich schon seit frühester Jugend neben Ausbildung und Brotberuf der Erforschung der Geschichte des KZ-Komplexes Gusen I, II & III. Er ist Mitbegründer des Gedenkdienstkomitees Gusen (www.gusen.org) und setzt sich seit Jahren auch für die Erhaltung, den Denkmalschutz und die Einbeziehung einzelner noch verbliebener baulicher Reste der Lager von Gusen in eine Erinnerungslandschaft „St. Georgen-Gusen-Mauthausen“ ein.

 

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Kazimierz Marian Kuriański, Geistlicher der Missionare des Göttlichen Wortes SVD

Kazimierz Marian Kuriański wurde am 25. Februar 1917 in Drohobycz in der damaligen Diözese Przemyśl geboren. Sein eigentlicher Geburtsort war jedoch Jazłowiec, wo die Verehrung der Muttergottes namens „Pani Jazłowiecka“ noch sehr verbreitet war. Sein Vater war Maurer und arbeitete auch als Hilfskraft auf dem Gemeindeamt. Kazimierz wuchs in einer frommen katholischen Familie auf. Er genoss eine fröhliche Kindheit und verbrachte viel Zeit in der Natur und beim Spielen mit seinen Freunden. Er war Ministrant und Mitglied des Jesuskind-Vereins. Zu dieser Zeit entstand seine missionarische Berufung. Er wurde sich dieser Berufung bewusst und pflegte sie, indem er für die Konvertierung der Heiden und die Gnade des Missionarsdaseins betete. Sein Vater konnte Kazimierz aus finanziellen Gründen nicht ins Knabenseminar in Bruczków schicken, doch Pfarrer Andrzej Krasiński löste dieses Problem. 1931 wurde Kazimierz in die Schule der Steyler Missionare in Bruczków aufgenommen. In dieser Zeit konnte er auch alle Missionszeitschriften in der Bücherei lesen.

1933 zog er nach Rybnik, wo er das Gymnasium abschloss, und ein Jahr danach setzte er seine Ausbildung in Górna Grupa fort. Er praktizierte die Tugend der Geduld und der Arbeitsamkeit in heroischem Ausmaß, beteiligte sich an allen gemeinschaftlichen Arbeiten und widmete sich nebenher auch dem Studium, der Lektüre und dem Sport, wobei er sich in all diesen Aktivitäten hervorgetan hat.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ereilte ihn im Missionshaus St. Stanislaus Kostka in Chludowo. Dort sollte er am 8. September 1939 sein zweijähriges Noviziat abschließen und sein erstes Gelübde ablegen. Doch der Krieg änderte das Vorhaben der Oberen, obwohl Kazimierz seiner Berufung treu blieb. Er hätte nach Hause zurückkehren können, entschied sich jedoch zu bleiben. Am 4. September legte er sein erstes Gelübde vor dem Rektor Ludwik Mzyk ab. Der Hauptgrund, dieses vorzuziehen, war die Aufforderung zur Evakuierung aller Bewohner*innen von Chludowo nach Warschau. Nach wenigen Tagen kehrte die Flüchtlingsgruppe nach Chludowo zurück, da das ganze Land von den Invasoren besetzt wurde.

Kurz danach führten die deutschen Behörden eine Zwangsregistrierung aller Bewohner*innen von Chludowo durch. Kazimierz bekannte sich als Katholik und polnischer Staatsbürger, wodurch seine spätere Inhaftierung in einem Konzentrationslager beschieden war. Von da an durfte er sich nicht mehr frei bewegen und musste einen Passierschein einholen. Die ausstellende Person, von der Gestapo ernannt, kontrollierte auch die Bewegungen im Haus: die Ankunft Fremder im Kloster und die Gespräche mit den Bewohnern. Zudem wurde die Gemeinde oft vom SS-Offizier Franz Wolf aufgesucht, der das Kloster überwachte.

Am 25. Jänner 1940 wurden alle Bewohner des Missionshauses interniert, zudem wurden 40 Priester aus Poznań und Umgebung dorthin gebracht. Am selben Tag verhaftete die Gestapo den Novizenmeister Pater Ludwik Mzyk, der später im Fort VII in Poznań ermordet wurde. Dieses Ereignis begleitete Kazimierz auf allen Etappen seines Wegs zum Martyrium und half ihm, die Verfolgung zu ertragen. Obwohl die Internierten unter widrigsten Bedingungen und in einer katastrophalen Ernährungs- und finanziellen Lage lebten, wurde das Novizenprogramm ordnungsgemäß fortgesetzt.

Am 19. Mai 1940 legte er das erste Gelübde im Eilverfahren ab, da die Oberen von der kurz bevorstehenden Überstellung der Internierten ins Konzentrationslager Dachau unterrichtet wurden. Und so geschah es auch. Am 22. Mai 1940 wurden Kazimierz und seine Ordensbrüder ins Fort VII in Poznań und von dort in Viehwaggons ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Dort bekam er die Nummer 11450 zugewiesen. Nach seiner Ankunft im Lager begann eine zweimonatige Quarantäne voller Strafübungen, unendlicher Stunden Appell, unmenschlicher „Sportübungen“, Deutschlernens und Schmähgesänge. Das einzige Ziel war es, die Häftlinge zu brechen und sie ihrer Menschenwürde zu berauben.

Am 2. August 1940 erfolgte ein Transport mit 1.000 polnischen Häftlingen, darunter 150 Geistliche, vom Konzentrationslager Dachau in das Konzentrationslager Gusen. Dort wurde ihm die Nummer 6579 zugewiesen. Da sich das Lager noch im Bau befand, waren die Lebensbedingungen schlimmer als in Dachau. Bei Regen drang das Wasser in die Baracken ein, und die Kleidung war fast immer feucht, was die Hygiene erschwerte.

Von Anfang an war die Absicht die Ausrottung der polnischen Intelligenzia und Geistlichkeit. Die SS-Männer, die den Bau des Lagers beaufsichtigten, nannten es „Vernichtungslager für die polnische Intelligenz“. In Gusen war der einzig mögliche Ausgang über den Schornstein des Krematoriums – so teilte es der Lagerkommandant den neuangekommenen Häftlingen mit.

Zunächst in Dachau und danach in Gusen versammelte sich die Novizen- und Seminaristengruppe nach der Arbeit, um der Zeit in Polen zu gedenken. Dies war wichtig für sie, da das Gemeinschaftsgefühl und das Gebet zu den wichtigsten Überlebensfaktoren zählten.

Kazimierz wurde zur Arbeit im Steinbruch eingeteilt, wo er über zwei Kilometer vom Lager entfernt Steine schleppen musste. Danach wurde er für den Bau der SS-Villen als Hilfsmaurer abgestellt. Während dieser Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er bekam blutigen Durchfall, im Lagerjargon als „Czerwonka“ (Ruhr) bekannt, aufgrund einer Suppe mit faulen Rüben. Kazimierz wurde auf das Revier gebracht. Im Lager war der Glaube weit verbreitet, dass die Häftlinge, die an Durchfall litten, bald ins Krematorium kommen würden. Und so geschah es auch. Sein erschöpfter Körper hielt es nicht mehr aus. Am 13. November 1940 starb er in liturgischer Erinnerung an den Heiligen Stanislaus Kostka, den Kazimierz besonders verehrte – so bemerkten es seine Kameraden. Laut Lagerbericht war die Todesursache eitriges Ödeme sowie Herzkreislaufversagen. Bei seinem Antrag auf Aufnahme in den Orden hatte er geschrieben, dass er zu allem bereit sei, auch zum Märtyrertum. Zweifelsohne war er zu seinem Todeszeitpunkt bereit, für seinen Glauben zu sterben.

Der Priester Jan Chodzidło SVD, Ausbildner und spiritueller Leiter der Novizen in Chludowo während des Kriegs, sagte 1941 über alle Priester und Novizen, die damals in den Lagern Dachau und Gusen umkamen:

„Gott will die Welt erneuern und den Himmel mit Heiligen füllen. Daher sucht er reine, unschuldige, wertvolle, dem Lamm Gottes sehr ähnliche Opfer. Diese unschuldigen Lämmer sind unsere Priester. Sie wurden von Gott auserwählt, um ihm das Opfer ihres Lebens als Wiedergutmachung für die Sünden der Welt darzubieten und um Segen und Gnade zu bitten.“

 

Gerardo Rodríguez (2023)

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