Marcelino Sanz Mateo 1894 - 1941

Geboren 14.5.1894 in Alcorisa
Gestorben 29.7.1941 in Gusen

Biografie

Aragon

Marcelino Sanz Mateo wurde am 14. Mai 1894 in Alcorisa, einem Dorf der Provinz Teruel in Niederaragonien geboren. Er war der Sohn eines Landarbeiterpaares im Aragon, Valera Mateo Bielsa und Juan Sanz Ballester. In der Klosterschule seines Dorfes lernte er lesen, schreiben und rechnen, was in einem Land, das vor der Gründung der Republik 70 % Analphabeten zählte, außergewöhnlich war. Als er 24 Jahre alt war, heiratete er Benigna Formento Espallargas, geboren am 13. Februar 1897. Aus dieser Ehe gingen drei Töchter – Maria, Juana und Alicia – und vier Söhne – Sebastian, Valero, Anastasio und Lauro Daniel hervor. Alle wurden in Alcorisa geboren und lebten dort bis zum Krieg.

Genau wie sein Vater fristete Marcelino dort sein Dasein als Landarbeiter. Da er sich für fortschrittliche Ideen interessierte, trat er am 14. April 1935 der Gewerkschaft C.N.T. bei. Nach dem Sieg der Volksfront in Spanien wurde er am 15. August 1936 von seiner Wohngemeinde zum Landwirtschaftsdelegierten ernannt; von da an interessierte er sich immer mehr für Politik. Von 1935 bis zum Beginn des Bürgerkrieges sammelte er kollektivistische Erfahrungen im Rahmen einer autarken und selbstverwalteten ländlichen Gemeinschaft, die mit anderen Kooperativen in Aragon und Katalonien Handel betrieb. Marcelino war ein friedfertiger und unbedarfter Mann, der folgende Personen zutiefst verehrte: Jesus (seiner Meinung nach der erste Revolutionär der Geschichte), Pasteur und Cervantes, dessen Don Quichote er immer wieder las. Er glaubte an das Gute im Menschen und an dessen innigen Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Als zum Beispiel die Kirche seines Dorfes in eine Autowerkstatt umfunktioniert wurde, widersetzte er sich der Zerstörung der Heiligenstatuen; für ihn handelte es sich um von Menschenhand geschaffene Kunstwerke, die es zu erhalten galt, weil deren Schöpfer etwas von ihrem Handwerk verstanden und Achtung verdienten. Dennoch konnte er die Zerstörung der Statuen nicht verhindern. Da ihm Grausamkeit widerstrebte, stellte er sich dem Massaker junger Seminaristen entgegen, aber auch das vermochte er nicht abzuwenden. Für die Behörden, welche die Region kontrollierten, war das Grund genug, ihn zu verhaften. Er wurde in die Kreisstadt Alcañiz überführt, wo er vor Gericht gestellt und beinahe erschossen wurde; schließlich wurde er auf Druck seiner Frau und des Dorfrates wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Krieg

Die politische Situation des Landes verschlechterte sich plötzlich, und der Bürgerkrieg brach aus. Während dieser Zeit gewährte Marcelino den republikanischen Soldaten und Kämpfern der Internationalen Brigaden Unterschlupf, damit sich diese von den Kämpfen an der aragonischen Front erholen konnten. Einer von ihnen war Juan Uceda Fernández. Er wurde im August 1913 in Cueva de Almonzona, Murcia, geboren, und war Fahrer und Melder eines Kommandanten der republikanischen Armee. Er verliebte sich in die 17-jährige Maria, die älteste Tochter von Marcelino. Juan war es, der Anfang März 1938 die Familie Sanz mitten in der Nacht aufweckte und sie drängte, mit ihm in seinem Auto zu fliehen. Marcelino blieb allein zurück. Ein paar Tage später folgte Marcelino mit einer Ziege und einem Maultier, das einen mit Kleidung und lebensnotwendigen Gegenständen beladenen Karren zog, seiner Familie nach San Mateo in der Provinz Castellón de la Plana.

Marcelino blieb trotz allem optimistisch und war davon überzeugt, dass der Konflikt bald mithilfe einer internationalen Stellungnahme besiegelt werden könne. Er beschloss, sich nach Valencia zu begeben, wo sich die republikanische Regierung zurückgezogen hatte. Als er Castellón erreichte, wurde ihm jedoch von den Behörden geraten, nach Katalonien zu fliehen. Nachdem Marcelino und seine Familie nahezu 200 Kilometer mit der Karre zurückgelegt hatten, erreichten sie Villafranca del Penedés bei Barcelona Im April 1938 und ließen sich in der bedeutenden landwirtschaftlichen Kooperative La Pérégrina nieder. Diese gehörte der C.N.T. und unterhielt ausgezeichnete Beziehungen mit der Landwirtschaftskooperative von Alcorisa. Während dieses Aufenthalts nutzte Juan Uceda Fernández einen Fronturlaub, um Maria in Barcelona zu heiraten. Nach der Hochzeit kehrte er zu seinem Regiment zurück.

Die Flucht

Als Marcelino Anfang Januar erfuhr, dass es den Nationalisten gelungen war, den Ebro – die die letzte Bastion der Republikaner gegen den Vormarsch der Franco-Truppen – zu überqueren, belud er seinen Karren erneut und floh mit den anderen Familien der Kooperative zur spanischen Grenze. Die Reise gestaltete sich sehr schwierig, denn es war Winter und kalt. Sie schlossen sich einer kompakten Menge von Zivilisten und Soldaten an, die sich alle anschickten, die Pyrenäen zu überqueren. Die „Retirada“ hatte begonnen. Sie schliefen unter dem Karren oder in unbewohnten Häusern und aßen, was sie auf den nunmehr verlassenen Feldern finden konnten. Nachdem sie mehr als 200 Kilometer zurückgelegt hatten, erreichten Marcelino und seine Familie La Junquera, wo sich bereits viele andere republikanische Flüchtlinge angesammelt hatten. Aber entgegen den offiziellen Informationen machten die französischen Behörden keine Anstalten, die Grenze zu öffnen. Am 9. Februar 1939 wurde sie endlich geöffnet. Wie alle anderen Flüchtlinge musste Marcelino seinen Karren und sein Maultier zurücklassen. Als er die Grenze überschritt, blieb ihm nur noch ein Bündel. Die Frauen, Kinder und alten Menschen, darunter Benigna und ihre Kinder, wurden mit Bussen über die Grenze gebracht. Die Flüchtlinge wurden in Le Boulou, in der Nähe des Perthuspasses, versammelt. Dort trennten französischen Soldaten mit Hilfe von Senegalschützen die erwachsenen Männer gewaltsam von den Frauen und Kindern und verursachten große Verzweiflung bei den Familien.

Wiedersehen unter bitteren Umständen

Die meisten Männer, darunter Marcelino, wurden ins Konzentrationslager von Argelès-sur-Mer in den östlichen Pyrenäen gebracht. Seine Frau und die sieben Kinder wurden zusammen mit anderen Müttern in einem beschlagnahmten Hotel in Mézin im Departement Lot-et-Garonne, mehr als 300 Kilometer westlich von Argelès-sur-Mer, untergebracht. Ebenso wie tausende Soldaten und Zivilisten überquerte Juan seinerseits die Grenze durch den Tunnel, der Port Bou mit Cerbère verband, und landete ebenfalls im Lager Argelès-sur-Mer, ohne zu wissen, wie es um die Familie Sanz stand. Als Juan sich von seiner jungen Ehefrau trennte, gab er ihr die Adresse seiner in Frankreich eingebürgerten Onkel, die in Givors in der Nähe von Lyon lebten. Dank der Onkel gelang es ihnen, wieder Kontakt aufzunehmen. In seinem ersten Brief schrieb Juan Maria folgenden Brief:

Argelès-sur-Mer, 2. März 1939

„Beim Lesen deines lang ersehnten Briefs ist mein Herz vor Freude explodiert. Ich habe 40 bittere Tage verbracht, aber nicht wegen des Krieges, sondern weil ich nichts von dir gehört habe. Gleich nach meiner Ankunft in Frankreich am 8. Februar habe ich meinen Onkeln in Frankreich ein Telegramm geschickt, um herauszufinden, ob sie Neuigkeiten von dir hatten. Mein Cousin Miguel antwortete, dass er weder von dir noch von deiner Mutter etwas gehört habe, und fügte hinzu, dass er gerade dabei war, die erforderlichen Unterlagen auszufüllen, um mich hier rauszuholen. Wenn alles gut geht, bin ich bald bei ihnen … Vor ein paar Tagen hat Miguel endlich ein Lebenszeichen von dir erhalten. Ich habe dir sofort geantwortet, aber der Brief wurde zurückgeschickt, weil die Adresse unvollständig war. Es blieb mir nichts anderes übrig, als einen weiteren Brief von dir abzuwarten. Das Schicksal war uns gut gesinnt, denn er erhielt wieder einen Brief von dir, den er sofort an mich weiterschickte.
In diesem Brief bittest du mich, deinen Vater zu suchen. Im Durcheinander des überfüllten Lagers bin ich tatsächlich auf den Mann und Sohn der Familie la Galera gestoßen. Sie erzählten mir, dass Ihr ein paar Tage in La Junquera verbracht habt, dass dein Vater zuerst in ein Fort und anschließend in dieses Lager gebracht worden war, und dass sie erst vor fünf Minuten mit ihm gesprochen hätten. Bald darauf habe ich ihn gefunden. Seit dem 15. sind wir ständig zusammen. Er wäscht gerade seine Wäsche. Ich werde mich auch um meine Wäsche kümmern, ich lasse sie gerade in einem Topf kochen, weil es hier vor Ungeziefer wimmelt. Wir leben hier, als wäre es Sommer – wir schlafen am Strand auf dem Sand und schützen uns mit Schilfabdeckungen …“

Hier nahm die Korrespondenz zwischen Marcelino und seiner Familie ihren Anfang.

Chronologie

Kriegsvorbereitungen

In ganz Europa gingen Kriegsgerüchte um. Hitler war an die Macht gekommen, er hatte sich mit Mussolini und Franco verbündet und machte keinen Hehl daraus, dass er auf Expansionskurs war und Deutschland dementsprechend wieder aufgerüstet hatte. Das war der Stand Anfang 1939, als binnen kurzer Zeit zwischen 450.000 und 500.000 spanische Republikaner – als „rot“ geltende Soldaten und Zivilisten aller Gesellschaftsschichten – Frankreich erreichten. Die französischen Behörden waren völlig überfordert und misstrauisch und sperrten die Flüchtlinge in improvisierte Konzentrationslager ein; zu deren Überwachung wurden Streitkräfte von anderen strategischen Orten des Landes abgezogen. Frankreich ging davon aus, dass die spanischen Flüchtlinge infolge eines politischen Abkommens mit Franco bald in ihr Land zurückkehren würden. Es kam aber alles ganz anders … Marcelino und seine Familie hatten keine Ahnung, dass eine neuerliche weltweite Tragödie am Gären war. Wie viele andere waren sie vor einem Krieg geflohen, um bald darauf mit einem anderen Krieg konfrontiert zu sein, der kaum Aussichten ließ, ungeschoren davon zu kommen. In der nachstehenden Chronologie werden nur die bedeutendsten Ereignisse dieser Zeit angeführt. Sie zeigt auf, wie sehr das Schicksal der spanischen Flüchtlinge, die Opfer und Gefangene zweier Kriege waren, von Schmerz und Leid geprägt war.

Ereignisse

2. Jänner 1939

Die US-Zeitschrift Time wählte Adolf Hitler zum „Mann des Jahres 1938“.

15. Jänner 1939

Der französische Premierminister Léon Blum unterstützte die Republikaner ab 1936, war aber dazu gezwungen, dem Druck der Konservativen und Englands nachzugeben und einen Nichtinterventionspakt zu unterzeichnen. Erst 1939 genehmigte Frankreich wieder den Waffentransit, um die spanische Republik mit Waffen zu versorgen.

21. Jänner 1939

Frankreich eröffnete in Rieucros (Ariège) das erste Internierungslager für unerwünschte Ausländer, die gemäß dem Gesetz vom 12. November 1938 als solche ausgewiesen worden waren. Dort wurden hauptsächlich jüdische und nichtjüdische Deutsche eingesperrt, die vor dem Nazi-Regime geflohen waren, und als potentielle Spione betrachtet wurden. Es wurden aber auch zahlreiche republikanische Spanier und Mitglieder der Internationalen Brigaden dort interniert. Anfang November 1939 wurden diese Männer ins Lager Vernet im Departement Ariège gebracht. Ab diesem Zeitpunkt war das Lager Rieucros Frauen vorbehalten.

26. Jänner 1939

Barcelona fiel unter die Kontrolle von Francos Truppen. Katalonien fiel in die Hände der nationalistischen Truppen. Von Jänner bis März überquerten zwischen 450.000 und 500.000 spanische Flüchtlinge die französische Grenze und wurden in Konzentrationslagern (Argelès, Bram, Gurs …) interniert. 170.000 beschlossen, wieder nach Spanien zurückzukehren, sehr viele von ihnen wurden gefangengenommen oder erschossen.

5. bis 10. Februar 1939

Katalonien wurde vollständig von den Franco-Truppen besetzt.

25. Februar 1939

Die französische Regierung und die spanische nationalistische Regierung unterzeichneten am 25. Februar 1939 in Burgos, dem Sitz der nationalistischen Regierung, heimlich den französisch-spanischen Bérard-Jordana Vertrag, der offiziell eine gute Nachbarschaft besiegelte. Bei diesem Abkommen ging es um die Erlangung der Neutralität Spaniens, im Gegenzug wurde Franco als legitimer Herrscher Spaniens anerkannt.

27. Februar 1939

Frankreich und Großbritannien erkannten Franco an und besiegelten damit das Todesurteil der spanischen Republik.

28. Februar 1939

Als der republikanische Präsident Spaniens, Manuel Azaña, der ebenfalls nach Frankreich geflüchtet war, davon erfuhr, trat er von seinem Amt zurück.

2. März 1939

Philippe Pétain wurde zum französischen Botschafter in Burgos ernannt, um unter anderem die Rückführung der Goldreserven der Bank von Spanien und der Gemälde des Prado-Museums, die nach Frankreich gebracht worden waren, zu überwachen. Franco und Pétain hatten beide in Marokko gekämpft, sie kannten und schätzten einander.

5. bis 10. März 1939

Vom republikanischen Oberst Segismundo Casado angeführter Putsch gegen die Regierung Negrín in Madrid; Casado wollte mit Franco die Kapitulation der Armee unter „ehrbaren Bedingungen“ aushandeln.

6. März 1939

Flucht der wichtigsten spanischen republikanischen Anführer nach Frankreich, England, in die UdSSR und nach Mexiko.

13. März 1939

Marcelino schrieb seinen ersten Brief aus Argelès-sur-Mer.

15. März 1939

Deutschland besetzte die Tschechoslowakei.

26. bis 29. März 1939

Letzter Vorstoß der Franco-Truppen: Kapitulation der republikanischen Armeen, Madrid fiel am 27. März.

1. April 1939

In Burgos verlautbarte Franco das Siegeskommuniqué „último parte“, aus dem hervorging, dass die nationalistischen Armeen alle militärischen Ziele erreicht hatten und der Krieg vorbei sei. Das war der Anfang der grausamen Franco-Diktatur, die bis 1975 dauerte.

4. April 1939

Die Vereinigten Staaten erkannten die Franco-Regierung an, und viele andere Länder folgten ihrem Beispiel; Papst Pius XII. gratulierte dem „Generalisimo" zu seinem Sieg in Spanien. Nur Mexiko sollte die Franco-Regierung nie anerkennen. Von diesem Land wurden zahlreiche republikanische Spanier aufgenommen.

1. Mai 1939

Marcelino schrieb seinen ersten Brief aus Condamine Chatelard in den Alpen, wo er mit seinem Schwiegersohn Juan in die 11. Arbeitseinsatzgruppe für Ausländer eingegliedert worden war, um an der Sanierung einer strategischen Bergstraße zum Parpaillontunnel zu arbeiten.

13. Mai 1939

Juan gelang mit einem weiteren Gefangenen die Flucht aus der 11. Arbeitseinsatzgruppe. Er ging fünf Tage lang in Richtung Lyon, wo Mitglieder seiner Familie lebten, und hoffte, seine Frau Maria später im Departement Gers wiederzufinden. Am 17. Mai wurde er von Gendarmen verhaftet und verbrachte etwa 20 Tage im Gefängnis, bevor er wieder in die 11. Arbeitseinsatzgruppe geschickt wurde. Juan berichtete später: „Seit meiner Ankunft in Frankreich hatte ich kein einziges Mal so gut gegessen und war nie so gut behandelt worden wie während der zwanzig im Gefängnis verbrachten Tage.“

22. August 1939

Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen-Nichtangriffspaktes.

23. August 1939

Die französischen Kommunisten stimmten diesem Pakt zu und waren somit isoliert. Für die spanischen Flüchtlinge wurde die Lage damit noch schwieriger, da sie alle als Kommunisten abgestempelt wurden, was keineswegs der Fall war.

1. September 1939

Deutschland überfiel Polen. Generalmobilmachung in Frankreich und England.

3. September 1939

England und Frankreich sowie Australien und Neuseeland erklären Deutschland den Krieg. Es war der Beginn des „Sitzkrieges“, denn die kriegsführenden Länder kämpften nicht.

28. Oktober 1939

Die Juden Deutschlands wurden gezwungen, einen gelben Stern sichtbar zu tragen.

4. November 1939

Der amerikanische Kongress verabschiedete die „Cash-and-Carry-Klausel“, die den Verkauf von Kriegsmaterial an Krieg führende erlaubte, sowie ein Gesetz, das ihre Neutralität im zukünftigen Konflikt festlegte.

30. November 1939

Die UdSSR marschierte in Finnland ein.

8. Jänner 1940

Marcelino schrieb aus Gorzes im Departement Moselle, weil die 11. Arbeitseinsatzgruppe dorthin verlegt worden war.

15. Jänner 1940

Einführung der Lebensmittelkarten in Frankreich. In Großbritannien wurden insbesondere Butter, Zucker und Fleisch rationiert.

18. Jänner 1940

Dänemark, Norwegen und Schweden bekräftigten ihre Neutralität im Konflikt.

5. Februar 1940

Der Oberste Rat der Alliierten, dem die französischen und britischen Minister angehörten, verabschiedete einen Landeplan in Norwegen mit dem Ziel, die finnischen Streitkräfte zu unterstützen.

12. Februar 1940

Die Sowjetunion und Deutschland unterzeichneten ein Handelsabkommen, um der französisch-britischen Seeblockade entgegenzuwirken.

23. Februar 1940

Die Alliierten richteten die Nordatlantik-Blockade ein, um die Deutschen am Transport von skandinavischem Erz zu hindern.

24. Februar 1940

Erstellung des Sichelschnittplans („Fall Gelb“) betreffend den Angriff auf die Westfront.

12. März 1940

Friedensabkommen zwischen Finnland und der Sowjetunion

20. März 1940

44 kommunistische Abgeordnete wurden in Paris wegen eines Versuchs, die Partei trotz Verbots wiederaufzubauen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht gestellt. Alle wurden zu zwei bis fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

27. März 1940

Himmler beschloss den Bau des Lagers Auschwitz.

27. März 1940

Norwegen-Feldzug

9. April 1940

„Unternehmen Weserübung“: Dänemark und Norwegen wurden von Deutschland überfallen: Dänemark kapitulierte.

10. bis 13. April 1940

Schlacht um Narvik.

14. April 1940

Landung der französischen und britischen Streitkräfte in mehreren norwegischen Häfen, insbesondere in Narvik.

Ende April bis Anfang Mai 1940

Juan und Marcelino wurden beurlaubt, um ihre Familie in Mézin besuchen zu können. Zuerst begab sich Juan nach Mézin, nach seiner Rückkehr durfte Marcelino sich auf den Weg machen. Die endlich vereinte Familie Sanz nutzte die Gelegenheit, um sich fotografieren zu lassen. Es war das einzige Familienfoto.

2. Mai 1940

König Haakon VII. von Norwegen begab sich ins Exil in Großbritannien.

5. Mai 1940

In London wurde eine norwegische Exilregierung gebildet.

10. Mai 1940

Beginn des „Westfeldzuges“: Vorstoß in Sedan. Deutsche Offensive im Westen: Angriff auf die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Französische und britische Truppen drangen in Belgien ein. Großbritannien: Trotz Churchills Verantwortung für die Niederlage des Norwegen-Feldzugs wurde Chamberlain zum Rücktritt aufgefordert, auch von seiner eigenen Partei. Churchill übernahm die Führung einer Regierung der nationalen Einheit. Großbritannien marschierte erfolgreich in Island ein („Operation Fork“).

13. Mai 1940

Als Winston Churchill seine Regierung dem Unterhaus vorstellte, sagte er, dass er nur „Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“ zu bieten habe. Königin Wilhelmina von den Niederlanden und die niederländische Regierung trafen in London ein.

Durchbruch der Deutschen bei Sedan.

15. Mai 1940

Die Niederlande kapitulierten nach dem Überfall der Deutschen.

24. Mai 1940

Im Rahmen der „Operation Alphabet“ wurden die alliierten Truppen (britische, französische und polnische Truppen) aus dem Hafen von Narvik (Nordnorwegen) evakuiert, was den Erfolg der „Operation Weserübung“ von Nazi-Deutschland am 6. April und das Ende der britischen Kampagne in Norwegen besiegelte. Die Evakuierung war am 8. Juni 1940 beendet.

1. Juni 1940

Marcelino schrieb einen letzten Brief an seine Familie aus Novéant-sur-Moselle.

5. Juni 1940

Ministerwechsel in Frankreich: General Charles de Gaulle wurde zum Staatssekretär für Verteidigungsfragen ernannt.

6. Juni 1940

Die deutschen Streitkräfte durchbrachen die nördliche Verteidigungslinie Frankreichs.

8. Juni 1940

Allgemeine Niederlage der französischen Armee. Die französische Zivilbevölkerung zieht vermehrt in den Süden des Landes. Innerhalb von fünf Tagen verließen zahlreiche Pariser ihre Stadt. Vermutlich wurde Marcelino damals von den Deutschen verhaftet.

9. bis 10. Juni 1940

Es kann mit großer Sicherheit angenommen werden, dass Marcelino während dieser Zeitspanne in deutsche Gefangenschaft geriet. Juan gelang die Flucht, er erreichte Bédarieux im Departement Hérault mit den Restbeständen der Arbeitseinsatzgruppe. Dort blieb er ein paar Monate, bis die Truppen aufgelöst wurden, und konnte seine Frau endlich wiedersehen.

10. Juni 1940

Die französische Regierung zog sich nach Bordeaux zurück. Italien erklärte Frankreich und England den Krieg.

14. Juni 1940

Die deutschen Truppen marschierten in Paris ein. Nur in den Vororten wurde Widerstand geleistet.

16. Juni 1940

Marschall Philippe Pétain wurde nach dem Rücktritt von Paul Reynaud zum Präsidenten des Ministerrats gewählt. Am 17. Juni befahl er in einer Radioansprache, „den Kampf zu beenden".

18. Juni 1940

Der mittlerweile nach London geflüchtete General Charles de Gaulle hatte dort ein Befreiungskomitee ins Leben gerufen und rief seine Landsleute in einer historischen Radioansprache auf, den Kampf nicht einzustellen und sehr wohl Widerstand zu leisten.

22. Juni 1940

Unterzeichnung des deutsch-französischen Waffenstillstands.

28. Juni 1940

General de Gaulle wurde von den Briten als Führer des freien Frankreichs anerkannt. Dennoch unterhielt Winston Churchill bis Mai 1941 weiterhin Kontakte zur Regierung von Marschall Pétain in Vichy.

August 1940

Erster Bombenangriff auf London, gefolgt von einem englischen Bombenangriff auf Berlin.

20. August 1940

Der erste Deportationskonvoi verließ Frankreich. Er umfasste 927 Personen: Männer, Frauen und Kinder. Mit diesem Zug wurden die spanischen Flüchtlinge in das Lager Mauthausen gebracht, wo die SS alle Personen über 13 - insgesamt 470 Menschen – aussteigen ließ. Die spanischen Häftlinge wurden nicht mit dem roten Dreieck der politischen Häftlinge gekennzeichnet, sondern trugen die Farbe Blau der Staatenlosen, nachdem die Regierung Francos erklärt hatte, dass diese „Roten“ nicht mehr als spanische Staatsangehörige betrachtet werden könnten. Die Frauen und jüngeren Kinder blieben im Zug und wurden der Franco-Regierung ausgeliefert. Sie sind alle spurlos verschwunden. 1945 wurden nur 73 Überlebende dieses Konvois gezählt.

30. Oktober 1940

Pétain kündigte die Kollaboration Frankreichs mit Deutschland an.

18. Dezember 1940

Hitler arbeitete an den Plänen des Unternehmens Barbarossa, bei dem es um den Überfall auf Russland ging.

27. April 1941

Athen wurde von den deutschen Truppen besetzt.

22. Juni 1941

Unternehmen Barbarossa: Russland wurde von Deutschland besetzt.

19. Juli 1941

Marcelino starb im Lager Gusen in der Nähe von Mauthausen.

29. August 1941

Pétain hielt während eines Propaganda-Besuchs in Mézin in Südfrankreich und schüttelte den Kindern der kommunalen Schule die Hände, ohne zu ahnen, dass sich unter den französischen Kindern auch Kinder von spanischen „Roten“ befanden, die von der lokalen Bevölkerung untergebracht und geschützt wurden, darunter auch die Kinder von Marcelino.

15. September 1941

Beginn der Schlacht von Leningrad.

21. Oktober 1941

Das Rote Kreuz verständigte Marcelinos Familie von seinem Tod.

23. November 1941

In Auschwitz wurden die Gaskammern erstmals in Betrieb genommen, um deportierte Juden zu töten. Davor wurde sie zur Tötung von deutschen Gegnern eingesetzt.

7. Dezember 1941

Japanischer Luftangriff auf Pearl Harbor. Die Vereinigten Staaten traten in den Krieg ein.

6. Juni 1944

Die Alliierten landeten in der Normandie.

5. Mai 1945

Die amerikanischen Truppen befreiten das Lager Mauthausen.

8. Mai 1945

Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

Alban Sanz, Enkel

 

Website für Marcelino Sanz Mateo

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