Àngel Artola Casals 1903 - 1941
Geboren 2.8.1903 in Sant Hilari Sacalm
Gestorben 12.8.1941 in Gusen
Biografie
Àngel Artola war ein katalanischer Lehrer und Opfer des Nationalsozialismus, geboren am 2. August 1903 in Sant Hilari Sacalm im Landkreis La Selva. Von 1919 bis 1923 studierte er Lehramt an der Escola Normal in Barcelona, brach jedoch das Studium wegen des Militärdienstes in Afrika 1925–1926 ab und holte die Abschlussprüfung nach.
1931 war er Lehrer in Les Franqueses del Vallès, und das Gemeindeamt zeigte sich mit seiner erfolgreichen Arbeit zufrieden. 1932 heiratete er Rita Verdolet Serrallonga in Sant Hilari Sacalm. Zwei Jahre später übernahm er 1934 eine Lehrstelle in Roda de Ter. Drei Jahre nach der Eheschließung bekam das Paar am 9. November 1935 einen Sohn, Josep.
Er war einige weitere Jahre als Lehrer tätig. Die Schüler haben noch heute Àngel Artola als guten Lehrer in Erinnerung, weil sein Unterricht anders war. Er ließ sie das Wetter anhand einer Wetterstation auf dem Schulhof messen, zudem verrichteten sie andere praktische Arbeiten wie Wände malen. Anlässlich der Kinderwoche 1937 suchte Àngel einen Film aus, um ihn mit seinen Schülern anzusehen, und forderte sie zu einer Festrede auf. Ziel war es, den Unterricht anders zu gestalten. Anhand seiner Einstellung wurde erkennbar, dass ihm seine Arbeit sehr gefiel, und er wurde sogar in einem Buch über die Geschichte von Roda de Ter als Lehrer gewürdigt.
Seine großartige Arbeit veranlasste die Gemeinde, seine Befreiung vom Kriegsdienst anzustrengen. Es ist jedoch nicht klar, ob er schließlich einrückte oder nicht. Die Familie kann sich nicht daran erinnern, dass er in den Krieg zog, doch der Dichter Josep M. Martí i Pol erinnerte sich daran, wie er als Soldat in die Schule ging, um sich zu verabschieden.
Àngel Artola Casals ging über Portbou ins Exil und wurde als Leutnant im Internierungslager Argelès-sur-Mer (Landkreis Vallespir) untergebracht. Nach einiger Zeit ging er nach Pavilly und danach nach Cognac, wo er seinen jüngeren Bruder Ramon Artola Casals und dessen Frau Dolors Soler, beide ebenfalls Lehrer, wieder traf.
Er war im Hôtel-Restaurant des Messageries untergebracht. Von hier schrieb er: „Jeden Tag treffe ich Ramon und Dolors, und sonntags verbringen wir den ganzen Tag gemeinsam.“
Einer Aufforderung der französischen Behörden folgend, wiesen sich alle drei aus, was sehr wenige taten, weshalb sie bei Eintreffen der deutschen Besatzungsbehörden schnell inhaftiert wurden.
Schließlich wurde Àngel Artola Casals von den Nazis in Gusen am 31. August 1941 ermordet.
Cristina Gómez Sanz, Mittelschullehrerin in seinem Heimatort (2025)
Quellen:
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (29. Jänner 2024). Hilariencs que van ser víctimes de l’Holocaust
Memorial Democràtic (o. D.). Àngel Artola: Fitxa de deportació
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (o. D.). 39063163-1.pdf
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (27. Jänner 2023). Hilariencs que van ser víctimes de l’holocaust
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (13. Jänner 2024). Avui, Sant Hilari 2024
Position im Raum

