Ramón Artola Casals 1912 - 1941
Geboren 28.5.1912 in Campos
Gestorben 31.8.1941 in Gusen
Biografie
Ramon Artola Casals wurde am 28. Mai 1912 in Campos del Port in Mallorca geboren. Im frühen Kindesalter zog er mit seinem Vater nach Katalonien. Er hatte einen neun Jahre älteren Bruder, Àngel. Er besuchte in Barcelona das Gymnasium und studierte Handel. Im Juni 1927 bestand er die Aufnahmeprüfung zum Lehramtsstudium an der Escola Normal in Barcelona. Nach dem Militärdienst absolvierte er die Beamtenprüfung und wurde in Sant Quirze de Besora (Landkreis Ripollès) zum Dienst eingeteilt, wo er als Lehrer arbeitete. Er war kein Parteimitglied, gehörte aber der Lehrergewerkschaft FETE (Federación de Trabajadores de la Enseñanza) an. 1935 lernte er Dolors Soler Rovira, eine Lehrerin aus Beuda, kennen, die er heiratete. Als der Bürgerkrieg ausbrach, rückte er ein und ging an die Aragonien-Front, wo er Kulturmilizionär war. Nach Kriegsende überschritt er die Grenze mit der republikanischen Armee bei La Vajol, nachdem er seine Frau abgeholt hatte. Doch nach dem Grenzübertritt wurden beide getrennt. Er wurde im Lager Argelès-sur-Mer eingesperrt. Um dort zu entkommen, trat er in eine Arbeiterkompanie Compañía de Trabajadores Extranjeros/Compagnie de travailleurs étrangers, CTE) ein. Zunächst arbeitete er bei der Instandsetzung eines Flugfelds bei Cognac, wo er Dolors wieder traf. Danach wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Àngel Artola Casals ins Konzentrationslager Mauthausen gebracht. Ramon kam dort am 23. August 1940 an und bekam die Häftlingsnummer 4203 zugewiesen. Später wurde er in das Zweiglager Gusen überstellt, wo ihm die Häftlingsnummer 9018 zugewiesen wurde. Ebenso wie sein Bruder Àngel wurde er dort verbrannt. Ramon Artola Casals wurde am 31. August 1941 von den Nazis ermordet. Er wurde nur 29 Jahre alt. Heute ist er nach wie vor ein starkes Vorbild als mutiger, engagierter Lehrer, der den Preis von Krieg und Diktatur bezahlte und für ein besseres, inklusiveres Bildungssystem kämpfte.
Cristina Gómez Sanz, Mittelschullehrerin in seinem Heimatort (2025)
Quellen:
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (o. D.). 39063163-1.pdf
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (27. Jänner 2023). Hilariencs que van ser víctimes de l’holocaust
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (13. Jänner 2024). Avui, Sant Hilari 2024
Ajuntament de Sant Hilari Sacalm (29. Jänner 2024). Hilariencs que van ser víctimes de l’Holocaust
Memorial Democràtic (o. D.). Ramon Artola: Fitxa de deportació
Position im Raum

