Joaquín Moya Braulio 1900 - 1941
Geboren 20.12.1900 in Ejulve
Gestorben 15.10.1941 in Gusen
Biografie
Er wurde am 20. Dezember 1900 in Ejulve (Provinz Teruel) geboren und war das älteste Kind des Ehepaars Miguel Moya Sangüesa und Andresa Braulio Gargallo. Die Familie zog 1917 nach Sant Cugat del Vallès (Provinz Barcelona), wo sie einen landwirtschaftlichen Betrieb übernahm.
1933 arbeitete Joaquín in einer Keramikfirma. Als Proletarier und Bauer war er aktives Mitglied bei der Bauerngewerkschaft Unió de Rabassaires und der trotzkistischen Partei POUM. In den letzten Kriegsjahren übernahm er politische Ämter in der Gemeinde Sant Cugat und gehörte ab 27. Mai 1938 dem Regierungsausschuss an. Die Widersprüche aufgrund der Beschlagnahme landwirtschaftlicher Erzeugnisse für den Kriegseinsatz und zur Verhinderung des Hortens von Lebensmitteln, das die Ernährung der Bevölkerung gefährdete, bewogen Joaquín zum Verlassen des Ausschusses.
Sant Cugat fiel am 26. Jänner 1939 in die Hände der Franco-Truppen. Unter den Hunderten Menschen, die den Ort verließen und ins Exil gingen, befand sich Joaquín. Nach einem Schicksal, das er mit Abertausenden Republikanern teilte, wurde er von den Deutschen zwischen dem 20. und 26. Mai 1940 verhaftet und ins Stalag (Stammlager) V-D in Strasbourg gebracht. Ein halbes Jahr später wurde er nach Mauthausen deportiert, wo er am 13. Dezember 1940 (Häftlingsnummer 5056) ankam. Dort blieb er bis zum 29. Jänner, als er nach Gusen überstellt wurde.
Währenddessen sammelten in Spanien die Franco-Behörden weiter Information über „regimeuntreue Elemente“. Gegen Joaquín Moya wurde ein politisches Gerichtsverfahren eingeleitet. Im Bericht des Bürgermeisters von Sant Cugat heißt es, dass er „dem Centro Federal angehörte, Mitglied von Izquierda Republicana de Cataluña und der Unión Rabasaire war. Er besitzt keine Güter. Weder minder- noch volljährige Kinder. Aufenthaltsort unbekannt, Gerüchten zufolge befindet er sich in Frankreich.“ Es folgte der Bericht der Falange; dort wird er als „föderaler Republikaner und Rabassaire, Befürworter der Linksparteien“ beschrieben. Angelastet wurde ihm: „Stadtrat des roten Gemeinderats und begeisterte Anhängerschaft marxistischer Positionen, die er verbreitete“. Es folgte die Anmerkung: „Er war Mitglied ohne Amt der Gesangsgesellschaft La Union aus dieser Stadt. Besitztümer und tatsächliche persönliche Lage unbekannt. Aktueller Aufenthaltsort unbekannt, vermutlich Frankreich.“ Ähnlich lautete der Bericht der Guardia Civil. Das Verfahren blieb offen, bis am 23. August 1945 dessen Einstellung verordnet wurde. Noch am 14. Jänner 1947 wurde Joaquín an seiner Wohnadresse gesucht, und sein Name schien auf einer Liste jener Personen auf, denen der Gerichtsbeschluss „wegen unbekannten Aufenthaltsortes“ nicht mitgeteilt werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt war Joaquín vor sechs Jahren in Gusen gestorben, wo er den Gräueln und unmenschlichen Arbeitsbedingungen standhielt, bis am 15. Oktober 1941 sein Tod sowie der weiterer zwölf Spanier festgestellt wurde.
Juan M. Calvo Gascón
Amical de Mauthausen y de otros campos y de todas las víctimas del nazismo de España
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