Stanisław Mróz 1902 - 1941
Geboren 5.1.1902 in Rzgów
Gestorben 3.11.1941 in Gusen
Biografie
Stanisław Mróz wurde 1902 am Familiensitz in Olszak, eine Kolonie in der Nähe von Rzgów, geboren, wo er seine gesamte idyllische Kindheit verbrachte. Er besuchte eine nahe gelegene Grundschule und danach das öffentliche Tadeusz-Kościuszko-Gymnasium in Kalisz. Nach der Reifeprüfung setzte er seine Ausbildung in Poznań fort, wo er an der Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre der Universität von Poznań studierte.
1934 lernte Stanisław Alicją Pomorska kennen, die aus Poddębice kam. Die beiden heirateten am 22. April 1935. Im selben Jahr übernahm er den Posten des Sekretärs in der Gemeinde Gostków, wohin er gemeinsam mit seiner Frau zog. Ein paar Monate später, am 25. Jänner 1936 kam ihre erste Tochter, Ninuchna, zur Welt. Neben seinem glücklichen Familienleben an der Seite seiner geliebten Alicją verwirklichte sich Stanisław auch in seinem beruflichen Umfeld. Kurz vor dem Kriegsbeginn wurde er zum Landesrat von Łęczyca nominiert. Seine Amtskarriere wurde jedoch durch die deutsche Aggression unterbrochen. In diesen schwierigen und gefährlichen Zeiten kam – nur kurz nach der Niederlage im Verteidigungskrieg und der Kapitulation der letzten Kämpfer der polnischen Armee – am 18. November 1939 die zweite Tochter des Ehepaars Mróz zur Welt, Wisienka.
Stanisław konnte sich jedoch nicht lange über die Geburt freuen. Er wurde bereits im April 1940 verhaftet, da er sich, trotz des Drängens seiner Familie und Freunde, nicht zur Flucht entschließen konnte. Als mutiger und entschlossener Mann erschien er auf Aufforderung der Besatzungsbehörden freiwillig bei der lokalen Dienststelle der Gestapo. Diese Entscheidung war schicksalhaft für Stanisław. Nach einem kurzen Aufenthalt im Gefängnis von Łęczyca wurde er am 6. Mai 1940 mit einer Gruppe von Vertretern der polnischen Intelligenz ins KZ Dachau transportiert, wo er die Häftlingsnummer 8220 erhielt. Einen Monat später, am 26. Juni, wurde er ins KZ Mauthausen/Gusen transportiert, wo er als Häftling mit der Nummer 5484 die letzten eineinhalb Jahre seines Lebens verbrachte. Missbraucht, geschlagen und gejagt wie ein Tier, starb er am 3. November 1941 um 7:30 Uhr. Den Dokumenten zufolge war die Todesursache eine Lungenentzündung. Stanisławs Leiche wurde am 6. November im Krematorium des KZ Gusen verbrannt. Ninuchna und Wisienka sahen ihren geliebten Papa nie wieder …
Filip Januszewski
Filip Januszewski ist der Enkel von Stanisław Mróz
Aus dem Polnischen von Katharina Czachor
Position im Raum

