Francisco Guillem Comas 1909 - 1941
Geboren 12.11.1909 in Burriana
Gestorben 15.11.1941 in Gusen
Biografie
Paco Guillem Comas [1], Sohn von Bernardo Guillem aus Alzira und Francisca Comas aus Gandia, wurde am 12. November 1909 in Borriana in der Calle Divina Pastora Nr. 13 geboren. Er war der älteste von drei Geschwistern.
Seine Familie führte ein Sägewerk außerhalb von Borriana, wo er den Beruf des Sägewerkers erlernte [2] Francisco heiratete Encarnación Sidera, und beide bekamen einen Sohn, Roberto, der körperlich schwer behindert auf die Welt kam und in sehr jungem Alter starb.
Laut dem Allgemeinen Verzeichnis spanischer Asylrechtsempfänger mit Wohnsitz in Pyrénées-Orientales war Paco Guillem im Lager Rivesaltes interniert. Zur Enttäuschung wegen der unfreundlichen Aufnahme in Frankreich – dort galten die Spanier als unerwünschte Rote – kam die Angst nach der Nazi-Invasion hinzu. Zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt kam Francisco in das Frontstalag 184 Les Alliers in Angoulême. Es ist nicht bekannt, ob er damals allein oder in Begleitung seiner Frau und seines Sohnes war. Angoulême befand sich im besetzten Gebiet unter der Zuständigkeit der kollaborierenden Vichy-Regierung, wodurch das Schicksal der Häftlinge besiegelt war.
Jesús Tello Gómez, Deportierter Nr. 3841, erinnert sich: „Am 20. August 1940 umzingelten die Deutschen das Gebiet von Les Alliers, wo wir untergebracht waren, und zwangen uns in einen Zug.“ Darin befanden sich 927 spanische Flüchtlinge, ganze Familien, Männer, Frauen und Kinder. Es war der erste Zug, mit dem jemals Zivilisten in ein Konzentrationslager deportiert wurden.
Nach einer erschöpfenden viertägigen Reise kam der Zug im Bahnhof Mauthausen an. Sowohl Tello als auch José Alcubierre erinnern sich an das Geräusch der Riegel und der sich öffnenden Waggontüren. Dann das Geschrei der Frauen, der SS-Leute und das Hundegebell. „Sie gingen von Waggon zu Waggon und fragten: ‚Wie alt, wie alt?‘“
Die Szenen am Bahnhof waren fürchterlich. Frauen, die sich an ihre Ehemänner klammerten, Ehemänner an ihre Kinder, alle grausam getrennt. Schätzungen zufolge stiegen mehr als 430 Menschen, Männer und Burschen über 14 Jahre, aus. In wenigen Stunden wurden sie entkleidet und gebadet, der Kopf kahlgeschoren, sie bekamen eine gestreifte Jacke und eine Zahl mit blauem Dreieck mit großem S für Spanier (das blaue Dreieck bezeichnete die Staatenlosen). Die Frauen und kleineren Kinder wurden nach Spanien zurückgeschickt. Nach einer langen Reise durch Deutschland kamen sie mit dem Zug in Hendaye und später in Irún an, wo sie der Polizei und der Guardia Civil übergeben wurden.
Paco wurde am 24. August 1940 in Mauthausen eingesperrt und bekam die Häftlingsnummer 4194 zugewiesen. Am 17. Februar 1941 wurde er nach Gusen überstellt, wo er die Häftlingsnummer 10757 erhielt. Am selben Tag kam auch Pelegrín Aguilar aus Alfondeguilla dorthin. Nach der Quarantäne wurde er in der Baracke Nr. 11 untergebracht. Laut Totenbuch verstarb er in Gusen am 15. November 1941 an Lungenentzündung. Die wahre Ursache wird für immer unbekannt bleiben. Er wurde 32 Jahre alt.
Die Todesmeldung erfolgte an seine Witwe Encarnación Sidera, die in der Colònia Recolons Nr. 6, 4. Stock in Ribes de Freser (Girona) wohnte. Encarnación heiratete erneut und bekam drei Töchter, Divina, Julia und Gloria [3].
Lara Cardona Fernández
[1] Scheint gelegentlich auch als "Guillen" bzw. "Comas" auf.
[2] Gespräch mit der Nichte Rosario Huguet Guillem.
[3] Gespräch mit Jordi Pons, Geschichtsforscher aus Ribes de Freser (Girona).
Position im Raum

