Andrés González Márquez 1908 - 1941

Geboren 4.2.1908 in Guadalix de la Sierra
Gestorben 21.11.1941 in Gusen

Biografie

Andrés González Márquez wurde am 4. Februar 1908 in Guadalix de la Sierra (Provinz Madrid) geboren. Er war das einzige Kind von Celedonio González Fuenlabrada und Antonia Márquez Fernández und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Noch in sehr jungem Alter verlor er seinen Vater. Mit 1,90 Meter war er sehr großgewachsen.

In Madrid trat er in die 1931 gegründete Guardia de Asalto ein, wo er Crescencia Torre Angulo kennenlernte. Sie kam aus Santa Coloma, einem kleinen Ort in Álava, arbeitete jedoch in Madrid. Sie heirateten im Madrider Rathaus am 19. Juli 1934 und lebten in der Calle Jerónimo Llorente 40 in Madrid.

Im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte er auf republikanischer Seite, wo er bis zum Hauptmann aufstieg. Von seinem Leben während des Kriegs ist wenig bekannt. Mit der republikanischen Niederlage floh er wie Tausende Spanier nach Frankreich aus Angst vor Repressalien in Spanien. Auf die Flucht nahm er seine Mutter Antonia und seine bereits schwangere Ehefrau Crescencia mit.

Es ist nicht bekannt, was nach der Ankunft in Frankreich geschah, außer dass sich seine Mutter und seine Ehefrau in einem Dorf namens Chomérac niederließen. Dort kam in einem Luftschutzkeller sein einziger Sohn am 30. März 1939 auf die Welt, den die Mutter Andrés nannte. Der Vater lernte seinen einzigen Sohn niemals kennen.

Auch ist nicht bekannt, wie die Mutter und die Ehefrau von Andrés’ Tod erfuhren. Seine Ehefrau erkrankte und musste in eine psychiatrische Klinik in Frankreich eingeliefert werden. Sein Sohn Andrés blieb als Kleinkind unter der Obhut der Großmutter. Angesichts der drohenden Einweisung des Kindes in ein französisches Heim bat die Großmutter die Familie ihrer Schwiegertochter um Hilfe und schrieb deren Geschwister an, die im Familienhaus in Santa Coloma in Álava lebten.

Auf Beantwortung des Briefes holte die Familie Antonia und den damals eineinhalbjährigen Andrés an der Grenze von Girona ab.

So lebten beide gemeinsam mit den Verwandten, bis sich Andrés im Alter von 18 Jahren nach Frankreich begab, um seine Mutter kennenzulernen und sie nach Spanien zu bringen.

Der Sohn Andrés ist heute 78 Jahre alt, lebt in Bilbao (Baskenland, Spanien), hat geheiratet und zwei Töchter und zwei Enkelinnen. Die Großmutter Antonia verstarb in Vitoria und seine Mutter 1993 in Bilbao in Anwesenheit ihres Sohnes.

Vom Leben von Andrés González Márquez bis zu seiner Verhaftung 1940 ist nichts bekannt, auch nicht, ob er sich dem französischen Heer oder einer Miliz anschloss. Uns wurde die Möglichkeit genommen, ihn kennenzulernen, doch ist uns ein Satz von ihm erhalten geblieben, den er häufig verwendete: „Viele von uns werden sterben müssen, damit unsere Kinder ein besseres Leben in Freiheit genießen können.“ Wir lernten ihn zwar nie kennen, aber er ist in unserem Leben – seines Sohnes, seiner Enkelinnen und nun seiner Urenkelinnen – sehr präsent. Er ist und bleibt für immer ein Teil unserer Geschichte.

Rosa María González Benavides (Enkeltochter)

Position im Raum