Antonio Sayós Baulenas 1910 - 1941

Geboren 26.5.1910 in Els Hostalets de Balenyà
Gestorben 24.12.1941 in Gusen

Biografie

Antoni Sayós Baulenas kam am 26. Mai 1910 in Els Hostalets de Balenyà (Barcelona) auf die Welt. Er hatte sechs Geschwister und entstammte einer katalanischen Bauernfamilie, arbeitete jedoch in seiner Jugend als Tischler. Mit seinem Bruder Joan gründete er die Tischlerei Sayós in Balenyà. Gemeinsam mit Josep Pont Antigas und Jaume Castells Mas gründete er die erste Gruppierung von Vertretern der Partei Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) in Balenyà. Aus diesem Grund wurden sie nach Ende des Spanischen Bürgerkriegs von der Franco-Diktatur verfolgt und mussten ins Exil nach Frankreich. Alle drei kamen im KZ Mauthausen-Gusen um.

Antoni kam ins Flüchtlingslager in Argelès und diente später in der französischen Armee gegen Nazi-Deutschland als Mitglied der ausländischen Arbeiterkompanie (CTE). Er wurde zwischen dem 20. und 26. Juni 1940 in Saint-Dié im Département Vosges von den Deutschen gefangengenommen. Nach seiner Festnahme kam er in ein Arbeitslager im Elsass, das Stalag V-D in Strasbourg, wo er die Nummer 2748 zugewiesen bekam. Gemeinsam mit 846 republikanischen Häftlingen, von denen 449 den Tod fanden, wurde er mit einem Zug nach Mauthausen deportiert. Auf Anweisung von Francisco Franco und dessen Schwager Ramón Serrano Suñer wurden sie von den spanischen Faschisten als staatenlos erklärt und den Nazis überlassen, die sie in ihren Konzentrationslagern als Arbeitssklaven ausbeuteten.

Antoni Sayós Baulenas wurde am 13. Dezember 1940 im KZ Mauthausen eingesperrt. Als Beruf wurde „Maler“ angegeben. In Mauthausen erhielt er die Häftlingsnummer 5277 und wurde als „Rotspanier“ kategorisiert. Am 29. März kam er nach Gusen mit der Nummer 11466. Antoni Sayós Baulenas starb am Heiligen Abend, den 24. Dezember 1941, 31-jährig in Gusen (Österreich) an „Kreislaufschwäche, allg. Körperverfall“. Angeblich wurde sein Körper im Krematorium in Gusen verbrannt. Wie in so vielen anderen Fällen war die wahre Todesursache Mord durch den deutschen wie spanischen Faschismus, die beide auf genauso schändliche Weise nach dem Leben Andersdenkender trachteten.

Mit der Unterstützung der Gemeinde Balenyà, der Amical Mauthausen und des Memorial Democràtic der Landesregierung von Katalonien wurden im Juni 2018 alle Verstorbenen aus Balenyà geehrt, die während des Spanischen Bürgerkriegs und in den Folgejahren aufgrund der Repression durch den spanischen Faschismus bzw. die Unvernunft und Barbarei des Nationalsozialismus umkamen. Die Familienangehörigen wünschen sich nun, dass weder ihre Namen noch die historischen Umstände, die zu ihrem leidvollen Tod führten, jemals vergessen werden. Nie wieder Faschismus!

Jordi Jurada Sayós, Großneffe

Position im Raum