Bernardo Torán Martínez 1918 - 1942
Geboren 20.8.1918 in Fígols
Gestorben 6.1.1942 in Gusen
Biografie
Bernat Toran Martínez wurde am 20. August 1918 als Sohn von Daniel und María im Bergarbeiterdorf Fígols geboren. Seine Familie war aus Teruel dorthin gezogen. Er absolvierte die Pflichtschule in Berga und zog mit 14 Jahren mit seinen Eltern und zwei älteren Geschwistern nach Manresa, wo die Familie auf der Suche nach Sicherheit vor den starken sozialen Konflikten im Bergbaugebiet Alt Llobregat war.
Sein Vater und seine Geschwister arbeiteten im Bankwesen und im Handel, und er begann seine Laufbahn als Verkäufer der Textilabteilung von Casa Jorba. Bald trat er der Handelsgewerkschaft Associació de Dependents de Manresa i Comarca bei, die dem CADCI (Centre Autonomista de Dependents del Comerç i de la Indústria) angehörte und zu deren Sekretär er ernannt wurde.
Während des Kriegs war er Mitglied des gewerkschaftlichen Ausschusses der Fronthilfe, bis er 1938 einrückte. Kurz danach wurde er von einem Granatsplitter im Auge verletzt. Dennoch blieb er als Mitglied einer Nachrichteneinheit im Kriegsdienst.
Nachdem er nach Frankreich gegangen war, weigerte er sich aus Abneigung gegenüber der Diktatur nach Spanien zurückzukehren und wurde in den Lagern Barcarès und Saint-Cyprien interniert, wo er bis Dezember 1939 verblieb, als er in die 115. ausländische Arbeiterkompanie eintrat, die an die Mosel entsandt wurde. Am 22. Juni 1940 wurde er in Saint-Dié verhaftet und ins Stalag (Stammlager) in Strasbourg gebracht. Am 13. Dezember 1940 erfolgte seine Deportierung nach Mauthausen, wo er im Block 6 untergebracht und zur Arbeit im Steinbruch eingeteilt wurde. Als im Oktober 1941 eine 1.000 Mann starke Gruppe zur Arbeit im Steinbruch Gusen gebildet wurde, kam Bernat Toran dorthin. Von da an begann sein Todeskampf; es vergingen elf Monate Arbeit und komplette Erschöpfung, von der er nicht einmal gehen konnte, bis er im Dezember ins Krankenrevier kam, wo er am 6. Jänner 1942, erst 24 Jahre jung, verstarb.
Er erlitt das Elend des Exils und des KZ Mauthausen gemeinsam mit Kameraden und Freunden aus Manresa, allen voran Jacinto Carrió, ein Überlebender, der nach seiner Rückkehr nach Manresa die Eltern und Geschwister – als republikanische Kämpfer verfolgt – von Bernats tragischem Schicksal und Todesumständen berichtete. Carrió vergaß nicht seinen jungen Freund bei seiner gesamten Tätigkeit zur Verbreitung des Gedenkens an die Republikaner, von der Arbeit in seiner Heimatstadt und der Amical de Mauthausen bis zu seinem bedeutenden Zeugnis in Montserrat Roigs Werk Los catalans en los campos nazis (Die Katalanen in den Nazi-Lagern), in dem Bernat Toran mehrmals erscheint. Zu seinen Ehren hat die Familie die Erinnerung an den Onkel gewahrt, den sie nie kennenlernte. Eine seiner Nichten arbeitet eng mit der Amical zusammen, deren Vorsitz sie von 2006 bis 2013 innehielt.
Juan M. Calvo Gascón
Amical de Mauthausen y de otros campos y de todas las víctimas del nazismo de España
Position im Raum

