Jan Karczewski 1901 - 1942

Geboren 16.5.1901 in Montowo
Gestorben 31.10.1942 in Gusen

Biografie

Über das Leben und die Arbeit von Jan Karczewski

1901

Jan wurde am 16. Mai in Montowo, im Powiat Lubawa (heute Powiat Nowe Miasto), in die Arbeiterfamilie von Teofil Karczewski geboren und brachte es bis zum Lehrer und Schuldirektor in Płąchawy. Jan hatte vier[R1]  Brüder – Bernard, Damazy, Józef, Wincenty, Franciszek – und eine Schwester, Wanda. Die Eltern zogen nach Tuchola in Pommern. Die Familie wohnte dort in der Krzywastraße 24.

1920

Als Student kämpfte Jan als Freiwilliger für die Bolschewiken und war vom 20. Juli 1920 bis 15. Januar 1921 in einer Verwaltungseinheit an der Front im Einsatz.

1924

1924 schloss er sein Lehramtsstudium in Tuchola ab und begann als Lehrer in Unisław und in Różnów zu unterrichten.

1925

Jan Karczewski diente im Dritten Zug des Schulbattalions der Lehrerkompanie in DOK VIII.

1930

Von 1930 bis 1939 leitete er die einklassige öffentliche Schule in Płąchawy.

Aus der Ehe mit Stanisława stammen die drei Töchter Jadwiga, Halina und Irena. Seine Tochter Halina erinnert sich an ihren Vater als sehr liebenswürdigen Mann, stets freundlich im Umgang mit seinen Mitmenschen und sehr kontaktfreudig. Jan Karczewski lebte in Płąchawy, wo sich seine Aktivitäten nicht nur auf die Schule beschränkten. Er engagierte sich auch in der Lehrergewerkschaft und in der regionalen Gewerkschaft. Seine Hobbys waren Sport und Musik und hier vor allem das Geigenspiel.

Am 30. Juli schloss Jan Karczewski eine Lehrerfortbildung in Toruń ab. Themen des Kurses waren Romantische Epoche in polnischer Literatur und deskriptives Wählen. Der Kurs dauerte 120 Stunden. Die Vortragenden kamen aus Lublin und Krakau.

1939

Jan Karczewski wurde wegen seiner Teilnahme an der September-Kampagne nach seiner Rückkehr in seiner Schulwohnung in Płąchawy verhaftet und nach Chełmno gebracht, wo er zusammen mit anderen in der Kirche eingesperrt wurde. Seine Frau Stanisława wandte sich an einen „wichtigen“ Deutschen, damit dieser für Jan intervenierte. Er gab ihr einen Empfehlungsbrief für das SS-Kommando. Zuhause öffnete sie zusammen mit Jans Schwester Wanda den Brief und darin „empfahl“ der „gute Deutsche“, sie und ihre Kinder zu verhaften und in ein Konzentrationslager zu schicken. Einige Kirchenmitglieder wurden zur Hinrichtung nach Klamer gebracht. Karczewski wurde später in einen Keller verlegt, wo seine Frau ihn über das Fenster mit Essen versorgte. Man teilte ihr mit, dass, wenn es ihr gelang für die Freilassung von zwei Deutschen zu sorgen, im Gegenzug ihr Mann freigelassen werden würde. Sie versuchte es, aber diese Forderung war nicht zu erfüllen. Jan wurde später in die Festung von Torun verlegt. Danach folgten noch mehrere andere Gefängnisse, bevor er am 30. Mai 1940 nach Mauthausen deportiert wurde. Seine Häftlingsnummer war 1060.[1]

1942

Am 5. November gab es in der Registratur des Lagers Mauthausen II den Eintrag, dass der Lehrer Jan Karczewski, wohnhaft in Chełmno, Vistula St. 7 in der Młyńskastraße 7, geboren am 16. Mai 1901 in Montów, Powiat Lubawa, hier am 31. Oktober 1942 gestorben war. Ein Lehrer aus der Nachbarschaft berichtete später, dass er in Block 11 ermordet wurde. Ein Überlebender erzählte nach dem Krieg, dass Jan Karczewski als Strafe dafür, dass er eine herumliegende Karotte aufgehoben und eingesteckt hatte, immer wieder in ein Wasserfass getaucht wurde. Danach zwang man ihn auf einem Bahngleis entlangzulaufen und schickte ihm von oben einen mit Steinen gefüllten Waggon entgegen. Er war noch am Leben, als er auf einen Leichenstapel geworfen wurde. Am 25. Juni 1943 wurde seiner Frau Stanisława Karczewska offiziell mitgeteilt, dass die persönlichen Gegenstände von Jan Karczewski nicht übermittelt werden. Sie erhielt nur Jan Karczewskis Goldring von den Deutschen.

Die Familie Karczewski zahlte einen hohen Preis für ihren Patriotismus. Der Bruder von Jan, Józef, starb 1939 als Soldat bei der Verteidigung von Bydgoszcz.

1987

Eine Gedenktafel zu Ehren von Jan Karczewski wurde mit dem nachstehenden Text an der Vorderseite der Volksschule in Płąchawy enthüllt: „Zum Gedenken an Jan Karczewski, einen großen Patrioten und Sozialaktivisten, ein aktives Mitglied im Schutzbund für das westliche Grenzland, und Teilnehmer an der September-Kampagne, der von den Deutschen am 31. Oktober 1942 in Mauthausen-Gusen ermordet wurde. Płąchaw Gesellschaft 1987.“

 

Janusz Kowalski, Enkel

 

[1] Anm. d. Red. MM: Für das Ankunftsdatum und die Häftlingsnummer konnte in den Dokumenten, die dem Mauthausen Memorial vorliegen keine Beweise gefunden werden.

[R1] Anm. d. Übersetzung: In der Aufzählung sind es fünf.

Position im Raum