Bohuslav Hrudička 1904 - 1942
Geboren 19.11.1904 in Třešť
Gestorben 13.4.1942 in Mauthausen
Biografie
In den Jahren 1918–1923 besuchte er das Lehrerinstitut in Brünn. Nach seiner Absolvierung arbeitete er als Fachlehrer an einigen Bürgerschulen in Hrotovice, Kreis Třebíč, und in Brünn. Er legte stufenweise Fachprüfungen ab und erhielt die Lehrbefähigung für die Fächergruppe I, II und III an Bürgerschulen (Fächergruppe I: Tschechisch, Geografie und Geschichte, Fächergruppe II: Biologie, Physik und Mathematik und Fächergruppe III: Zeichnen und geometrisches Zeichnen). Bereits als Lehrer bildete er sich ständig fort und arbeitete mit verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen zusammen. 1931 nahm er das Studium an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk-Universität auf, zunächst als externer und nach dem nachträglichen Ablegen der Abiturprüfung am Realgymnasium in Třebíč dann als ordentlicher Student. Professor František Koláček (ein weiteres der zukünftigen Opfer des Konzetrationslagers Mauthausen) bemerkte bald das Talent von Hrudička und zog ihn zur Mitarbeit am Geografischen Institut und Seminar heran. 1936 promovierte Hrudička erfolgreich zum Doktor der Naturwissenschaften, wobei zum Hauptgebiet seines Interesses die Klimatologie und Meteorologie wurden. Vom 1. Februar bis 30. Juni 1937 absolvierte er ein Fachpraktikum an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien. 1938 wurde er zum honorierten Dozenten für Meteorologie und Klimatologie an der Technischen Hochschule „Dr. Edvard Beneš“ in Brünn und ein Jahr später habitilierte er sich in demselben Fach an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk-Universität. Außerdem war er in vielen wissenschaftlichen Gesellschaften und Fachgesellschaften tätig. Zu nennen wäre zum Beispiel die Mährische naturwissenschaftliche Gesellschaft oder das Nationalkomitee für die Geschichte der realen und technischen Wissenschaften beim Nationalen Forschungsrat. Die fachbezogene Bibliografie von Hrudička zählt über 90 Titel einschließlich der bedeutenden Monografie Úvod do technické meteorologie (Einführung in die technische Meteorologie) (1935).
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch Nazi-Deutschland im März 1939 reihte sich Dozent Hrudička in die Widerstandsgruppe der Brünner Hochschullehrer ein. In seiner Wohnung organisierte er Besprechungen vor allem mit den Professoren František Koláček und František Říkovský. Wegen Teilnahme am Widerstand wurde er am 27. November 1941 verhaftet und danach im Polizeigefängnis der Gestapo im Kaunitz-Kolleg gefangen gehalten. Von hier aus wurde er am 3. Februar 1942 von den Nazisten ins Konzentrationslager Mauthausen überführt, wo er unter unmenschlichen Bedingungen im örtlichen Steinbruch arbeiten musste. Die schwere körperliche Arbeit in der Winterzeit löste bei Hrudička eine Lungenentzündung aus, deren Folgen er am 13. April desselben Jahres erlag.
Vladimír Černý
Vladimír Černý, geb. 1975 in Svitavy, studierte Geschichte und Politologie an der Masaryk-Universität in Brno. Gegenwärtig unterrichtet er extern am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und europäische Studien an der Fakultät für soziale Studien und am Institut für Geschichte der Philosophischen Fakultät der Masaryk-Universität.
Quellen:
Archiv der Masaryk-Universität Brünn, Fond H, Inventarnummer H III 472, mit Schreibmaschine geschrieben von Milan Drápal Brněnští geografové a jejich účast v protinacistickém odboji (Die Brünner Geografen und ihre Teilnahme am antinazistischen Widerstand). Datiert Semptember 1972.
Literatur:
František X. Halas: Nacistická perzekuce na brněnské univerzitě v letech 1939-1945 (Die nazistische Verfolgung an der Universität Brünn 1939-1945). In: Sborník prací Filozofické fakulty brněnské univerzity. C, Řada historická. Jg. 27-28, 1978-1979, Nr. C 25-26, S. 41-70.
Rudolf Musil et al.: Osobnosti Přírodovědecké fakulty Masarykovy univerzity (Persönlichkeiten der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk-Universität). Brno 1997.
Position im Raum

