Bohumil Vařílek 1900 - 1942
Geboren 4.10.1900 in Svatoslav
Gestorben 25.4.1942 in Mauthausen
Biografie
Während des Ersten Weltkriegs wurde Bohumil Varílek mit 17 Jahren in die österreichisch-ungarische Armee eingezogen und an der italienischen Front verwundet. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg beendete er sein Lehramts-Studium in Brno. Danach unterrichtete er in mehreren Dörfern im Gebiet um Tišnov und in Vratěnín in der Region Znojmo.
Im Jahr 1934 wurde er zum Schuldirektor im Ort Svinošice ernannt. Er war im ganzen Gebiet für seine kulturellen und pädagogischen Aktivitäten bekannt. Auch in der Sokol-Organisation und in Lehrerorganisationen kannte man ihn. Unbezahlt, aber umso hilfreicher, fuhr er überall hin, um für sein Land zu arbeiten. Mit seinem Diaprojektor gab er Vorträge in den Dörfern der Region.
Als Violin-Lehrer waren auch Theaterinszenierungen und Freizeitprogramme für Kinder Teil seines Lebens. In allen Lehrangelegenheiten gab er für seine Schülerinnen und Schüler das Maximum.
Vom Beginn der Besatzung während des Zweiten Weltkriegs an nahm er aktiv am Widerstand teil, zunächst in der Sebrov-Gruppe, dann in der Gruppe „Verteidigung der Nation“ und im Petitionsausschuss „Bleibt loyal“ (PKVZ) unter Kolacek, der die Widerstandsgruppe von Brünner Lehrerinnen und Lehrern beitrat. Diese Widerstandstätigkeit wurde bei der Gestapo denunziert, die Gruppe schnell zerschlagen.
Bohumil Varílek wurde am 28. November 1941 in seinem Klassenzimmer vor seinen Schülerinnen und Schülern auf brutale Weise verhaftet und ins Gestapo-Hauptquartier in Brno gebracht.
Trotz Vernehmungen und Folter gab er nichts zu. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern seiner Gruppe wurde er mit dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“ ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert.
Der Überlebende František Stejskal schrieb: „Am 24. April 1942, vollkommen erschöpft von Hunger, Krankheit und harter Arbeit, konnte Bohumil Varílek die schweren Steine im Steinbruch nicht länger heben. Ein brutaler und gnadenloser Wachmann ermordete ihn vor anderen Mithäftlingen mit einer Spitzhacke.“
Auf der Todesnachricht, die an die Familie Varílek geschickt wurde, stand geschrieben: „Tod durch Pneumonie trotz aller medizinischer Pflege.“
Nach dem Krieg, am 9. September 1945, wurde Bohumil Varílek zum Ehrenbürger von Svinošice ernannt und eine Gedenktafel am Eingang seiner Schule enthüllt.
Am 4. Oktober 2000 versammelten sich viele in Svinošice, um seinen 100. Geburtstag zu feiern – vor allem seine früheren Schülerinnen und Schüler und seine beiden Söhne Bohuslav und Jaromír.
Jaromír Varílek
Jaromír Varílek ist der Sohn von Bohumil Varílek und lebt als Arzt für Innere Medizin in Lutry, Schweiz.
Aus dem Englischen von Andreas Kranebitter
Quellen:
Fr. Stepanek, Archivmaterial zur Gruppe ON Sebrov.
Literatur:
Artikel über Bohumil Varílek. In: Enzyklopädie der Geschichte der Stadt Brno, Profile der Persönlichkeiten.
V. Majerova: Artikel in Hlas Revoluce [Stimme der Revolution] 42 (1985).
Jan Talsky et al.: Bojem a utrpenim ke svobode [Zur Freiheit durch Kampf und Leid] (Brno, 1947).
Position im Raum

